06.11.2017, 16:02 Uhr

"Querbeet": Interkultureller Zusammenhalt der Gemeinden

Pinzgauer Querbeet-Tag (Foto: Salzburger Bildungswerk)
SAALFELDEN. Gemeinsam Theater spielen, miteinander diskutieren und reflektieren, sich gegenseitig kennenlernen und dabei Barrieren überwinden: Das LEADER-Projekt „Querbeet“ der Gemeindeentwicklung im Salzburger Bildungswerk setzt sich nun bereits seit elf Monaten für den interkulturellen Zusammenhalt in Gemeinden des Saalachtals ein. Nach der Auftaktveranstaltung im Frühjahr wird nun beim 2. Pinzgauer Querbeettag am 21. November 2017 ein zwischenzeitliches Resümee präsentiert. Beginn ist um 19 Uhr im Kunsthaus Nexus in Saalfelden.

Miteinander statt gegeneinander

Was hat sich in den elf Monaten des Querbeet-Wirkens getan? Darüber wird bei der Veranstaltung informiert. Nach der Eröffnung durch Landesrätin Mag. Martina Berthold MBA, den Saalfeldener Bürgermeister Erich Rohrmoser und Mag. Diana Krimbacher vom Leader-Management Saalachtal berichten die beiden Initiatorinnen des Projekts Mag. Andrea Folie und Katrin Reiter MA. „Wir möchten mit unserem Projekt die gesellschaftliche Vielfalt und ein interkulturelles Miteinander fördern“, so Folie, „dafür greifen wir auf gemeinsame Kultur- und Bildungsprojekte zurück – und haben bereits viele positive Erfahrungen und Erlebnisse gesammelt.“ Auch Landesrätin Martina Berthold zeigt sich vom Projekt begeistert: „Menschen unterschiedlicher Herkunft werden bei den Treffen zusammengebracht, der Austausch gefördert, Begegnung und Verständnis gelebt.“

Teil der Querbeet-Veranstaltungsreihe ist das Schulprojekt „Wie war’s früher?“, bei dem die Schülerinnen und Schüler gemeinsam durch das Theater-Spielen ein Verständnis dafür entwickeln können, was die Themen Flucht und Vertreibung tatsächlich bedeuten. Dabei geht es keineswegs um Geflohene des 21. Jahrhunderts – im Fokus standen bei den Treffen die Schwabenkinder, die Kinder von Bergbauern, die aufgrund der Armut ihrer Familien alljährlich in die Täler zogen, um dort als Saison-Arbeitskräfte zu dienen. Die Theater-Organisation „bodi end sole“ wird an diesem Abend gemeinsam mit dem Gymnasium Saalfelden mit spannenden Szeneerzählungen aufwarten.

Die Hintergründe der Migration

Der Kulturverein Binoggl wird gemeinsam mit bodi end sole interessante Auszüge aus dem Theaterprojekt der Initiative Lofer mit Ehrenamtlichen und neu Zugezogenen präsentieren. Wer und was steht hinter den heutigen Migrationsgründen? Das soll an diesem Abend beleuchtet werden. Im Anschluss erwartet die Zuschauerinnen und Zuschauer noch ein ganz besonderer Film: In ihm wird das Projekt Querbeet durch den syrischen Filmemacher Orwa Mohammad mit Unterstützung von Hans Fuchs dargestellt.
Auf zusätzliche musikalische Unterhaltung durch die Band „Zeit:Los“ und die Fotoausstellung „Das Gesicht hinter der Zahl“ von Hussein Rasool des Vereins „Gastein Hilft“ dürfen sich alle Besucherinnen und Besucher ebenfalls freuen.

Querbeet findet als Projekt zur interkulturellen Verständigung in der LEADER-Region Saalachtal in den Gemeinden Unken, Lofer, St. Martin bei Lofer, Weißbach bei Lofer, Saalfelden, Maria Alm und Saalbach Hinterglemm statt. Während die Bezeichnung „LEADER“ eigentlich für eine zukunftsträchtige Förderung aus dem Landwirtschafts-fonds der Europäischen Union steht, münzten Folie und Reiter den innovativen Gedanken auf die interkulturelle Bildung um – und wurden dafür 2016 vom Zukunftslabor Salzburg ausgezeichnet.

Text: Salzburger Bildungswerk
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