15.09.2014, 06:51 Uhr

Bunker als Museum

LH Hans Niessl mit LAbg. Rudolf Strommer mit Oberst Franz Neuhold (l.), Kommandant Truppenübungsplatz Bruckneudorf, und Offiziersstellvertreter Josef Hatos (r., Truppenübungsplatz Bruckneudorf) vor dem Eingang zur Bunkeranlage. (Foto: Bgld. Landesmedienservice)
BRUCKNEUDORF. In ganz Österreich gibt es nur mehr einen Bunker im Originalzustand, nämlich die Bunkeranlage Ungerberg auf dem Truppenübungsplatz Bruckneudorf. Um dem letzten gut erhaltenen Bunker vor dem gänzlichen Verfall zu bewahren, wurde er vom Heeresgeschichtlichen Museum (HGM) Wien in ein Museum umgewandelt, um es als Relikt des Kalten Krieges in der Originalausstattung der Nachwelt zu erhalten. Eröffnet wurde die neue Außenstelle des HGM von Landeshauptmann Hans Niessl.

Niessl betonte bei der Eröffnung, dass es Sinn mache, die Bunkeranlage in Bruckneudorf für die Nachwelt zu erhalten. „Man kann und soll aus der Geschichte lernen. Wer die Vergangenheit nicht versteht, kann die Zukunft nicht meistern. Gerade angesichts der aktuellen Krisenherde ist es wichtig, den nächsten Generationen zu zeigen, welche schrecklichen Kriege es gegeben hat. Kriege gehören ins Museum – leider wissen wir, dass die Realität eine andere ist.“ Niessl betonte auch, dass es wichtig sei, das Bundesheer finanziell so auszustatten, damit es seine Aufgaben erfüllen könne. „Diese Forderung ist legitim und nachvollziehbar.“

Als Museum erhalten

Bereits nach der ersten Besichtigung der Bunkeranlage Ungerberg sei man von der Notwendigkeit überzeugt gewesen, die Anlage als Museum zu erhalten, erklärt der Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums, Dr. M. Christian Ortner. „Wir sind schon seit längerem dazu übergegangen Außenstellen einzurichten. Wir wollen der Bevölkerung die Geschichte des Österreichischen Bundesheeres näherzubringen.“ Das Besondere an der Bunkeranlage in Bruckneudorf sei, „dass sie sich noch im Originalzustand zu Ende des Kalten Krieges befindet. Es gab keine Zubauten.“

Platz für 40 Soldaten

Zur Zeit des „Kalten Krieges“ errichtete das Bundesheer an neuralgischen Punkten ein ausgeklügeltes Bunkersystem. Die Anlage Ungerberg diente einst mit fünf ähnlichen Anlagen an der Brucker Pforte dem Schutz des Landes. Rund 40 Soldaten konnten in den Bunkern einige Wochen überleben. Aufgrund des Zusammenbruchs der Sowjetunion verbunden mit dem Wegfall der Bedrohung aus dem Osten und der nun neuen weltpolitischen Lage wurden die sogenannten festen Anlagen (FAn) überflüssig.
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