Frisch und dynamisch
Gebürtige Geiersbergerin ist neue Präsidentin des OÖ Sommeliervereins

Die neue Präsidentin des Oberösterreichischen Sommelierevereins Dagmar Gross. Die gebürtige Geiersbergerin betreibt in Wien die Presse- und Marketing-Agentur grosswerk.
  • Die neue Präsidentin des Oberösterreichischen Sommelierevereins Dagmar Gross. Die gebürtige Geiersbergerin betreibt in Wien die Presse- und Marketing-Agentur grosswerk.
  • Foto: OSOV/Katharina Acht
  • hochgeladen von Bernadette Wiesbauer

GEIERSBERG, WIEN. Die gebürtige Geiersbergerin Dagmar Gross wurde Ende Jänner zur neuen Präsidentin des Oberösterreichischen Sommeliervereins gewählt. Welche Ziele dieser Verein verfolgt und was er seinen Mitgliedern bietet, das verrät die Wahl-Wienerin im Interview.

Was sind Ihre Ziele und Aufgaben als neue Präsidentin?
Gross: Wir wollen unseren Mitgliedern spannende und erkenntnisreiche Veranstaltungen bieten. Ganz wichtig: Alle motivierten Gastronomiemitarbeiter, die im Bereich Getränkeempfehlung arbeiten, sollen wissen, dass es uns gibt und dass sie an unseren Weiterbildungs- und Karriereprogrammen teilnehmen können. Eine Sommelier-Ausbildung ist nicht Bedingung, wir sind für alle da. So möchten wir den OSOV zum dynamischsten Sommelierverein Österreichs machen. An diesem Ziel sind wir schon nahe dran.

Kam die Wahl für Sie überraschend?
Man hat in so einer Situation mehr die auf einen zukommende Verantwortung im Kopf, als das Gefühl der Überraschung.

Waren Sie zuvor schon im Präsidium vertreten?
Ich arbeite seit 2008 eng mit dem Vorstand der Sommelier Union Austria, der Dachorganisation aller Landesvereine, zusammen. 2016 habe ich parallel dazu im Vorstand des OSOV die Aufgabe der Online-Kommunikation übernommen.

Was ist die wichtigste Veranstaltung Ihres Vereins in diesem Jahr?
Herzstück ist das 4/4 Sommelier-Battle. Je ein ausgewähltes Restaurant aus jedem geografischen Viertel Oberösterreichs veranstaltet ein erlesenes Vier-Gang-Menü. Je ein Sommelier aus einem der vier Viertel ist vor Ort und empfiehlt dazu eine Getränkebegleitung: zwei Weine, ein alkoholisches Getränk ohne Rohstoff Trauben und ein alkoholfreies Getränk. Welcher Sommelier gewinnt, entscheiden die Gäste. Mit dabei sind das Restaurant Lukas für das Innviertel am 2. April, das Restaurant Mühltalhof für das Mühlviertel am 27. Juni, das Restaurant Waldschänke für das Hausruckviertel am 3. September und das Restaurant Bootshaus für das Traunviertel am 14. Oktober.

Der Fachkräftemangel ist allgegenwärtig, in allen Branchen. Sind auch Sommeliers Mangelware?
Diplom Sommeliers gibt es genug. Die große Herausforderung ist es, sie in der Gastronomie zu halten. Da uns dieses Thema im OSOV sehr am Herzen liegt, sind wir Kooperationspartner einer erstmals stattfindenden 
Netzwerk-Veranstaltung für Gastronomen und Servicemitarbeiter. Toll wäre es, neben dem amtierenden Sommelier-Staatsmeisters Andreas Jechsmayr noch mehr Testimonials zu haben. Dass er als Oberösterreicher diesen Titel errungen hat, ist ein wahres Geschenk für uns. Er wird inzwischen wie ein Rockstar gefeiert.

Wie profitieren ihre Mitglieder von der Mitgliedschaft?

Durch eine ganze Reihe von Services. Am deutlichsten sichtbar sind unsere kommentierten Verkostungen zu aktuellen Weinthemen aber auch zu Schaumwein, Sake, Spirituosen, Kaffee, Käse und vieles mehr. Weinreisen stehen ebenfalls auf dem Programm, national und international. Weiters genießen unsere Mitglieder österreichweit einen vergünstigten Eintritt zu vielen Weinverkostungen und können an Veranstaltungen der Sommeliervereine anderer Bundesländer sowie der Sommelier Union Austria teilnehmen. Etwas weniger von außen sichtbar ist unsere Arbeit mit Working-Sommeliers, also Leuten, die aktiv in der Gastronomie oder im Weinhandel arbeiten. Hier fördern wir jene, die den Willen zur Weiterbildung haben und vielleicht in die Fußstapfen von Andreas Jechsmayr treten wollen.

Wer kann Mitglieder werden?
Im Prinzip alle Erwachsenen, die sich für Wein und das gesamte Spektrum an Getränken interessieren. Für Lehrlinge und Jungsommeliers entwickeln wir gerade ein eigenes Programm. Für Gastronomen gibt es die Möglichkeit einer Betriebsmitgliedschaft, wodurch auch ihre Mitarbeitern an unseren Veranstaltungen teilnehmen können.

Sie sind gebürtige Geiersbergerin, wohnen und arbeiten aber in Wien. Haben Sie auch heute noch einen Bezug zum Innviertel?
Mein Kontakt zu meiner Familie ist immer eng geblieben und ich habe in Geiersberg meinen fixen Nebenwohnsitz. Ich fühle mich dort nach wie vor verwurzelt, mag die Menschen und möchte in der Zukunft etwas für die Jugend in dieser Gegend tun, abseits des Sommelierwesens. Wenn es die Zeit erlaubt, besuche ich Restaurants in der Umgebung. Aufgrund der  gebotenen Qualität und des Engagements müssten sie eigentlich täglich überrannt werden.

Welcher Wein passt Ihrer Meinung nach am besten zum Innviertel?
Wenn es um Weißwein geht, ist es für mich Grüner Veltliner. Die Sorte ist sehr bekannt und die meisten können sie zuordnen, ähnlich verhält es sich mit dem Innviertel. Dazu passt, dass Grüner Veltliner viele Facetten haben kann. Je nach Reife und Schulung entwickelt er sich zu einem frisch-fruchtigen, unkomplizierten Typ während er genauso die Anlagen für einen eleganten, vielschichtigen Vertreter besitzt und sich mit den Besten der Welt messen kann.

Und bei Rotwein und bei Rosé ?
Bei Rotwein ist es eindeutig Blaufränkisch. Eine Rebsorte mit viel Struktur und enormem Reifepotenzial. Dieses interpretiere ich in Bezug auf das Innviertel mit Schaffenskraft, Charakterstärke und Durchhaltevermögen. 
Bei Rosé gehört würde ich Schilcher sagen. Eine lokale Spezialität, die immer authentisch ist und keinesfalls anbiedernd. Schilcher ist ein Wein mit klarem Profil, er ist wie er ist, darauf kann man sich verlassen.

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