Arbeitslosigkeit ging 2016 leicht zurück

Das AMS Reutte präsentierte die Statistik für das vergangene Jahr.
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  • hochgeladen von Günther Reichel

AUSSERFERN (rei). Die Auswertung des Arbeitsmarktservice Reutte für das vergangene Jahr ist in Summe erfreulich: Das Außerfern weist die geringste Arbeitslosigkeit aller Tiroler Bezirke auf, die Zahl der Beschäftigten stieg an, ebenso die Stellenmeldungen, die eine neuen Höchststand erreichten.

Alles sehr erfreulich, wer von Arbeitslosigkeit betroffen ist, hat dennoch wenig zu lachen. Nur gut, dass es Arbeitslosengeld, Altersteilzeit, Pensionsvorschuss, Gelder für Schulungsmaßnahmen und noch so einiges mehr gibt, um die Arbeitslosigkeit finanziell abzufedern.

Teure Arbeitslosigkeit

In Summe waren es im vergangenen Jahr fast elf Millionen Euro, die dafür aufgewendet wurden. Davon entfielen knapp 7,3 Millionen auf das Arbeitslosengeld und die Notstandshilfe. Dafür, dass Betriebe ihren Mitarbeitern die Altersteilzeit ermöglichten, wurden weitere 1,7 Millionen Euro bereit gestellt.
Aus Erfahrung weiß man beim AMS, dass eine gute Ausbildung wichtig ist, um wieder Fuß am Arbeitsmarkt zu fassen, so man seinen Job einmal verloren hat. Daher wird vom AMS auch viel Geld für Weiterbildungsmaßnahmen bereit gestellt. Fast zwei Millionen Euro waren es 2016.
Es wird also viel für Arbeitsuchende getan, um die Zeit ohne Anstellung finanziell zu überbrücken, diese Phase möglichst kurz zu halten, oder bei der Weiterbildung zu helfen.

Gelder wurden auch gestrichen

Keine gute Idee ist es, die Arbeitsaufnahme zu vereiteln. Für 54 Personen bedeutete dies im vergangenen Jahr, dass ihnen die Leistungen durch das AMS gestrichen wurden. Nicht für ein paar Tage, sondern zwischen sechs und acht Wochen!
„In einem Fall wurde der Leistungdsbezug gänzlich eingestellt“, berichtet AMS-Leiter Klaus Witting.
Andere fanden es nicht so „wichtig“, die vorgegebenen Kontrollmeldungen einzuhalten. Auch keine gute Idee: 111 Personen wurde daraufhin die Geldleistung bis zur Wiedermeldung beim AMS gestrichen. Aber das sind eher die Ausnahmen. Die große Mehrheit hält die Vorgaben ein.

Kürzer arbeitslos

Durchschnittlich 55 Tage befanden sich vergangenes Jahr arbeitslose Männer bzw. Frauen auf Stellensuche. Ein sehr guter Wert, wenn man auf die Österreich-Statistik schaut. Bundesweit gesehen betrug die Dauer der Arbeitslosigkeit pro Person 122 Tage. Und während diese Phase im Bezirk um zwei Tage zurück ging, kletterte sie österreichweit gesehen um elf Tage nach oben.
Mit den rückläufigen Zahlen im Bezirk geht ein Zuwachs an unselbständig Erwerbstätigen im Bezirk Reutte einher. 13.275 waren es im Durchschnitt im Bezirk (+1,25 Prozent).

Viel zu tun im November

Die meisten Arbeitslosen hatten die AMS-MitarbeiterInnen im November zu betreuen (1480), am wenigsten im Juli (431).
Eine Zahl ist besonders erfreulich: In der Altersgruppe der über 50-Jährigen waren im Durchschnitt 210 Personen arbeitslos. Das ist ein Minus um zehn Personen gegenüber dem Vorjahr. Keine Selbstverständlichkeit, gelten doch gerade ältere Dienstnehmer als schwer zu vermitteln.
Umgekehrt registrierte man beim AMS Reutte einen Zuwachs an Arbeitslosen in der Altersgruppe bis 24 Jahre.

Der "typische" Arbeitslose

Unter dem Strich kommt heraus, dass im Bezirk Reutte im Jahresdurchschnitt 732 Männer bzw. Frauen als arbeitslos gemeldet waren (-5,5%). Der „klassische“ Arbeitslose sah - laut Statistik so aus: österreichischer Staatsbürger, weiblich, Pflichtschulabschluss, keine berufliche Ausbildung, zuletzt in einem Fremdenverkehrsberuf tätig.

Arbeitslosenrate 2016

Eine Zahl interessiert in der Diskussion rund um die Arbeitslosigkeit immer ganz besonders. Die sei hier zum Schluss genannt: 5,2 Prozent betrug die Arbeitslosenrate im Jahresdurchschnitt im Bezirk Reutte. Damit war das Außerfern wieder einmal die Nummer eins in Tirol. Landeck und Osttirol wiesen vergangenes Jahr eine Arbeitslosenrate von 9,5 Prozent auf, und teilten sich damit den letzten Platz.

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