Kinderbetreuung
Kinder und Beruf unter einem Hut

Elisabeth Mayer mit neuer Tagesmutter Bettina Doppler aus Wolfsgraben.
  • Elisabeth Mayer mit neuer Tagesmutter Bettina Doppler aus Wolfsgraben.
  • hochgeladen von Angelika Grabler

REGION PURKERSDORF (ae). Kleine Kinder haben und gleichzeitig einen Vollzeitjob: in Schweden längst Realität, bei uns ohne familiäre Hilfe kaum zu schaffen.

 Vorneweg: an Kinderbetreuungsplätzen mangelt es in unserer Region (noch) nicht – es spießt sich an den Betreuungszeiten und am Geld. Speziell in der ersten Phase bis zweieinhalb bzw. drei Jahre, wenn man von der Kleinkindergruppe in den Kindergarten wechseln kann, denn egal ob gemeindeeigene oder private Einrichtung: für die Fünftages-Ganztagsbetreuung sind in etwa 370 Euro im Monat zu zahlen. Bei Betreuungszeiten von im Schnitt 8 bis 15 Uhr ist dabei kaum eine Vollzeitbeschäftigung machbar.

Tagesmütter gesucht
Wer gleich nach dem ersten Karenzjahr voll wieder einsteigen möchte, ist also auf familiäre Hilfe etwa durch die Großeltern angewiesen oder leistet sich eine Tagesmutter, mit der man die Zeiten individuell vereinbaren kann. Hier herrscht allerdings akuter Mangel, Susanne Bollauf, Sozialstadträtin aus Purkersdorf: „Wir haben drei Kleinkinderbetreuungseinrichtungen in der Stadt, darunter den gemeindeeigenen Puki. Mehr ist derzeit nicht drinnen – daher appelliere ich an Interessierte: werden Sie Tagesmutter, wir unterstützen Sie bei der Ausbildung. Ich wünsche mir für Purkersdorf eine Gruppe an Tagesmüttern als zweite Schiene der Kleinkindbetreuung.“

Aus Zwergerl werden Kinder
Ab dem Kindergarten wird es für die Eltern leichter: die Betreuungszeiten lassen bei guter Organisation einen Vollzeitjob zu. Bis Mittag sind Kindergartenplätze zudem kostenlos, selbst bei Ganztagesbetreuung sind nur ca. 100 Euro im Monat zu zahlen. Auch in den Ferien ist für Aufsicht gesorgt, zumindest dort, wo man mehrere Landeskindergärten bietet – diese schließen im Sommer wechselweise, die Kinder werden bei Bedarf zu diesen Zeiten auf die anderen Kindergärten aufgeteilt. Das ist zwar für viele Kinder einigermaßen stressig, leider aber Realität. Wie in allen Dingen, wenn es um die Kinderbetreuung geht, fehlt es am Geld, ganz alleine können das die Gemeinden finanziell nicht stemmen – schon gar nicht bei dem enormen Zuzug, den wir hier momentan erfahren.
Und da sprechen wir noch nicht mal über qualitative Verbesserungen wie Senkung der Betreuungszahl von Kindern pro Pädagogem oder die Erhöhung des Anteils der top-ausgebildeten Betreuern. Wir sprechen gerade über Kapazitätsprobleme.

Man platzt aus allen Nähten
Ziemlich am Rande der Kapazitäten ist man bereits in Pressbaum, voriges Jahr mussten Kindergartenkinder ins private Sacré Coeur ausgelagert werden. „Unsere Volksschule wird ins Gebäude der Neuen Mittelschule ziehen. In einem Teil des geräumten Gebäudes werden wir weitere zwei Kindergartengruppen installieren“, blickt Stadträtin Irene Heise in die Zukunft, „Für einen Neubau auf grüner Wiese fehlt uns das Geld“. Auch in Purkersdorf mangelt es an passenden Räumlichkeiten, das Sorgenkind von Bildungsstadträtin Beatrix Kaukal ist der Hort, also die Nachmittagsbetreuung der Volksschulkinder, die ansonsten im Wiental flächendeckend gegeben ist: „Mit dem kommenden Schuljahr haben wir erstmals Schüler abweisen müssen“, bedauert Kaukal, „Daher bauen wir in der Volksschule wieder um, um Platz für eine zehnte Hortgruppe zu schaffen. Im kommenden Jahr bekommt dann der Hort noch ein Stockwerk dazu“.

Spezialfall
Ein Minderheitenproblem, dafür für die Betroffenen ein unlösbares, ist die fehlende Ferienbetreuung von Kindern Allgemeinen Sonderschule in Purkersdorf. 38 Schüler aus allen unseren Gemeinden werden hier unterm Jahr hochprofessionell betreut. Nur für die Ferien finden sich keine Plätze, Schulleiter Matthias Hesse: „Unsere Lehrkräfte sowie die Mitarbeiter der Schulassistenz kann ich dafür nicht in die Pflicht nehmen, da der Sommer außerhalb unserer Zuständigkeit liegt. Ich bemühe mich seit langem um die Möglichkeit einer Ferienbetreuung für alle unsere Schüler, mit der notwendigen intensiven und fachlichen Betreuung“. Eine Lösung hat er bis heute nicht gefunden.

Zur Sache
Purkersdorf hat drei, Mauerbach zwei, Gablitz und Tullnerbach jeweils eine Kleinkinderbetreuungseinrichtung, in Pressbaum plant man eine in Kooperation mit dem Sene Cura. In Summe zwölf Landes- und drei private Kindergärten bieten ausreichend Plätze. Weiters gibt es in sämtlichen sechs Volksschulen einen Hort (Nachmittagsbetreuung).

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