Gesundheitsstudie im Burgenland
Bevölkerung sieht Gesundheitsversorgung großteils positiv

Präsentierten das Studienergebnis über die Gesundheitszufriedenheit: Politikwissenschaftler und Meinungsforscher Peter Filzmaier, Meinungsforscherin Christina Matzka, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Gesundheit Burgenland-Vorstand Florian Schlechtleitner | Foto: MeinBezirk/Michael Strini
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Eine Gesundheitsstudie bestätigt die weitgehende Zufriedenheit der Burgenländerinnen und Burgenländer mit der Gesundheitsversorgung. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil betont: „Wir investieren weiter in Qualität“. Auch Gesundheit Burgenland-CEO Florian Schlechtleitner zieht eine positive erste "100-Tage-Bilanz".

OBERWART. Während auf Bundesebene über Zentralisierung diskutiert wird, investiert das Burgenland bewusst in den Ausbau einer wohnortnahen, qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung. Eine aktuelle Gesundheitsstudie des Instituts für Strategieanalysen (ISA) bestätigt diesen Kurs: Die Burgenländerinnen und Burgenländer zeigen sich mit ihrer Gesundheitsversorgung deutlich zufriedener und blicken wesentlich optimistischer in die Zukunft als der österreichische Durchschnitt.

"46 Prozent erwarten, dass die Qualität in der Gesundheitsversorgung gleich gut bleibt, einige erwarten im Burgenland sogar Verbesserungen. In Restösterreich werden eher Verschlechterungen erwartet."
Peter Filzmaier, Politikwissenschafter und Meinungsforscher

„Die Ergebnisse zeigen, dass unser Weg richtig ist. Gesundheit ist keine Frage des Wohnortes und darf auch nicht von finanziellen Möglichkeiten abhängen. Deshalb investieren wir Jahr für Jahr rund 200 Millionen Euro aus dem Landesbudget in den Betrieb unserer Kliniken. Das ist eine bewusste politische Entscheidung, weil Gesundheit für uns oberste Priorität hat“, betonte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil im Rahmen eines Pressegesprächs in der Klinik Oberwart.

Peter Filzmaier und Christina Matzka betonten die überwiegende Zufriedenheit im Burgenland hebt sich von Restösterreich ab. | Foto: MeinBezirk/Michael Strini
  • Peter Filzmaier und Christina Matzka betonten die überwiegende Zufriedenheit im Burgenland hebt sich von Restösterreich ab.
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Wohnortnahe Behandlung statt Zentralisierung

Der Landeshauptmann erneuerte zugleich seine Kritik an den Reformplänen des Bundes. Zentralisierung sei der falsche Weg: „Wer Leistungen aus den Regionen abzieht, gefährdet die Versorgung und öffnet langfristig einer Privatisierung Tür und Tor. Wir wollen kein Gesundheitssystem nach amerikanischem Vorbild, in dem die Geldbörse über die medizinische Versorgung entscheidet. Unser Ziel ist ein starkes öffentliches Gesundheitssystem, in dem das Geld der Leistung folgt und die Patientinnen und Patienten dort behandelt werden, wo höchste Qualität angeboten wird.“

"Rund 77 Prozent der Befragten sind mit der Gesundheitsversorgung im Burgenland zufrieden. Das hat immer auch etwas mit Vertrauen zu tun."
Peter Filzmaier

Um die öffentliche Meinung zur Gesundheitsversorgung im Burgenland abzufragen, wurde im Vorjahr vom Land Burgenland eine Studie in Auftrag gegeben, die nun von Politikwissenschafter Peter Filzmaier (ISA) gemeinsam mit Meinungsforscherin Christina Matzka (Triple M) präsentiert wurde. Filzmaier hob insbesondere hervor, dass sich das Burgenland bei den Zukunftserwartungen deutlich vom Österreich-Durchschnitt abhebe: „Die Burgenländerinnen und Burgenländer beurteilen nicht nur die aktuelle Gesundheitsversorgung positiv, sondern blicken auch wesentlich optimistischer in die Zukunft. Das spricht für ein hohes Vertrauen in das Gesundheitssystem des Landes.“

Hans Peter Doskozil und Florian Schlechtleitner sehen sich in der Studie bestätigt, die Qualität in der Gesundheitsversorgung weiter auszubauen. | Foto: MeinBezirk/Michael Strini
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Moderne Krankenhäuser

Studienautorin Christina Matzka verwies auf die Erwartungen der Bevölkerung an moderne Krankenhäuser. An erster Stelle stehen Freundlichkeit und Menschlichkeit des Pflege- und Betreuungspersonals, gefolgt von modernster technischer Ausstattung, laufender und verständlicher Information durch Ärztinnen und Ärzte, kurzen Wartezeiten sowie einer guten Erreichbarkeit der Kliniken.

