17.11.2016, 10:18 Uhr

Genuss Regionen fürchten um ihre Existenz

Landwirtin Elisabeth Gruber, TVB Obmann Thomas Wirnsperger, Landwirt Hans Rohrmoser und Eduard Winkler (Pongauer Wild).

Landwirtschaftsministerium strukturiert Förderungen neu – Gelder gehen nicht mehr direkt an einzelne Anbieter.

Zu denn 116 Genussregionen Österreich gehören auch zwei Pongauer "Produkte" – Das Pongauer Wild und der Großarltaler Bergbauernkäse. Hinter diesen Produkten stehen vor allem Klein- und Kleinstbetriebe, denen über die gemeinsame Dachmarke "Genuss Region Österreich" Verkauf, Werbung und Vertrieb erleichtert wurde. So erhielt der Verein Pongauer Wild bis jetzt 15.000 Euro Fördermittel vom Bund pro Jahr. Ab 2017 wird sich das ändern.

Netzwerk Kulinarik gegründet

Das Bundesministerium für Land und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) strukturiert die Förderungen neu. Das Geld geht jetzt an drei übergeordnete Cluster. Für die Genuss Region ist nun das neu gegründete "Netzwerk Kulinarik" zuständig. Es koordiniert strategische Vorgaben wie etwa Qualitätssicherung oder Herkunftssicherung an denen sich die Vergabe der Fördergelder orientieren wird. Förderungen wird es also weiter geben, aber nicht direkt an die einzelnen Anbieter. Wie hoch die Förderungen für die Pongauer Genuss Regionen ausfallen werden, ist noch unklar.


"Warum Funktionierendes ändern?"

"Wir brauchen keinen neuen, übergeordneten Standards, die man sich in Wien ausdenkt und über alle 119 Genuss Regionen drüberstülpt. Wir verstehen nicht, warum etwas, das gut funktioniert, plötzlich umstrukturiert werden muss", sagt Eduard Winkler, Obmann der Genuss Region Pongauer Wild.

"Sind keine Mozartkugeln"

Auch die Vorteile, die das Netzwerk Kulinarik den Pongauern verspricht – wie z.B. Positionierung der Produkte im Handel, Erweiterung der Zugänge zum Markt usw. – locken die Pongauer nicht. "Wir sind keine Manner Wafferl und keine Mozartkugeln. Unser Ziel ist nicht der Exportmarkt", sagt Thomas Wirnsperger (Großarltaler Bergbauernkäse). "Wir beteiligten Großarler Bauern setzen auf frische und Qualität. Die Butter, die ich morgens mache, steht wenige Stunden später am Frühstückstisch der Hotelerie. Selbst wenn wir es wollten, könnten wir Großarler Bergbauern nicht wachsen. Dafür ist das Gelände nicht ausgelegt. Wir können nur über Qualität beim Konsumenten punkten", sagt Landwirtin Elisabeth Gruber (Großarltaler Bergbauernkäse).

"Hoffen auf Gespräche"

Die Pongauer Genuss Regionen hoffen nun auf ein Gespräch mit dem Landwirtschaftsministerium, in dem Rahmenbedingungen besprochen werden sollen, die ein weiteres erfolgreiches Bestehen der Marke Genuss Region sichern können.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.