09.07.2017, 17:32 Uhr

Überraschender Führungswechsel bei Plansee

Dr. Michael Schwarzkopf wechselt in den Aufsichtsrat.

Vorstandschef Michael Schwarzkopf wechselt als Vorsitzender in den Aufsichtsrat. Die Geschäfte laufen gut.

BREITENWANG (eha). Von Kindesbeinen an war klar, dass Michael Schwarzkopf den Plansee-Konzern leiten wird. Sein Leben war vorbestimmt. Bis vor kurzem. Am Freitag hat er bei einer Pressekonferenz überraschender Weise bekannt gegeben, dass er den Chefsessel des fast 100 Jahre alten Tiroler Industriekonzerns nach 21 Jahren räumen wird. Die bisherigen Vorstandskollegen Bernhard Schretter und Karlheinz Wex führen die Plansee-Gruppe ab sofort zu zweit.

Zeit für was Neues
"Beide Herren kennen das Unternehmen aus jahrelanger operativer Verantwortung in- und auswendig, damit ist die Plansee-Gruppe in guten Händen", so Schwarzkopf. Er will sich in Zukunft vermehrt um die Unternehmensstrategie kümmern.
"Es ist einfach an der Zeit aus dem Zentrum an den Spielfeldrand zu treten", meinte Schwarzkopf mit einem Fußball-Vergeich. „Man kann auch sagen, ich werde vom Ronaldo zum Guardiola." Als Aufsichtsratsvorsitzender könne er „mit mehr Objektivität“ auf die Entwicklung des Unternehmens blicken. Die Gruppe bekomme dadurch mehr Freiräume – „und ich auch“, so Schwarzkopf.

Positives Geschäftsjahr
Der Wechsel des bisherigen Chefs in den Ausichtsrat schließt ein erfolgreiches Geschäftsjahr bei Plansee ab. Die Verkaufsmengen seien auf ein neues Rekordniveau gestiegen. Weil aber die Rohstoffpreise am Weltmarkt weiter sinken ist der Umsatz nicht mitgewachsen sondern konnte auf dem Vorjahresniveau gehalten werden. Die Hälfte des Umsatzes wird in Europa gemacht, je ein Viertel in Asien und Amerika erzielt. Längerfristiges Ziel ist je ein Drittel.

Erste Digitalfirma
Immerhin 1,1 Milliarden Euro hat Plansee im vergangen Jahr erwirschaftet und mit einer Eigenkapitalquote von 58 Prozent steht das Unternehmen schuldenfrei da. Darüber hinaus wurden zahlreiche Initiativen im Bereich von Industrie 4.0 gestartet. Mit "Matmatch" starte noch im laufenden Geschäftsjahr die erste Digitalfirma mit Sitz in München, die Ingenieure, Produktdesigner und Einkaufsteams auf einer unabhängigen wissenschaftlichen Informationsplattform zusammenbringen soll. Stolz ist Schwarzkopf auch auf die globale Expansion der Gruppe. Waren Mitte der neunziger Jahre 3.000 Mitarbeiter weltweit an 13 Produktionsstandorten tätig, so sind es inzwischen 12.000 Beschäftigte an mehr als 35 Produktionsstandorten.
Mit 2.275 Beschäftigten ist der Mitarbeiterstand in Breitenwang stabil.
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