"Menschen wissen, dass ein Krankenhaus kein Hotel ist. Für sie sind Freundlichkeit des Pflegepersonals, die Qualität der technischen Ausstattung und auch die laufende Informationen der behandelnden Ärztinnen und Ärzte wesentlich."
Christina Matzka, Meinungsforscherin

Matzka erklärte zusammenfassend: „Das Burgenland hebt sich vor allem durch eine hohe Grundzufriedenheit vom Bundesschnitt ab. Die Menschen vertrauen ihren Krankenhäusern, sind gut informiert, bescheinigen ihnen hohe medizinische Qualität und sehen die Entwicklung deutlich positiver als im Österreich-Durchschnitt.“

Politikwissenschaftler Peter Filzmaier, Meinungsforscherin Christina Matzka, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Gesundheit Burgenland-CEO Florian Schlechtleitner bei der Pressekonferenz | Foto: MeinBezirk/Michael Strini
  • Politikwissenschaftler Peter Filzmaier, Meinungsforscherin Christina Matzka, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Gesundheit Burgenland-CEO Florian Schlechtleitner bei der Pressekonferenz
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Ergebnisse im Detail

  • Mehr als drei Viertel der Burgenländerinnen und Burgenländer sind mit der Gesundheitsversorgung zufrieden. Besonders bemerkenswert sei der Vergleich mit den bundesweiten Ergebnissen.
  • Während österreichweit lediglich 17 Prozent der Bevölkerung meinen, dass sich die Gesundheitsversorgung in den vergangenen Jahren verbessert hat, liegt dieser Wert im Burgenland bei 35 Prozent.
  • Gleichzeitig erwarten 25 Prozent der Burgenländerinnen und Burgenländer weitere Verbesserungen in den kommenden Jahren – österreichweit sind es lediglich neun Prozent.
  • Auch das Vertrauen in die burgenländischen Krankenhäuser ist hoch: 79 Prozent der Befragten vertrauen den Kliniken des Landes, ebenso viele beurteilen die medizinische Qualität als hoch. Rund 80 Prozent bewerten die stationäre Behandlung in den burgenländischen Krankenhäusern positiv.
Hans Peter Doskozil übte Kritik am Widerstand im Ministerium gegenüber der in der Klinik Oberwart implementierten Herzchirurgie. | Foto: MeinBezirk/Michael Strini
  • Hans Peter Doskozil übte Kritik am Widerstand im Ministerium gegenüber der in der Klinik Oberwart implementierten Herzchirurgie.
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Bestätigung für burgenländischen Weg

Für Landeshauptmann Doskozil sind diese Ergebnisse eine klare Bestätigung des eingeschlagenen Weges: „Wir investieren nicht nur in Gebäude und Medizintechnik, sondern vor allem in Menschen. Freundlichkeit, Kompetenz und höchste medizinische Qualität sind kein Zufall, sondern das Ergebnis einer konsequenten Gesundheitspolitik. Daran arbeiten wir und diesen Weg werden wir auch in Zukunft entschlossen fortsetzen.“

„Ich habe ein hochmotiviertes und empathisches Team kennengelernt, das mit großer Kompetenz und Menschlichkeit Herausragendes leistet. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil hat mit der Gesundheitsoffensive ein starkes Fundament geschaffen. Unsere Aufgabe ist es nun, diesen erfolgreichen Weg konsequent weiterzuführen und gemeinsam weiterzuentwickeln.“
Florian Schlechtleitner, CEO Gesundheit Burgenland

Gesundheit Burgenland-CEO (Chief Executive Officer) Florian Schlechtleitner treibt den strategischen und operativen Ausbau der Gesundheitsversorgung seit Mai dieses Jahres voran. Er zog am Mittwoch eine erste Bilanz nach rund 100 Tagen im Amt. Die vergangenen Monate seien vom intensiven Austausch mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aller Klinikstandorte sowie von der Analyse bestehender Strukturen geprägt gewesen: "Ich habe im positivsten Sinn in den 100 Tagen erlebt, wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter "Herzlichkeit in der Begegnung" leben. Es ist ein Privileg, die Gesundheit mitzugestalten, wo ich lebe."

