04.07.2017, 08:48 Uhr

Kauf der Strecke Friedberg – Oberwart durch das Land wird im September fixiert

Die Bahnstrecke Oberwart - Friedberg soll nun endgültig vom Land Burgenland erworben werden.

LH Hans Niessl: „Der Weiterbestand der für das Südburgenland wichtigen Verkehrsverbindung ist durch den Kauf nun langfristig gesichert.“ Die Grünen fordern weitere Schritte.

BEZIRK OBERWART. Die Güterbahnstrecke Friedberg – Oberwart wird nun endgültig vom Land Burgenland übernommen. Der Kauf der Strecke, die im Eigentum der ÖBB steht und stillgelegt werden sollte, wurde kürzlich in einer Sitzung des Aufsichtsrates der Verkehrsinfrastruktur Burgenland (VIB) beschlossen.
„Die Strecke Friedberg – Oberwart ist für die wirtschaftliche Entwicklung des Südburgenlandes von großer Bedeutung. Mit dem Ankauf der Bahnstrecke durch das Land ist der Weiterbestand dieser wichtigen Verbindung nun langfristig gesichert“, zeigte sich LH Hans Niessl zufrieden. Die Unterzeichnung wird im September mit ÖBB-Chef Andreas Matthä erfolgen.

Unternehmer für Weiterbetrieb

Bereits 2011 war der Personenverkehr auf der im Eigentum der ÖBB stehenden Strecke aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt worden. Die Stilllegung drohte auch dem Güterverkehr, der von Steiermärkischen Landesbahnen durchgeführt wird.
Bereits 2012 war von den ÖBB eine Ausschreibung zum Verkauf der Strecke erfolgt, jedoch ohne Kaufinteressenten geblieben. Nicht zuletzt, weil sich das Güteraufkommen zuletzt verdoppelt hat, forderte eine Reihe südburgenländischer Unternehmen, darunter Unger Stahlbau, den Weiterbetrieb.
Ein Antrag der ÖBB beim BMVIT zur Einstellung des öffentlichen Verkehrs auf der Strecke war vom Land Burgenland, vom Land Steiermark und von der Firma Unger Stahlbau beeinsprucht worden - das Einstellungsverfahren ruhte allerdings seither.
2015 wurde schließlich eine Absichtserklärung zum Kauf der Strecke Friedberg-Oberwart durch das Land Burgenland unterzeichnet. Noch im selben Jahr sollte die Übertragung erfolgen, diese jedoch aufgrund offener Punkte nicht finalisiert.

Wichtiger Impuls

Im Hinblick auf den Abschluss des Übernahmeprozesses war deshalb im Zuge der Neustrukturierung der Landesholding Burgenland die Verkehrsinfrastruktur Burgenland (VIB) gegründet worden.
Nach positiver Prüfung und Klärung der noch offenen Punkte mit dem Eigentümer ÖBB wurde die VIB-Geschäftsführung nun vom Aufsichtsrat mit der Einleitung aller notwendigen Schritte zum Kauf der Strecke Friedberg-Oberwart von der ÖBB Infrastruktur AG beauftragt. „Der Kauf der Strecke setzt einen wichtigen Impuls in der Region Oberwart. Nun sind jedoch auch die angrenzenden Gemeinden und Unternehmen gefordert, die Strecke entsprechend zu nutzen und wirtschaftlich für die Zukunft abzusichern“, so VIB-Geschäftsführer Andreas Reiner.

Wiesler: Kauf längst überfällig

Der freiheitliche Infrastruktursprecher Markus Wiesler ist erfreut, dass erneut eine lang geforderte Maßnahme umgesetzt wird: „Dieser Ankauf war längst überfällig und daher freue ich mich, dass wir auch hier wieder einmal Impulsgeber sein konnten. Denn uns geht es um unsere Bevölkerung, um unsere Wirtschaft und um unsere Pendler – vor allem im Südburgenland. Wir sind froh, dass wir zum Weiterbestand dieser Strecke beitragen konnten.“

Grüne fordern weitere Schritte

Der Kauf der Bahnstrecke Oberwart wird auch von den GRÜNEN Burgenland begrüßt. LA Wolfgang Spitzmüller: "Es ist wichtig, dass die Wirtschaftsbetriebe der Region hier Sicherheit haben und der Güterverkehr noch ausgebaut wird. Immerhin ersetzt jeder Güterzug zahlreiche LKW auf der Straße."
Spitzmüller bedauert jedoch, dass für Niessl der Personenverkehr auf dieser Strecke offenbar gar Thema mehr ist: "Bei einer Elektrifizierung der Strecke wäre die Bahn ein wesentlicher Punkt des Klimaschutzes, außerdem fährt der Zug staufrei und bequemer für die BurgenländerInnen."
Maria Racz, Gemeinderätin der Grünen in Oberwart fordert rasche Maßnahmen um den Schwerverkehr aus dem Ortszentrum (Bahnhof-Verladestelle) heraus zu verlegen: "Von der SPÖ schon lange angekündigt, passiert hier leider nichts. Die jetzige Belastung, geschweige denn eine Zunahme, ist den OberwarterInnen hier keinesfalls zuzumuten."
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