Bundespräsident Alexander Van der Bellen - Islamophobie

Wo: 6600, 6600 Gemeinde Reutte auf Karte anzeigen

Kleinkariertes „Kopftuachgezipfl“

Mit keiner Predigt über Solidarität hätte uns Bundespräsident größere Resonanz bewirken können.
Zitat: "Wenn das so weitergeht (...) bei dieser tatsächlich um sich greifenden Islamophobie, wird noch der Tag kommen, wo wir alle Frauen bitten müssen, ein Kopftuch zu tragen, alle, als Solidarität gegenüber jenen, die es aus religiösen Gründen tun."
Solidarität ein Thema das gerade in einer Zeit die von Flüchtlingsströme und Konflikten weltweit geprägt wird, können möglicherweise nur noch solch Erstaunen erweckende Aussagen ins Schwarze treffen, um ein Nachdenken oder ein, sich mit der Thematik, Auseinandersetzen zu bewirken. Vielleicht ein weiser Schachzug die Reduzierung aufs Kopftuch, um damit weltweit Aufsehen und Diskussionen auszulösen. Mein erster Gedanke nachdem ich das Interview des Herrn Bundespräsidenten sah, beantrage ich einen Solidaritätsausgleich? Denn meine Oma, meine Uroma trugen und meine Tante trägt Kopftuch und dies ohne islamistische Wurzeln.
Nein, Spaß bei Seite! Diskriminierung lässt sich nicht ausgleichen indem man andere diskriminiert unter dem Deckmantel der Solidarität. Diese Gegenüberstellung des Herrn Bundespräsidenten zeigt vielmehr unverblümt Widerstand gegen Diskriminierung und fordert zu Verbundenheit auf. Durch den Umstand, dass die Sichtweise auf Werte, Religionen und Glauben nicht dieselbe sind- entstehen eben Probleme, Konflikte und Missverständnisse. Wir sollten uns der Wichtigkeit bewusst sein, dass gewisse Regeln, Gesetze, Vorschriften und Grenzen, egal welcher Herkunft und Religion, sowie eine gewisse Anpassung, als Zeichen der Wertschätzung gengenüber einer demokratischen Gesellschaft unabdingbar sind, um nicht zur Pseudo- oder Sündenbockdemokratie zu verkommen.
Achtsamkeit und Respekt vor dem Anderssein, vor der Vielschichtigkeit des Lebens und des Erlebens oder religiöser Prägung, aber auch Kontrolle, Bedacht und vor allem die Fähigkeit das eigene Erleben neutral zu hinterfragen, fordert uns in unserer Eigenständigkeit, setzt Empathie und soziale Intelligenz voraus. Und das in einer schnelllebigen Zeit mit rasch schwindende Bindungen, einer drohenden „Verrohung“ der Gesellschaft, in der kaum Zeit für individuelle Bewusstseinsprozesse unter Abwägung des kollektiven Bewusstseins bleibt. Segen und Fluch zugleich ist unsere digitalisierte und globalisierte Welt, die eine enorme Vielfalt in allen Bereichen bietet, aber auch manipulativen Interaktionen schürt. Dies fordert Eltern, Lehrer, Kirche, Staat und jeden einzelnen von uns täglich aufs Neue. Daher ist ein kritischer und hinterfragender Blick auf die Realität sowie Aufklärung enorm wichtig, um Bewusstsein und Verantwortung in Balance mit Werten, Gerechtigkeit und Menschlichkeit als friedvolle Basis einer demokratischen Gesellschaft, der immer rasanter anwachsenden Rassenvermischung, zu gewährleisten. Vielleicht darf man die Aussage unseres Bundespräsidenten auch so interpretieren, aber wie das mit Worten ebenso ist, sagen nicht alle Worte allen Menschen immer dasselbe.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen