Anwesenheit der Ahnen in Höhlen

sagenumwobener Wildfräuleinstein bei Hinterstein/Oberallgäu

November ist der Monat, in dem wir unserer Verstorbenen und Ahnen gedenken. Ahne-ähnlich-ahnen, allein schon diese Wortverwandtschaft zeigt uns, wie viel unsere Vorfahren mit dem Ahnenkult verbunden haben. Besonders deutlich lassen uns Höhlen die Anwesenheit von Ahnen spüren.
Höhlen sind Urwesen, ein grundlegendes Symbol aus der religösen Ursprache der Menschen. Aus Höhlen (der Gebärmutter) werden wir geboren und in Erdhöhlen/Grüfte legen wir unsere Toten hinein. Höhlen symbolisieren unsere Kindschaft zur Mutter Erde und weisen den Weg zur Erde als unserer Urahnin und Urmutter. Höhlen geben Schutz und Geborgenheit. Höhlen umfassen den ganzen Kosmos unseres archaischen Daseins von Geburt, Leben, Verwandlung und Wiedergeburt. Es ist die Höhle, die diesem Ahnen-Kreislauf ihren Rahmen gibt. In Sagen und Mythen über den ganzen Erdball ist die Höhle Geburtsort und in Höhlen im Inneren der Erde, warten die Verstorbenen auf Wiederkehr und Auferstehung. Grenzgängerinnen wie die Kröte tragen die Seelen der Toten aus dem Haus zurück in Erdhöhlen oder Wasserhöhlen/Brunnen und von dort bringen sie auch Seelen von Kindern zurück in den Lebensbereich der Menschen. Kein Ort und keine Vorstellung ist so sehr über Jahrtausende mit dem Ahnenkult verbunden. Wenn wir uns der Höhle nähern, dann erleben wir deswegen ein Mysterium. Meistens ist dieses Erleben umfassend, magisch und unerklärlich geheimnisvoll. Höhlen sind der am weitesten zurück vorstellbare Ort, von dem wir wissen, dass unsere Ahnen da gelebt haben. Untrennbar ist auch die Frage: „wo ist unser Ursprung, wo kommen wir her?“ mit der weiteren Frage „wo gehen wir hin?“ verbunden. Beide Fragen haben unsere Ahnen mit „aus der Höhle im Schoß von Mutter Erde“ beantwortet. In der Höhle spiegelt sich das Verständnis der Einheit von menschlichem Dasein mit dem Kosmischen. In die Höhle hineingehen bedeutet sterben/Verwandlung und aus der Höhle herauskommen bedeutet geboren werden. Die Höhle selber ist deswegen zur "Vorfahrin" von Kirche und Wohnung geworden.

Autor:

Elisabeth Wintergerst aus Reutte

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