04.04.2017, 00:00 Uhr

Zahlreiche Umwidmungen: Pressbaum zügelt Zuzugs-Druck

Vizebürgermeister Alfred Gruber und Bürgermeister Josef Schmidl-Haberleitner über einem von vielen Plänen.

Stadt wächst rasant: Bebauungsplan-Maßnahmen sollen Zuzug steuern

PRESSBAUM. Alleine innerhalb des letzten Jahres ist die Stadtgemeinde Pressbaum um 223 Einwohner gewachsen, der Zuzugs-Druck ist stark. Um die bauliche Entwicklung der Stadt steuern zu können, schärft die Stadtgemeinde im Bebauungs- und Flächenwidmungsplan nach (siehe unten).

Dichteres, größeres Zentrum

Im Bereich des Stadtkerns soll konzentrierter gebaut werden. "Dafür wurden einige Baufluchtlinien so verschoben, dass größere Grünräume entstehen", erklärt Vizebgm. Alfred Gruber. Die Bauklasse und die Verbauungsdichte im Zentrumsbereich zwischen Hofer und Apotheke im nördlichen Bereich sollen erhöht werden, die Zentrumszone will man zudem bis zur Dürren Wien erweitern.
"Wir wollen’s steuern, und vermeiden, dass wir mit der Infrastruktur nicht nachkommen", erklärt Bgm. Josef Schmidl-Haberleitner. Denn: Pressbaum bestehe aus sehr großem Gemeindegebiet (Pressbaum: 58,87 km², zum Vergleich – Purkersdorf: 30,25 km²), zähle dafür jedoch verhältnismäßig wenig Einwohner. "Dadurch haben wir weniger Einnahmen aus den Ertragsanteilen und Infrastruktur nachrüsten kostet enorm viel Geld", erklärt Schmidl-Haberleitner.

Bausperre gilt nach wie vor

Als Steuerungsinstrument dient auch eine nach wie vor gültige Bausperre. Großvolumiger Wohnbau in den Gebieten außerhalb des Zentrums sollen zudem mit Bauklassen-Beschränkungen vermieden werden.
Zwei großflächige Grundstücke im Zentrumsbereich nahe Ecke Hauptstraße/Fröscherstraße, sowie das Asfinag-Gelände sollen als Bauland-Sondergebiet öffentliche Einrichtungen gewidmet werden. "Das sind die letzten großen Flächen, wo wir als Gemeinde überlegen können, sie zu nutzen, wenn wir etwas brauchen", so Schmidl-Haberleitner. Schon jetzt zähle man knapp 60km Gemeindestraßen und je 100km Kanal- und Wasserleitungsnetz.

Vorbereitung künftiger Projekte

In vielen Fällen gehe es auch bloß um Grundstücksabtausch oder um geringfügige, plantechnische Nachbesserungen. In anderen Fällen sollen künftige Projekte vorbereitet werden: "Der hintere Teil der Hansengründe wird auf Grünland-Spielplatz gewidmet", erklärt Schmidl-Haberleitner mit Hinweis auf die dort geplante Erweiterung des Kindergartens. Ähnlich in Frauenwart, wo in Kürze das neue Müllsammelzentrum entstehen soll – hier soll von Grünland auf Altstoffsammelzentrum-Grünland gewidmet werden.

ZUR SACHE:

Zu Jahresbeginn 2016 zählte Pressbaum 7.292 Hauptwohnsitzer, ein Jahr später zählte die Stadtgemeinde bereits 7.515 Hauptwohnsitzer – dies ergibt ein Plus von 223 Einwohnern.
Zum Vergleich: Die Stadtgemeinde Purkersdorf wuchs, lt. Bgm. Karl Schlögl, zuletzt stets um durchschnittlich 50 bis 80 Hauptwohnsitzer pro Jahr.

Die in der Stadtgemeinde Pressbaum geplanten Maßnahmen im Überblick:

Zentrum: von Hofer bis Apotheke im nördlichen Bereich: Bauklassen-Änderung von 1/2 auf 3/4 und von 30 Prozent auf 40 Prozent Verbauungsdichte; Erweiterung der Zentrumszone bis zur Dürren Wien

Denkmalschutz: Sacré Coeur, Bhf. Rekawinkel, Kirche Rekawinkel, Kirche Pressbaum, Hansen-Villa, Joseph-Denkmal

Umwidmung von zwei Grundstücken nahe B44/Fröscherstraße sowie Asfinag-Gelände als öffentliche Einrichtung

Hansen-Gründe: im hinteren Bereich Umwidmung auf Grünland-Spielplatz

Frauenwart: Umwidmung des gemeindeeigenen Grunds auf Altstoffsammelzentrum-Grünland; Versetzung der Straßenfluchtlinie

Lastberg: Hier werden vereinzelt die Baufluchtlinien verschoben

Wächterhaus: Widmung als GEB-Gebäude und Denkmalschutz

In der Bonna: Grundstücksabtausch von Grünland auf Bauland

Dürrwienstraße: Änderung bei drei Häusern von offener auf gekuppelte Bauweise

Sanatoriumstraße: Verschiebung der Baufluchtlinie, der Grüngürtel wird im unteren Bereich angepasst

Bartberg: Änderung von Grünland-Forst in Grünland; Änderung der Baufluchtlinien, Erhöhung der Bebauungsdichte in einem Fall von 40 auf 50 Prozent

Hugo Müller Gasse: Beim Umkehrplatz wird das Bauland erweitert und die Straßenfluchtlinie verschoben

Rekawinkel: Grünland soll auf "Private Verkehrsfläche" gewidmet werden für private Elektrotankstelle

Kaiserbrunn: Abtretung von Flächen in das öffentliche Gut und Umwidmung auf "öffentliche Verkehrsfläche". Geringfügige Umwidmung von Grünland auf Bauland, da ein Haus geringfügig im Grünland steht. In der Kaiserbrunnstr. 80 soll die Baufluchtlinie verändert werden.

Pfalzau: Der Zubau eines hauses steht minimal auf Grünland. Dieser Teil wird auf Bauland abgeändert.

Forsthausstraße: Umwidmung von Bauland in Grünland

Rittsteigstraße: Hier soll nach einer Abtretung im Bereich des Umkehrplatzes die Straßenfluchtlinie angepasst werden.

Weitere Artikel aus dem NÖ Zentralraum finden Sie hier.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.