Mit 74 wieder Lehrer
Drei Lehrer und Bürgermeister "retten" die Volksschule St. Nikola
- Das neue Team der Volksschule St. Nikola an der Donau. Der Wiedereinsteiger Wolfgang Haas, 74, die neue Leiterin Ulla Paraluppi und Nadine Neugschwentner, von links
- Foto: Engelbert Freundenschuß
- hochgeladen von Robert Zinterhof
Die Volksschule St. Nikola an der Donau ist gerettet! Zwei Pädagoginnen und ein Pädagoge treten mit Schulbeginn in der kleinen Gemeinde ihren Dienst an. Mit dem Wiedereinsteiger Wolfgang Haas, 74, hat man einen „Experten“ der österreichischen Schulszene gewonnen.
ST. NIKOLA. Zum Schulschluss drohte der Volksschule St. Nikola das Aus. Zwei Lehrerinnen ließen sich versetzen. Die Direktorin löste einvernehmlich ihr Dienstverhältnis. Bürgermeister Engelbert Freudenschuß war verzweifelt auf Lehrersuche. MeinBezirk berichtete.
Jetzt kam es in der Kleingemeinde zu einem ersten Treffen der neuen Pädagogen mit Bürgermeister Engelbert Freudenschuß. „Wir bekommen mit den drei Pädagogen bodenständige, unkomplizierte Personen mit Herz und Hirn! Man kann sich gar nicht vorstellen, wie froh ich bin, dass wir das geschafft haben“, sagt Engelbert Freudenschuß nach dem Treffen im Gespräch mit MeinBezirkPerg.
Neue Leiterin
Die Leitung übernimmt Ulla Paraluppi. Sie kommt aus Enns. Sie hat bis zu ihren Kindern als Sonderschullehrerin gearbeitet, danach in einer Mittelschule.
Junglehrerin
Nadine Neugschwentner kommt aus Haag in NÖ. Sie hat gerade ihre Ausbildung abgeschlossen und tritt nun in St. Nikola ihre erste reguläre Stelle an. Sie übernimmt die erste und zweite Klasse.
- Volksschul St. Nikola an der Donau.
- Foto: Robert Zinterhof
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Wiedereinsteiger
Kein Unbekannter in der österreichischen Schulszene ist Wolfgang Haas, 74 Jahre. Er ist ein Wiedereinsteiger, kommt aus Linz und hat zuletzt eine „Brennpunktschule“ mit fast 100 Prozent Ausländeranteil geleitet. Er übernimmt die dritte und vierte Klasse.
Wolfgang Haas ist ein überaus erfahrener Experte für Schulen mit hohem Ausländeranteil. Somit ist er ein Glücksfall für St. Nikola, wo auch Ausländerkinder unterrichtet werden. Die Tageszeitung „Der Standard“ zitierte ihn, als die Politik meinte, dass in den Pausen nur Deutsch gesprochen werden darf: „..Sitzt dann bei mir im Konferenzzimmer die Sprachpolizei, die in den Pausen ausschwärmt? Die Kinder an meiner Schule vereint und verbindet die deutsche Sprache. Aber auch die vielen Muttersprachen sind ein Instrument der Interkulturalität und Integration. Die Schüler werden bei uns unterstützt und ermutigt, die Mehrsprachigkeit zu leben und dieses intellektuelle Potenzial zu nutzen."
- Bürgermeister Engelbert Freudenschuß "Retter" der VS St. Nikola.
- Foto: Robert Zinterhof
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Dornenvolle Suche
Das Suchen nach Lehrern war für Bürgermeister Engelbert Freudenschuß anfangs dornenvoll. Er hatte auch mit Widerständen zu kämpfen. Er gab aber nicht auf. Im Juni bekam er Unterstützung von Bildungsdirektor Alfred Klampfer, der damals informierte: „Die Bildungsdirektion arbeitet weiterhin mit Nachdruck an der Besetzung der Leitungsfunktion sowie der offenen Lehrerstellen für die Volksschule St. Nikola. Sämtliche Bewerbungen werden nach pädagogischen und dienstrechtlichen Kriterien geprüft.
Unterstützt, damit es den Schulstandort St. Nikola auch weiterhin gibt, wurde der Bürgermeister von Eltern und fraktionsübergreifend von allen Mitgliedern des Gemeinderates sowie von engagierten Bürgerinnen und Bürgern.
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