12.12.2017, 14:00 Uhr

Alexander Eaton aus Dürnbach plädiert für die Doppelstaatsbürgerschaft in Österreich

Alexander Eaton erzählt seine Geschichte und erklärt, warum die Zulassung einer Doppelstaatsbürgerschaft viel sinnvoller wäre.

"Ich bin in Österreich geboren, in den USA aufgewachsen und lebe seit 1998 wieder in Österreich."

DÜRNBACH (kv). Alexander Eatons Eltern sind nach Amerika ausgewandert, als er neun Monate alt war. Aufgewachsen ist er in Queens und Umgebung. "Zuhause haben wir immer Deutsch gesprochen und die österreichischen Traditionen gelebt, mit meinem zweijährigen Sohn Spencer praktizieren wir das jetzt umgekehrt", erzählt Alexander Eaton, Professor an der HTL Pinkafeld.

Ausbildung nicht anerkannt

Studiert hat Alexander Eaton in Ohio. Davor arbeitete er drei Jahre als Streetworker in San Francisco. Da er in Chicago nicht den erhofften Job bekommen hat, entschied er sich für eine Rückkehr nach Österreich, wo er ein eigenes Unternehmen gründete. Als Lehrer fühlte er sich erst später berufen, musste jedoch trotz guter Ausbildung drei Jahre Lehramt in Graz studieren, um sich zu qualifizieren. Er unterrichtet Englisch, könnte jedoch auch Philosophie, Psychologie und Ethik lehren.

Eine Amerikanerin im Burgenland

In Oberwart hat Alexander seine jetzige Frau Sarah kennengelernt, die ebenfalls Lehrerin ist und die amerikanische Staatsbürgerschaft hat. Sie kommt aus Roswell, New Mexico.
Große Schwierigkeiten hatte sie mit der Anerkennung ihrer in Amerika erworbenen Ausbildung. "Der Nostrifizierungsprozess dauerte ganze zwei Jahre."

Integration mit Doppelmoral

Seit 2008 lebt Sarah Eaton nun schon im Burgenland, leistet in ihrer Tätigkeit als Lehrerin einen wichtigen Beitrag zum Bildungssystem und ist ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft. Wählen darf sie aber nicht. "Meine Frau empfindet das als großen Nachteil."
Mühsam ist auch die bürokraktische Belastung, da sie als amerikanische Staatsbürgerin in beiden Ländern steuerpflichtig ist.

Spencer besitzt legale Doppelstaatsbürgerschaft

"Sind die Eltern verheiratet, erwirbt das Kind mit der Geburt die österreichische Staatsbürgerschaft, auch wenn nur der Vater österreichischer Staatsbürger ist. Gilt im Herkunftsland des fremden Elternteils auch das Abstammungsprinzip, ist das Kind Doppelstaatsbürger. Nach österreichischem Recht muss sich das Kind mit Volljährigkeit nicht für eine Staatsangehörigkeit entscheiden", heißt es auf help.gv.at.
Und genau das trifft auf Spencer Eaton zu. In den USA sind sogar Mehrfachstaatsbürgerschaften zugelassen. "Wir leben in einer globalisierten Welt, diese Einstellung empfinde ich einfach als nicht zeitgemäß. Der österreichische Staat verliert durch dieses Gesetz auch viele mündige Bürger, denn hier leben viele Menschen aus den unterschiedlichsten Nationen, die viel Gutes beitragen könnten, wenn man sie ließe."

Leben in zwei Welten

Sarah könnte natürlich ihre amerikanische Staatsbürgerschaft aufgeben und die österreichische annehmen. "Aber damit würde sie auch ihre Identität aufgeben und das würde sie niemals tun." Daher hat Alexander Eaton bei der Eheschließung auch ihren Nachnamen angenommen.
Jeden Sommer besuchen sie ihre Familie in den USA und alle zwei Jahre verbringen sie das Weihnachtsfest in Amerika. Auch das Reisen wäre mit zwei Pässen viel einfacher und unkomplizierter.

Link: Auslandsösterreicher könnten Staat bereichern

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