Der neue Gesundheit Burgenland-CEO zog Bilanz über die ersten (knapp) 100 Tage. | Foto: MeinBezirk/Michael Strini
  • Der neue Gesundheit Burgenland-CEO zog Bilanz über die ersten (knapp) 100 Tage.
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Ausbau der Qualität und Leistungen

Im Mittelpunkt steht der weitere Ausbau medizinischer Leistungen, Investitionen in modernste Infrastruktur, die Gewinnung zusätzlicher Fachkräfte sowie die kontinuierliche Verbesserung der Qualität. „Unser Anspruch ist es, medizinische Spitzenleistungen mit wohnortnaher Versorgung zu verbinden. Was wir erreichen, erreichen wir durch die Menschen, die hier arbeiten. Diesem Engagement wollen wir mit einem Arbeitsumfeld gerecht werden, das Verlässlichkeit und Entwicklung gleichermaßen bietet. Denn moderne Medizin lebt vor allem von den Menschen, die sie tagtäglich möglich machen.“

"Unsere drei wesentlichen Ziele sind die Sicherstellung von wohnortnaher und hochqualitativer Gesundheitsversorgung, Investitionen in die Technologien, um unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu unterstützen und auch das Netzwerk im Gesundheitsbereich weiter zu verstärken."
Florian Schlechtleitner, CEO Gesundheit Burgenland

In den vergangenen Monaten wurden umfangreiche Investitionen an allen Standorten umgesetzt. In Oberwart wurden Herzchirurgie, minimalinvasive Neurochirurgie und Gastroenterologie ausgebaut. Die Herzchirurgie soll trotz Widerstände bestehen bleiben. "Wir orientieren uns an den Bedürfnissen. Es kann nicht sein, dass Burgenländerinnen und Burgenländer bis zu neun Monaten warten müssen. Für mich stellt sich eher die Frage, warum maßgebliche Köpfe im Ministerium und den Gremien, eine solche Initiative verhindern wollen", so Doskozil.

Zum Thema Privatuniversität strich Doskozil hervor, dass in den nächsten Wochen noch "drei Szenarien überprüft werden": "Wir planen den Weg weiterzugehen und das Konzept weiterzuentwickeln. Eine Entscheidung, ob wir es mit einer bestehenden Uni als Partner oder auch komplett eigenständig realisieren, wird es im September oder Oktober geben." 

Warum Burgenländerinnen und Burgenländer mehr die Spitalsambulanzen bevorzugen | Foto: ISA
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Modernisierungen im Burgenland

Auch in anderen Häusern wurden Innovationen umgesetzt. In Kittsee wurde etwa die Orthopädie weiter gestärkt. In Güssing bestätigt die Zertifizierung des Brustgesundheitszentrums höchste onkologische Qualität. Hinzugekommen sind neue Schwerpunkte wie die Adipositas-Ambulanz, Schmerzmedizin und Simulationstrainings.

Die Klinik Oberpullendorf wurde erst kürzlich als erstes „Baby-friendly Hospital“ im Burgenland zertifiziert. Demnächst kommt dort die nächste Generation der Roboterchirurgie zum Einsatz. Mit einem modernen Terminmanagement verkürzen wir zugleich Wartezeiten – wo an einem Standort Kapazität frei ist, wird Patientinnen und Patienten ein früherer Termin angeboten.

"Wer möchte, kommt so schneller zu seiner Behandlung. Entscheidend bleibt dabei das Zusammenspiel – die Häuser der Gesundheit Burgenland arbeiten als Netzwerk, gemeinsam mit starken Partnern wie den Barmherzigen Brüdern in Eisenstadt. So wächst eine Gesundheitsversorgung, die als Ganzes gedacht ist: ein Bundesland, in dem gute Medizin nicht vom Wohnort abhängt", betont Schlechtleitner.

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