Neues im Nationalpark
Drohnen schützen Jungvögel im Seewinkel vor Mähern
- Drohnen sollen im Nationalpark die Bodengelege der Wiesenvögel erkennen.
- Foto: Julia Matocha-BirdLife
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Um stark gefährdete Vogelarten im Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel zu schützen, wirbt BirdLife Österreich seit Jahren für eine Spätmahd. Dieser hat jedoch die Ausbreitung der invasiven Goldrute zur Folge. Um hier einen Kompromiss zu finden, setzt die Naturschutz-Organisation nun auf den Einsatz von Drohnen.
APETLON. Das ehemalige Niedermoor Hanság ist der Lebensraum für viele stark gefährdete Vogelarten, unter anderem der Großtrappe, Wiesenweihe und Sumpfohreule. Die Mahd erfolgt im Großteil des Nationalparks im Juni, das ist jedoch für die Jungvögel eine große Gefahr. Um fatale Verluste durch die Mähwerke vorzubeugen setzt BirdLife Österreich seit Jahren auf ein Gelegeschutz-Programm. Damit wird die Mahd auf Juli und August verschoben. Den betroffenen Landwirtinnen und Landwirten wird eine Entschädigung ausbezahlt. Diese Maßnahme habe laut der Naturschutz-Organisation sogar zur Bestandszunahme der gefährdeten Wiesenbrüter beigetragen. Aufgrund der verzögerten Mahd breitet sich aber die invasive Goldrute immer rasanter aus, die langfristig sowohl auf die Jungvögel als auch auf die Landwirtinnen und Landwirte negative Auswirkungen hat.
- Die Frühmahd im Juni gefährdet viele Jungvögel.
- Foto: Bernhard Paces-BirdLife
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Goldrute gefährdet Lebensraum und Landwirtschaft
Die Goldrute ist ursprünglich in Nordamerika heimisch. Die dichten Bestände im Nationalpark erschweren unter anderem die Fortbewegung der Jungvögel. Außerdem wird die Verwertung des Mähguts umständlicher, denn es ist nicht mehr als Tierfutter geeignet. Damit die Goldrutenbestände bestmöglich zurückgedrängt werden können und die Wiesenvögel weiterhin geschützt bleiben, setzt BirdLife nun auf moderne Technologien. Zum ersten Mal kam auf der Nationalparkfläche eine Drohne mit Wärmebildtechnik zum Einsatz. "Wir sind uns sehr bewusst, dass Drohnen eine Störung verursachen können, was gerade bei sensiblen Arten wie der Großtrappe ein besonders umsichtiges Vorgehen nötig macht“, so BirdLife-Projektleiter Bernhard Paces.
Moderne Technologie zum Schutz der Jungvögel
Im Mai und Juni wurden mit Hilfe von Drohnen die Bodengelege der Wiesenvögel aufgezeichnet und bestimmte Flächen konnten so zur gefahrlosen Frühmahd freigegeben werden. Das führt langfristig auch zur Verringerung der Goldrutenbestände. Der Drohneneinsatz "ermöglicht so ein maßgeschneidertes Vorgehen im Vogelschutz, das auch anderen Aspekten der Artenvielfalt, wie etwa der Pflanzenwelt, besser gerecht werden kann", erklärt Paces. Um die Bestände der Wiesenvögel im Hanság langfristig zu sichern, brauche es laut Hans-Martin Berg, Projektbearbeiter in der Region ein gemeinsames Vorgehen von Naturschutz, Landwirtschaft, Wasserbau, Jägerschaft und Politik.
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