Ortstellenversammlung RK St. Georgen
Stolze Bilanz 2024 und ein Stern für KBM
- Ein Stern im Orion trägt nun seinen Namen: Ernst Kerschbaummayr, kurz KBM (im Bild mit Dienstführendem Uwe Herbe und Ortsstellenleiter Hans-Peter Kranewitter), wurde zum RK-Mitarbeiter des Jahres 2024 gekürt.
- Foto: Eckhart Herbe
- hochgeladen von Eckhart Herbe
Eine fast schon erwartet eindrucksvolle Bilanz des Jahres 2024 zog das Rote Kreuz St. Georgen gemeinsam mit Essen auf Rädern Katsdorf bei der Ortsstellenversammlung am 31. Jänner im Aktivpark4222 . Viele humanitäre Lichter prägten den Rückblick. Und Sterne gab es diesmal nicht nur für die vielen Beförderten in den verschiedenen Dienstgraden: Für Ernst Kerschbaummayr, im Kollegenkreis "KBM", den unter Standing Ovations gekürten Mitarbeiter das Jahres 2024, blinkt nun exklusiv einer im Sternbild Orion.
ST.GEORGEN/GUSEN, KATSDORF. Wenn es in unseren aktuell so unruhigen Zeiten eine Konstante im Bezirk Perg gibt, dann ist es das Netzwerk der Hilfe vieler Einsatz- und Sozialorganisationen, in dem sich unzähige Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche bis hin zu weit über 80-Jährige ehrenamtlich für ihre Mitbürger einbringen.
"Allein beim Roten Kreuz sind es 1.900 - jede(r) 38. im Bezirk", so Bezirkshauptmann Werner Kreisl. Ein besonders stabiler und engagierter Knoten ist ganz im Bezirkswesten zuhause: Nicht weniger als 392 Aktive auf der RK-Ortsstelle in St. Georgen, dazu nochmals 37 bei Essen auf Rädern Katsdorf sorgen für Sicherheit und Humanität "aus Liebe zum Menschen".
Drei Stunden Hilfe für jeden Bürger
In St. Georgen und Katsdorf sind 2024 gemeinsam rund 53.500(!) Stunden, das entspricht 6.688 achtstündigen Arbeitstagen, für Gottes Lohn investiert worden. Berufliche, Zivis, Freiwilliges Soziales Jahr und Praktikanten steuerten in St. Georgen weitere rund 19.800 Einsatzstunden bei.
Insgesamt konnten die sechs Gemeinden im Versorgungsgebiet - St. Georgen, Katsdorf, Ried, Langenstein, Luftenberg und Mauthausen - damit auf rund 73.500 Stunden Hilfe an allen Fronten zählen; statistisch drei Stunden pro Einwohner, vom Neugeborenen bis zum Greis.
Rettungsdienst: Hoher Bedarf, viel Nachwuchs
7.442 mal, im Schnitt 21 mal pro Tag, rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, 24 Stunden jeden Tag: 222 Sanis beiderlei Geschlechts besetzen für dieses riesige Einsatzaufkommen die Rettungswägen. Ein minimaler Rückgang zum Vorjahr, aber noch immer dritthöchste Ausfahrtenzahl in der absoluten Einsatzgeschichte. Dafür wurden gleich 25.970 km mehr gefahren. Fünfdreiviertel Erdumrundungen oder exakt 230.609 Einsatzkilometer standen 2024 zu Buche.
Besonders erfreulich ist der ungebremste Zulauf junger Menschen in den Rettungsdienst - unverzichtbarer sozialer Klebstoff für die Gesellschaft und positiv prägende Eindrücke für alle Aktiven. Auch aus Jugendrotkreuz (JRK) und Zivildienst kommt regelmäßig ehrenamtlicher Helfernachschub. 28 potentielle Jungsanis sind derzeit beim JRK aktiv, die 2024 gemeinsam mit ihren Betreuern in über 800 Stunden positives Miteinander und aktiven Wissenserwerb teilten.
Soziale Dienste: Krisen treiben Nachfrage
Egal ob die vielen aktuellen Krisen, Jobverlust oder Pflegebedarf: Die zweite große Rotkreuzfront sind die Sozialen Dienste. 381 Menschen suchten und fanden bei Simone Pirklbauer in der Sozialberatungsstelle Hilfe. 44 sozial schwache Bürger konnten im von acht Aktiven betreuten Sozialmarkt vergünstigt einkaufen. Es werden immer mehr Bedürftige und es wird ebenso zunehmend zur Herausforderung, genügend Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs für die mittlerweile weit über 700 Einkäufe alleine aus drei Gemeinden bereitzustellen. Auch dafür setzen sich die Helfer aktiv ein.
Nicht allein - egal ob Jung oder Alt
Soziale Hilfe ist aber auch in ganz anderer Form stark gefragt: Elf Alpha-Lesecoaches, alles empathische Damen, investierten im Vorjahr fast 700 Lerneinheiten für 57 leseschwache Kinder an drei Schulen (St. Georgen, Langenstein, Katsdorf). Training für eine zentrale Kompetenz, die den Erfolg eines ganzes Lebensweges maßgeblich prägt.
Aber auch am anderen Ende der Altersskala sind 12 Mitarbeiterinnen ehrenamtlich tätig. Im neuen Tagesbetreuungszentrum im Seniorenheim St. Georgen brachten sie 2.129 Stunden ein, um insgesamt 262 alten Menschen fröhliche gemeinsame Stunden zu ermöglichen. Mit ihrer Zeit schenken sie gleichzeitig pflegenden Angehörigen regelmäßig Auszeiten.
Essen auf Rädern - die Nachfrage explodiert
Fast 4.000 Stunden, halbe Erdumrundung und mit 28.238(!) zugestellten Essen gleich um 2.205 mehr als 2023 in St. Georgen. Das Gleiche beim Essen auf Rädern-Team in Katsdorf - auch dort war man über 22.000km unterwegs und wurden 2.555 Stunden für alte und gebrechliche Menschen eingebracht. Der demografische Wandel bildet sich überall unübersehbar ab.
Standing Ovations und ein Stern für KBM
Fast vier Jahrzehnte an Bord. Sani, Journaldienst, aktiv bei Essen auf Rädern, Organisator, Anpacker, Reparierer und vor allem ein toller Kollege: Es gab keinen im vollbesetzten Saal, der Ernst Kerschbaummayr, für alle stets "der KBM", die Standing Ovations und ein besonderes Geschenk zur Kür zum Mitarbeiter des Jahres 2024 nicht aus vollstem Herzen gönnte. Dieses Geschenk hat quasi Ewigkeitsstatus. Denn es gibt nun im Sternbild Orion einen Stern namens "Ernst Kerschbaummayr" - mit Siegel und Urkunde verbrieft. Ein besondere Würdigung einer Rotkreuzstelle für einen besonderen Mitarbeiter.
"Macht genau so weiter!"
St. Georges Vizebürgermeisterin Michaela Traxler (SPÖ) fand treffende Worte: "Wo ihr seid, da ist Familie, Zusammenhalt, sich auf einander verlassen können und füreinander einstehen. Weit über die klassische 'Rettung' hinaus, in so vielen verschiedenen Aufgabenbereichen. Mit beeindruckender Kompetenz und dem Engagement jedes und jeder Einzelnen. Von so einer Gemeinschaft leben Kommunen, lebt eine ganze Region. Wir alle, für die ihr rund die Uhr da seid. Danke, danke, danke dafür - bleibt bitte genau so wie ihr seid!"
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