Namlosbach im Fokus
Energie versus Naturschutz – heftige Debatte um Wassernutzung
- Finger weg vom Namlosbach, sagt die Bürgerinitiative. Der Widerstand gegen das Vorhaben, Teile des Wassers abzuleiteiten, wird größer.
- Foto: Bürgerinitiative Namlosbach
- hochgeladen von Günther Reichel
Die Stimmen, die sich gegen die geplante Wasserentnahme am Namlosbach stellen, werden mehr. Zuspruch zum Projekt kommt andererseits vonseiten der Wirtschaft.
NAMLOS/STANZACH. Der Widerstand gegen die Pläne der Elektrizitätswerke Reutte, einen Teil des Wassers des Namlosbachs über einen neuen Stollen in den Rotlech-Stausee auszuleiten und für die Stromgewinnung zu nutzen, wird intensiver.
Nachdem sich kürzlich eine neu gegründete Bürgerinitiative vorgestellt hatte, meldeten sich zuletzt auch andere Organisationen zum Thema zu Wort, etwa die Liste Fritz. Deren Vertreter, Bezirkssprecherin Maria Zwölfer und Klubobmann Markus Sint, stimmen der Forderung "Finger weg vom Namlosbach" vollinhaltlich zu.
"Erschreckender Dammbruch"
„Beim Namlosbach handelt es sich nicht um irgendeinen x-beliebigen Bach. Er gehört zu den letzten 14 Prozent ökologisch intakter Flüsse in Österreich. Er ist Teil des Naturschutzgebietes Tiroler Lech. Wenn die Energiewirtschaft nach solchen Bächen greift, dann ist das ein erschreckender Dammbruch. Denen ist ja gar nichts mehr heilig", heißt es in einer Aussendung der Liste Fritz.
Dass gerade in dieser Phase der Lech vom WWF zum Fluss des Jahres gekürt wurde, bestärkt Zwölfer und Sint in ihrer Ansicht, dass der Lech und seine Zuflüsse erhalten werden müssen.
Wichtiges Zukunftsprojekt
Gänzlich anders die Sichtweise der Wirtschaftskammer. Bezirksobmann Christian Strigl mahnt dazu, das Wasserkraftpotenzial sachlich zu bewerten. Die Optimierung der Kraftwerkskette Plansee sei ein wichtiges Zukunftsprojekt für den Bezirk Reutte. Versorgungssicherheit, Energieautonomie und Naturschutz müssten gemeinsam gedacht werden, hält er in einer Aussendung fest.
„Den steigenden Strombedarf im Bezirk werden wir lokal nicht allein mit Windkraft und Fotovoltaik decken können," sagt Strigl. Er widerspricht damit den Argumenten der Projektgegner, dass man den steigenden Bedarf mit alternativen Erzeugungsmöglichkeiten ausreichend decken kann.
Der Obmann der Wirtschaftskammer Reutte fordert eine "sachliche Diskussion statt Schwarz-Weiß-Denken. Ökologie und Ökonomie müssen dabei sorgfältig aufeinander abgestimmt werden.“ Die geplante Optimierung der Kraftwerkskette Plansee durch die Elektrizitätswerke Reutte ist für die Wirtschaftskammer jedenfalls ein wesentliches Zukunftsprojekt.
Besser informiert
Weitere Informationen aus dem Bezirk Reutte finden Sie unter www.meinbezirk.at
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