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Oberstein-Alpacas: St. Thomas von seiner flauschigsten Seite

Madlene Froschauer und Christoph Nenning mit Imperia und Canterbury. Das Hauptaugenmerk des Paares liegt auf den schwarzen Tieren.
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  • Madlene Froschauer und Christoph Nenning mit Imperia und Canterbury. Das Hauptaugenmerk des Paares liegt auf den schwarzen Tieren.
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Seit acht Jahren züchten Madlene Froschauer und Christoph Nenning ihre "Oberstein Alpacas".

ST. THOMAS AM BLASENSTEIN (up). Sie erobern Herzen im Sturm, sind kuschelig weich und produzieren die "Wolle der Götter": Die Rede ist von Alpakas. 45 dieser ursprünglich aus Südamerika stammenden Tiere leben mittlerweile auf dem Hof von Madlene Froschauer und Christoph Nenning, die sich seit 2011 nebenberuflich der Zucht und Haltung von Alpakas verschrieben haben. "Wir hatten früher Schweine, Kühe und Schafe am Hof, am Schluss Mutterkuhhaltung und wir brauchten eine Alternative. Etwas, das nicht jeder hat, möglichst pflegeleicht und wir wollten Tiere, die wir nicht schlachten müssen", erinnern sich die beiden.
"Jedes Tier bei uns hat einen Namen und seinen ganz eigenen Charakter. Es sind sehr edle Tiere, sehr friedlich und ruhig. Wir haben große Freude mit ihnen", schwärmt Froschauer.

Flascherl für das Alpaka-Baby

In der Herde leben auch zwölf Fohlen, die nach einer Tragezeit von elfeinhalb Monaten zur Welt kommen. Das Ende Mai geborene Alpaka-Baby Ophelia wird mit der Flasche aufgezogen. "Ihre Mutter hatte eine Euterentzündung. Die Kleine bekommt Ziegenmilch aus der Flasche, anfangs alle zwei Stunden." Das Hauptaugenmerk des Paares liegt auf den schwarzen Tieren. "Das ist eine Herausforderung, da es weltweit zu zwei Drittel helle Alpakas gibt. Weiße Wolle wird meist eingefärbt, die schwarze ist von Natur aus schön und muss nicht behandelt werden. Merinoschafe sind von der Wollqualität dort, wo die Alpakazucht hingehen soll", erklärt Froschauer.
Einmal im Jahr, Ende Mai, werden die Schwielensohler geschoren. "Dabei hilft uns ein Züchter aus Neuseeland. Der ist in vier Minuten mit einem Tier fertig, während ich eine halbe Stunde brauche", sagt Nenning. Drei bis fünf Kilo Wolle gibt ein ausgewachsenes Alpaka. "Die Wolle war bei den Inka ein Luxusprodukt, sie wird auch die Wolle der Götter genannt. Sie ist sehr fein, kratzt nicht, ist fünf bis sieben Mal wärmer als Schafwolle und auch für Allergiker geeignet. Sie ist thermoregulierend, man schwitzt nicht darin. Wie gut sie isoliert, sieht man im Winter: Der Schnee bleibt auf den Alpakas liegen", weiß Madlene Froschauer.  Nach Vereinbarung ab Hof sowie auf Weihnachtsmärkten verkaufen die beiden Thominger Produkte aus dem Vlies der eigenen Tiere. Darunter Wolle, Schuheinlagen, Socken, Hauben, Schals, Seife und sogar Bettdecken.
Immer wieder nehmen Froschauer und Nenning auch an Alpaka-Schauen teil. "Wir fahren für die Shows bis nach Deutschland. Es gibt Schleifen und Pokale zu gewinnen. Neben der Werbewirkung ist uns vor allem der Austausch mit anderen Züchtern wichtig."

Wanderer, bitte Alpakas nicht füttern!

Vor Spuckattacken muss man sich bei Alpakas übrigens nicht fürchten. "Sie spucken nicht im ruhigen Zustand, nur bei Gefahr, Futterneid oder die Männchen untereinander, wenn sie sich beweisen wollen. Wir möchten auch nicht, dass sie ganz handzahm werden. Denn bei uns führt ein Wanderweg vorbei und viele Leute meinen es gut und wollen die Tiere füttern. Alpakas fressen Gras auf der Weide und Heu. Brot ist aber tödlich für die Alpakas, also bitte nicht füttern!"

Wer von den herzigen Herdentieren nicht genug bekommen kann, hat ab dem Frühjahr die Möglichkeit, mit ihnen spazieren zu gehen. "Es gibt so große Nachfrage, deshalb bieten wir ab nächstem Jahr Alpaka-Wanderungen an. Außerdem überlegen wir, 2020 einen kleinen Weihnachtsmarkt bei uns am Hof zu machen", blicken Froschauer und Nennign in die Zukunft.

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Alpakas ...
... stammen aus den südamerikanischen Anden
... werden 20 bis 25 Jahre alt
... geben drei bis fünf Kilo Wolle im Jahr
... sind als Teil der Kamel-Familie Schwielensohler
... haben nur im Untergebiss Zähne, oben ist eine Kauplatte
... haben bei der Geburt sechs bis neun Kilogramm
... sind Herdentiere, die nicht einzeln gehalten werden dürfen
... werden rund 65 Kilogramm (Weibchen) bzw. 65 bis 80 Kilogramm (Männchen) schwer
... sind elfeinhalb Monate lang trächtig, bevor ein einzelnes Fohlen zur Welt kommt
... sind sehr leise, manchmal brummen sie wie ein Teddybär

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