Frischer Wind in der Wientaler Gastroszene
Tischlein neu gedeckt

Ex-Rapidspieler Franz Blizenec ist der neue Blitzwirt in Dürrwien.
4Bilder
  • Ex-Rapidspieler Franz Blizenec ist der neue Blitzwirt in Dürrwien.
  • Foto: ae
  • hochgeladen von Anita Ericson

REGION PURKERSDORF (ae). Gleich vier neue Lokale bzw. Übernahmen beleben seit kurzer Zeit die Wientaler Gastroszene.

„Wir bedanken uns bei unseren Gästen für die jahrzehntelange Treue“ – dieses Plakat beim Gablitzerhof sorgte vorigen Sommer für große Aufregung. Schon wieder ein Wirt, der zusperrt … Umso größer war die Überraschung und auch Freude der Gablitzer, als gegen Ende des Jahres schon wieder Lichter im Restaurant zu sehen waren. „Eigentlich hätten hier Wohnungen entstehen sollen. Doch die Gablitzer wollten unbedingt einen Fortbestand des Lokals. Also ging man auf die Suche nach einem Betreiber“, erzählt der junge Gastronom Smail Softic, der als Geschäftsführer des neuen alten Gablitzerhofs gewonnen wurde. Ihm zur Seite steht Koch Milos Savic, der Erfahrung aus der Wiener Lokalszene mitbringt und hier erstmals als Küchenchef den Löffel schwingt. „Gutbürgerliche Küche mit einem Hauch persönlichem Touch – und beste Qualität der Grundprodukte“, fasst Savic die Küchenphilosophie zusammen, „Das wird auch so bleiben, wir werden nur stückchenweise testen, ob bei unseren Gästen auch die gehobenere Küche ankommt“. Das Interieur bleibt fürs Erste unverändert, der Garten wird demnächst neu gestaltet. Das Highlight soll eine neuer, für die Gäste gut einsehbarer Holzkohlengrill werden.

Kebap mit Charme

Nur wenige Häuser weiter betreibt Filiz Yazgi seit Ende November ihren Döner-Imbiss. Wie sie auf die Idee kommt, ausgerechnet in ihrem Heimatort Gablitz einen Dönerladen zu eröffnen? Die junge Frau lacht: „Wir essen einfach selbst so gerne Kebap. Also dachte ich mir, man könnte es ja mal probieren. Alle Freunde und Bekannte, denen ich davon erzählte, waren sofort begeistert“. Durch Zufall fand sie dieses Ladenlokal, brachte es auf Hochglanz, stellte acht Tische hinein – und säbelt heute hinterm Tresen saftige Dönerstücke vom Spieß. Mit der Unterstützung der Familie wird das Brot hier täglich frisch gebacken und auch das Baklava ist hausgemacht. Neben den türkischen Klassikern stehen auch noch etwa Falafel, Nudeln und Hamburger auf der Speisekarte des blitzblanksauberen Imbisses.

Überraschende Rochade
Noch vor der Eröffnung des Gablitzer Dönerladens wechselte im Purkersdorfer Bachstüberl das Team. Ziemlich überraschend hatte sich Christian Linko hier zurückgemeldet: „Da ich krankheitsbedingt kürzer treten wollte, habe ich voriges Jahr den Gablitzerhof verkauft und mir eine Anstellung gesucht. Das ging nicht lange gut, ich konnte mich nicht dran gewöhnen, nicht mehr selbständig zu sein. Dann hörte ich von der Chance, das Bachstüberl zu übernehmen, und habe sofort zugesagt.“ Das Lokal ist halb so groß wie der Gablitzerhof, zudem ist er hier nur Mieter, Linko: „Das alles reduziert meinen Arbeitsaufwand. Außerdem finde ich das Purkersdorfer Zentrum einfach toll von der Lage her“. Wie gewohnt geht Christian Linko sehr ambitioniert ans Werk, große Ambitionen auf Auszeichnungen hat der gelernte Haubenkoch aber nicht mehr: „Mein Ziel hier ist ein modernes, junges Wohlfühllokal, das auch preislich gut leistbar ist.“ Ehrliche Küche, frische Gerichte aus hochqualitativen Zutaten, wenig Tamtam, dezente Kreativität und persönliche Handschrift sind Linkos fünf Punkte zum Erfolg.

Grün-weiße Erinnerungen
Im November standen die Sterne für Gastronomen offensichtlich günstig: am Anfang des Monats öffnete Franz Blizenec die alte Dürrwiener Schenke in Pressbaum als neuer Blitzwirt. Hier ist kein Stein auf dem anderen geblieben – das Lokal selbst strahlt einen frischen, luftigen Charme aus, die Speisekarte hat man entrümpelt und auf eine überschaubare Anzahl an Gerichten reduziert. Diese werden dafür selbst gekocht, wenn möglich kommen regionale Grundprodukte in die Töpfe. Ein junger und ein in der gehobenen Küche sehr erfahrener Koch zeichnen dafür verantwortlich, dass es den Gästen sichtlich schmeckt. Chef Franz Blizenec hat sich hier erstmals selbständig gemacht, nachdem er viele Jahre in der Gastronomie tätig war. Bekannt ist er allerdings eher aus seiner Zeit davor: als Rapid-Spieler der 1980/90er mit Spitznamen Blitz. „Mein Name zieht westlich von Wien tatsächlich noch heute die Gäste an“, kann sich der Blitzwirt nicht über mangelnden Zulauf beklagen, „Allerdings: wenn unsere Qualität nicht stimmen würde, kämen die Leute nicht wieder“. Fast wirkt er ein wenig überrascht, über den eigenen Erfolg, er blickt sehr positiv in die Zukunft: „Für die kommende Saison werden wir auch die Terrasse stylisch-gemütlich gestalten. Vorne, neben dem eigenen Kräuter- und Gemüsegarten, bauen wir eine Chill-Lounge. Außerdem planen wir jede Menge Veranstaltungen von Musikabenden bis hin zu Spanferkelgrillereien.“

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen