"Da ist noch Luft nach oben"

Klaudia Friedl will in den Nationalrat einziehen.
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STEINBERG-DÖRFL (EP). Welche Themen werden für Sie als Nationalratsabgeordnete im Vordergrund stehen?
KLAUDIA FRIEDL: Ich bin seit elf Jahren Bürgermeisterin, seit sieben Jahren Landtagsabgeordnete und war in meinem Brotberuf im Gesundheitsmanagement tätig. Die letzten Entwicklungen in diesem Bereich sind Besorgnis erregend, denn es fehlen bereits zwei Drittel der Landärzte. Ich weiß, wovon ich spreche – ich habe zwei Jahre eine Hausärztin für meine Gemeinde gesucht. Wir steuern leider auf einen massiven Hausärztemangel zu! Außerdem müssen wir im Mittelburgenland bessere Rahmenbedingungen schaffen, damit unsere gut ausgebildeten, jungen Menschen hier auch Arbeit bekommen. Sehr am Herzen liegen mir auch die Anliegen der Frauen, ich setze mich für deren Sorgen und Nöte besonders intensiv ein.

Mit welchen Maßnahmen kann der Arbeitsmarkt im Süd- und Mittelburgenland angekurbelt werden?
Im Bund laufen alle Fäden zusammen, ich werde meinen Einfluss geltend machen und versuchen, dass sich vermehrt Firmen im Süd- und Mittelburgenland ansiedeln. Wir haben hier beste Rahmenbedingungen, unsere gut ausgebildeten, jungen Leute sollen hier auch Arbeit finden. Ich will auch die Gemeinden mit ins Boot holen. Mit Oberpullendorf gibt es bereits eine gute Zusammenarbeit, hier wird ein gemeindeübergreifendes Industriegebiet geschaffen. Es gibt schon einige Interessenten, mehr darf ich noch nicht verraten. Wir können Arbeitsplätze schaffen, indem sich große Firmen hier ansiedeln, außerdem haben wir in unserer Region ein großes, touristisches Potenzial, da ist noch Luft nach oben.

In welchen Bereichen sehen Sie denn noch Potenzial?
Im Süd- und Mittelburgenland sind noch viele Schätze vergraben. Mit dem neuen Tourismusgesetz haben wir dafür gute Rahmenbedingungen geschaffen, auch der sanfte Tourismus ist noch ausbaufähig. Außerdem wird Gesundheitstourismus in Zeiten, wo die Menschen ständig gestresst sind, immer wichtiger. Es gilt, das Beste für unsere Region herauszuholen, aber beim Finanzausgleich gibt es immer noch ein großes Ost-West Gefälle. Es kann nicht sein, dass der Tiroler mehr wert ist als der Burgenländer.

Hat die SPÖ nach den jüngsten Ereignissen noch eine Chance auf Platz 1?
Es wird darauf ankommen, wie sehr sich der Wähler von diesen Ereignissen beeinflussen lässt und nur dort hinsieht.
Oder darauf schaut, was unsere Inhalte sind. Vor allem gibt es jeden Tag neue Meldungen, die das Bild verändern. Die Frage wird sein, was davon am 14. Oktober übrig bleibt, es sieht ja momentan danach aus, als ob beide nicht unschuldig sind. Die Wahrheit liegt wie so oft wahrscheinlich in der Mitte. Ich bin überzeugt davon, dass Christian Kern einen tollen Job macht, er ist Kanzler aus Überzeugung und will etwas verändern.

Wie werden Sie die Doppelbelastung als Bürgermeisterin und Nationalratsabgeordnete schaffen?

Nicht besser oder schlechter als jetzt. Mit dem Unterschied, dass ich dann nach Wien fahre, anstatt nach Eisenstadt.

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