Lackensterben im Seewinkel
Sodalacken drohen endgültig auszutrocknen
- Auch der Langen Lacke nahe Apetlon droht das engültige Aus.
- Foto: Michael Dvorak
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Die Lage der Sodalacken im Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel ist laut BirdLife Österreich schlechter denn je. Dem Wahrzeichen des Seewinkels droht aufgrund des sinkenden Grundwasserspiegels und der vermehrten Hitzewellen eine endgültige Austrocknung. Die Vogelschutzorganisation fordert deshalb Sofortmaßnahmen von der Politik.
NATIONALPARK NEUSIEDLER SEE - SEEWINKEL. Von den ursprünglich rund 140 Lacken sind in den letzten 150 Jahren fast 120 bereits endgültig ausgetrocknet. Ein Drittel der noch vorhandenen Lacken ist während der letzten Trockenphase verschwunden. Schon seit Jahren warnt die Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich, dass die Sodalacken endgültig verschwinden könnten, doch mittlerweile sei die Lage "katastrophal".
- Fast alle Sodalacken sind aufgrund des niedrigen Grundwasserstandes undicht geworden, deshalb erfolgt die Austrocknung bereits früher als sonst.
- Foto: Michael Dvorak
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Das größte Problem ist dabei nicht nur der mangelnde Niederschlag. Eine "gesunde" Sodalacke ist absolut dicht und der Wasserverlust erfolgt nur über die Verdunstung. Aufgrund des niedrigen Grundwasserstandes ist jedoch der Großteil der Sodalacken undicht geworden. Deshalb beginnt der Austrocknungsprozess statt im Spätfrühling, wenn die ersten wärmeren Temperaturen erreicht werden, bereits im Spätwinter. "So wie es aussieht, scheint dieser Prozess weitgehend irreversibel zu sein", erklärte Michael Dvorak von BirdLife Österreich.
BirdLife fordert Maßnahmen
Bereits im Herbst 2023 ließ das Land Burgenland eine hydrologische Studie über die langfristige Erhaltung der Sodalacken erstellen. Diese soll laut BirdLife Lösungsvorschläge in Bezug auf die Wasserentnahmen enthalten. Die ersten Maßnahmen zum oberflächlichen Wasserrückhalt wurden bereits umgesetzt. "So wichtig diese Maßnahmen sind, sie reichen aber, wie die aktuelle Entwicklung zeigt, noch lange nicht aus", sagte Dvorak.
- Das Austrocknen der Sodalacken würde auch den Lebensraum zahlreicher Vogelarten, unter anderem dem Säbelschnäbler, gefährden.
- Foto: Christoph Roland
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Sinkender Grundwasserspiegel
Das Land Burgenland bestätigte auf Anfrage, dass die Sodalacken unter dem sinkenden Grundwasserspiegel leiden und sieht ebenfalls "grundlegenden Handlungsbedarf". Laut Christian Sailer, Leiter des Hauptreferats Wasserwirtschaft im Land Burgenland stehe der Zustand der Lacken im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Grundwasser. Neben den langanhaltenden Trockenperioden hätten auch die bestehenden, wasserrechtlich genehmigten Entwässerungssysteme Einfluss auf den Wasserhaushalt.
Land Burgenland arbeitet an Lösungen
Eine der Gegenmaßnahmen des Landes sei das Projekt "LIFE Pannonic Salt", ein EU-Projekt, das 2023 für den Erhalt der Salzlacken und Verbesserung der Grundwassersituation im Seewinkel ins Leben gerufen wurde. Das Gesamtvolumen dieses Projekts beträgt rund zwölf Millionen Euro. Das Land Burgenland beteiligt sich mit einem Beitrag von rund 1,8 Millionen Euro an dem Vorhaben.
- Der Seewinkel ist der einzige Brutplatz in Österreich für den gefährdeten Seeregenpfeifer.
- Foto: Michael Dvorak
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Neben grenzüberschreitenden Projekten, wie dem ATHU-INTERREG Projekt "GroWaHA" wird aktuell gemeinsam mit dem Bund und dem Land Niederösterreich an einer mittelfristigen Lösung gearbeitet. Laut Sailer werde eine mögliche Wasserzufuhr aus der Donau geprüft. Aufgrund der Komplexität der einzelnen Vorhaben gebe es aktuell keinen verbindlichen Zeitplan für die Umsetzung der Lösungsvorschläge aus der hydrologischen Studie 2023.
Keine Garantie gegen weitere Austrocknungen
Trotz der angespannten Situation weist Sailer darauf hin, dass das temporäre Austrocknen der Lacken in gewissem Maße Teil der natürlichen Dynamik sei. Eine absolute Garantie dafür, dass keine weiteren Sodalacken dauerhaft austrocknen, könne aufgrund der künftigen klimatischen Entwicklungen nicht gegeben werden. "Wir arbeiten jedoch mit Nachdruck an der Stabilisierung des Grundwasserspiegels, um diese Beeinträchtigungen so weit wie möglich zu vermeiden und die Lebensräume zu erhalten", so Sailer.
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