Aktueller Trend am Immobilienmarkt

In Oberösterreich stiegen nach zwei Jahren der Stagnation die Preise für gebrauchte Wohnungen um fünf Prozent und für neue Wohnungen um vier Prozent, jene für Grundstücke um fünf Prozent.
  • In Oberösterreich stiegen nach zwei Jahren der Stagnation die Preise für gebrauchte Wohnungen um fünf Prozent und für neue Wohnungen um vier Prozent, jene für Grundstücke um fünf Prozent.
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  • hochgeladen von Marlene Mülleder

OÖ. Die absolute Mehrheit der Österreicher beklagt, dass man sich ein Eigenheim kaum mehr leisten kann. Ob Wohnen günstig oder teuer ist, ist aber nicht nur eine Frage der Nominalpreise des Immobilienmarktes, sondern auch des Anteils am Einkommen, den man fürs Wohnen ausgeben muss. Die Reallöhne sind in Österreich seit Längerem nicht gestiegen. Wir beobachten auch ganz klar, dass im teuren Markt mehr Mietwohnungen nachgefragt werden, es gibt aber aktuell zu wenig Angebot in diesem Segment“, so Christian Nowak, Geschäftsführer von ImmobilienScout24 in Österreich.

Top-Segmente flachen ab, mittlere und günstige Lagen ziehen an
In Oberösterreich stiegen nach zwei Jahren der Stagnation die Preise für gebrauchte Wohnungen um fünf Prozent und für neue Wohnungen um vier Prozent, jene für Grundstücke um fünf Prozent, also signifikant. 2017 zeigt sich jedoch ein differenziertes Bild: Österreichweit sind die mittleren und günstigeren Lagen, die nun anziehen, während die Top-Segmente abflachen. Das gilt auch für Oberösterreich zum Teil: In Schärding wurden gebrauchte Wohnungen etwa um satte neun Prozent teurer, Grundstücke um zwölf Prozent. während bei Wohnungen in Linz-Land die Steigerungen nur bei zwei Prozent oder in Wels nur bei drei Prozent lagen. Auch bei Häusern ziehen einzelne Regionen nach: neue Häuser haben in Braunau um sechs Prozent zugelegt. Bei Häusern verzeichneten aber auch bereits bisher teurere Pflaster wie Gmunden (sechs Prozent) oder Urfahr-Umgebung (sieben Prozent) weiter überproportionale Preiszuwächse.

Klarer Trend nach oben bei Grundstückspreisen
Auffällig war 2017 auch der Anstieg der Grundstückspreise, die österreichweit um sechs Prozent zunahmen. Ein Durchschnitts-Grundstück mit 786 m2 kostet in Österreich derzeit etwas unter 100.000 Euro (127 EUR/m2). Oberösterreich liegt mit einer Steigerung von 5 Prozent leicht unter dem Bundesschnitt. Das oberösterreichische „Durchschnitts-Grundstück“ liegt mittlerweile bei knapp 89.000 Euro (79 EUR/m2). Ausreißer bildeten Schärding, Freistadt und Ried, wo der Anstieg zwischen 11 und 12 Prozent betrug.
In absoluten Zahlen bleibt die Bundeshauptstadt das teuerste Pflaster – das Wiener „Durchschnitts-Grundstück“ kostet knapp 675.000 Euro (754 m2, 895 Euro/m2).

Suche nach Mietwohnung im teuren Markt: Angebot trifft Nachfrage nicht
84 Prozent der Oberösterreicher (81 Prozent der Österreicher) finden, dass man sich als Normalsterblicher den Kauf eines Eigenheimes praktisch nicht mehr leisten kann. Diese Sorge um die Unfinanzierbarkeit eines Eigenheims lässt die Nachfrage nach Mietwohnungen hochschnellen. Mehr als die Hälfte aller Suchenden (59 Prozent) in Oberösterreich auf den Portalen ImmobilienScout24, immobilien.net und immodirekt.at 2017 waren an einem Mietobjekt interessiert, nur rund 14 Prozent an einer Eigentumswohnung. Das Angebot entspricht aber nicht der hohen Nachfrage nach Mietobjekten. Rund 43 Prozent der 2017 angebotenen Objekte in Oberösterreich waren Mietwohnungen, 25 Prozent waren Eigentumswohnungen und 21 Prozent Häuser.

Mieten entwickeln sich etwas langsamer

Weniger stark als die Eigentums- entwickelten sich die Mietpreise: Bei neuen und gebrauchten Mietwohnungen (ohne Betriebskosten) lag die Steigerungsrate österreichweit bei den Angebotspreisen bei etwa drei Prozent (aktuell: 11,9 Euro/m2 bei neuen, 10,2 Euro/m2 bei gebrauchten Mietwohnungen). In Oberösterreich stiegen die Mieten unter dem Bundesschnitt, und zwar für neue Wohnungen um zwei Prozent auf 9,1 Euro/m2 und für gebrauchte Mietwohnungen ebenfalls um zwei Prozent auf 7,1 Euro/m2. Unter dem Bundesschnitt lag auch Niederösterreich (unter zwei Prozent bei neuen Mietwohnungen).

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