Großes Interesse
Über 190 Besucher beim Welt-Alzheimertag in Breitenwang
- Mit großem Interesse verfolgte das Publikum den Vortag von David Sprenger.
- Foto: LIV
- hochgeladen von Evelyn Hartman
Am 11. September kamen über 190 Interessierte ins VZ Breitenwang, um Musik, Theater und Informationen rund um das Thema Demenz zu erleben.
BREITENWANG (eha). Das Musiktheaterstück „Vergissmeinnicht“ des Vorarlberger Ensembles „Die Schurken“ erzählte die bewegende Geschichte von vier alten Freunden, die gemeinsam in einer luxuriösen Seniorenresidenz leben. Einer von ihnen zeigt erste Anzeichen einer Demenz: Er zieht sich zurück, seine Erinnerungen an aktuelle Ereignisse verblassen, er wird unsicher. Trotz Vergesslichkeit entdeckt der Mann durch die Unterstützung seiner Freunde: „Ich bin ein glücklicher Mensch.“
Demenz ist mehr als eine Krankheit
David Sprenger vom Bezirkskrankenhaus Reutte betonte in seinem Impulsvortrag, dass Rückzug und Ausgrenzung im Leben von Menschen mit Demenz sehr häufig seien. Das habe vor allem mit fehlendem Wissen zu tun:
„Demenz ist mehr als eine Krankheit, es ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, die uns alle auf unterschiedliche Weise angeht. Aufklärung ist daher enorm wichtig.“
Regionales Netzwerk, das hilft und stärkt
Veranstaltet wurde der Abend zum Welt-Alzheimertag (der offiziell am 21.9. ist) von zahlreichen Organisationen und Personen aus der Region, die sich für ein gutes Leben mit Demenz starkmachen. Alois Gratl, langjähriger Pflegedienstleiter im Haus Ehrenberg, verfolgt nun auch nach seiner Pensionierung ein klares Ziel:
„Demenz soll in der Gesellschaft als etwas Normales angesehen werden. Dann gelingt es auch, dass Betroffene und Angehörige die Hilfe bekommen, die sie dringend brauchen.“
Was diese brauchen, sieht Gratl seit zehn Jahren beim monatlichen Stammtisch für pflegende Angehörige. „Es tut einfach so gut, nicht allein zu sein mit den Herausforderungen.“ Nach wie vor hätten Angehörige oft Schwierigkeiten, Hilfe in der Betreuung zu Hause anzunehmen. Viele würden auch mit enormen Schuldgefühlen kämpfen, wenn ein Familienmitglied ins Pflegeheim zieht. „Das sollte nicht so sein. Die Schuldgefühle kommen zu der ohnehin schon enormen Belastung noch dazu.“
Motivation für die Zukunft
Das große Publikumsinteresse an diesem Abend, der das fröhliche Vergessen feierte, bestärkte alle Engagierten, den Weg weiterzugehen: sich für Demenzkranke einzusetzen und die Gesellschaft auch für die Prävention zu sensibilisieren. Bei Brötchen und Getränken ließ man den Abend gut gelaunt ausklingen – und nahm noch die eine oder andere Information mit. Es könnte ja sein, dass man sie einmal braucht.
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