"Hackathon" gewonnen
In Öffis nicht auf die Zehen steigen

Das fünfköpfige Team von Public Spaces – links oben Teamleiter Martin Huber aus Pfarrwerfen – sicherte sich den Sieg beim Ideenwettbewerb mit einer Software-Lösung für Abstandssicherung im öffentlichen Verkehr.
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  • Das fünfköpfige Team von Public Spaces – links oben Teamleiter Martin Huber aus Pfarrwerfen – sicherte sich den Sieg beim Ideenwettbewerb mit einer Software-Lösung für Abstandssicherung im öffentlichen Verkehr.
  • Foto: Public Spacers
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Ein Pongauer und sein Team entwickeln eine Software zum Abstandhalten im öffentlichen Verkehr.

PFARRWERFEN (aho). Mit seinem Team "Public Spacers" sicherte sich der Pfarrwerfener Martin Huber den Sieg beim virtuellen Hackathon "Hack the Crisis". Dieser Ideenwettbewerb brachte mehr als 600 Teilnehmer online zusammen, um in verschiedenen Gruppen 48 Stunden lang an Software-Entwicklungen zu arbeiten. Der Pongauer und sein Team gewannen mit ihrem Projekt zur Abstandsregelung in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Keine überfüllten Waggons

Für die Teams gab es 50 Herausforderungen zur Wahl: "Wir haben uns für das Thema 'Physical Distancing im öffentlichen Verkehr' entschieden und uns mit der Frage beschäftigt, wie Menschen nach wie vor öffentliche Verkehrsmittel benutzen können, den Abstand von einem Meter zueinander einhalten und keine Angst haben müssen, in überfüllten Waggons zu stehen", erklärt Teamleiter Huber. Die Lösung in vereinfachter Darstellung: Ein Algorithmus verteilt Passagiere über Empfehlungen auf Zugsverbindungen.



"Der Fahrgast gibt ein Zeitfenster für seine Fahrt ein, die App empfiehlt dann ein passendes Verkehrsmittel."Teamleiter Martin Huber

Jeder zweite Sitzplatz frei

Seine Teamkollegen kannte der 36-Jährige, der beruflich bei der Dental Manufacturing Unit GmbH u. a. künstliche Intelligenz einsetzt, vorher nicht: "Wir haben zusammengefunden, indem wir uns für dieselbe Herausforderung angemeldet haben", schildert der Pongauer. Gemeinsam mit Victoria und Laura Osterloh (Zalando SE) aus Berlin und Georg Schelkshorn (TouchLay) aus Wien arbeitete Huber am Konzept 'Load Balancing': "Wir rechnen mit einer möglichen Auslastung der Verkehrsmittel von 45 Prozent. Das heißt, jeder zweite Sitzplatz muss frei bleiben, inklusive fünf Prozent Schwankungsbreite und reservierten Waggons für ältere Nutzer ohne Smartphone. Der Fahrgast gibt dazu über eine App ein Zeitfenster für seine Fahrt ein und bekommt ein passendes Verkehrsmittel empfohlen."

So sieht der Entwurf der erarbeiteten Software-Lösung aus.
  • So sieht der Entwurf der erarbeiteten Software-Lösung aus.
  • Foto: Public Spacers
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Mit Anbietern in Kontakt

Als das Team die Grundidee weiterentwickelte, stieß auch ÖBB-Innovationsmanagerin Claudia Falkinger als Mentorin dazu und vernetzte die Gruppe mit Leuten aus dem Sektor öffentlicher Verkehr. "Es gibt bereits von den ÖBB eine Auslastungsanzeige für einzelne Waggone im Beta-Test. Unsere Idee hat dort als zusätzliches Feature angedockt", erklärt Huber. So soll die entwickelte Funktion in bestehenden Auslastungsanzeigen integriert werden. Das Team arbeitet nach wie vor an dem Projekt und holt Feedback ein, um eine klare Struktur und gute Umsetzbarkeit darstellen zu können.

Projekt ist frei verfügbar

Wann und wo das Projekt in die Praxis umgesetzt werden könnte, liegt an den Mobilitätsanbietern: "Wir bieten ein sogenanntes 'White Paper' an, das jeder aufgreifen kann. Basierend auf Open Innovation ist es frei verfügbar und ausdrücklich zur Verteilung und Nutzung freigegeben", sagt Huber. Möglich sei dies für Mobilitätsanbieter, die bereits ein digitales Angebot wie Ticket-Shop oder Reiseplaner haben. "Je nach Tiefe der Integration und Verfügbarkeit der Daten könnte das in wenigen Monaten umgesetzt werden – sportlich vielleicht sogar schneller."

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