Falsches Training begünstigt Knochenmarksödeme

Viele schätzen sich am Anfang des Trainings falsch ein und überbeanspruchen ihre Kräfte.
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BEZIRK. In der warmen Jahreszeit starten viele in Sachen Fitness durch. Doch übertriebener Ehrgeiz beim Lauftraining endet bei manchen zwischen zwei Krücken. Die Diagnose: Knochenmarksödem. Ein Krankheitsbild mit langer und schmerzvoller Rehabilitationsphase.

Schmerzanzeichen nicht ignorieren

Plötzlich auftretende, starke Schmerzen in der Hüfte, im Knie oder am Sprunggelenk können ein Knochenmarködem bedeuten, also eine schmerzhafte Flüssigkeitsansammlung im Knochen. Die Ursachen: Eine Prellung oder schlicht und einfach sportliche Überbelastung. „Gerade Freizeitsportler, die in der warmen Jahreszeit mit übertriebenem Ehrgeiz an das Lauftraining herangehen und manchmal auch falsch trainieren, sind gefährdet“, erklärt Oberarzt Doktor Peter Grottenthaler, Facharzt an der Abteilung für Unfallchirurgie am LKH Rohrbach. „Besonders langwierig wird es, wenn Betroffene erste Schmerzanzeichen ignorieren und über den Schmerzpunkt hinübertrainieren“.

Monatelanger Heilungsprozess

Das Abklingen der Beschwerden und die Reduzierung des Knochenmarködems können mehrere Monate in Anspruch nehmen. Die Behandlung sieht in erster Linie die komplette Entlastung des Gelenks vor. Auch abschwellende Maßnahmen wie Eistherapie, Lymphdrainage und Physiotherapie wirken unterstützend. Kinesiotapes verbessern hierbei den Lymphabfluss und wirken schmerzreduzierend. Auch entzündungshemmende Medikamente – in Form von Tabletten und Salben – tragen zu einer Verbesserung bei. Das Wichtigste ist jedoch: Geduld zu haben und die verletzte Stelle nicht wieder vorzeitig zu belasten. Knochenmarksödeme können lediglich mit einer Kernspintomografie diagnostiziert werden. In einer konventionellen Röntgenaufnahme sind sie nicht feststellbar.

Sinnvoll und adäquat trainieren

Der Rat des Experten: „Das Training anfangs moderat gestalten und kontinuierlich steigern. Dem Alter und der eigenen Fitness angepasst trainieren und vor allem nicht weitertrainieren, wenn man schon Schmerzen hat“, bekräftigt Grottenthaler. „Im Zweifelsfall die Empfehlung eines Sportmediziners oder eines Physiotherapeuten zur richtigen Trainingsweise einholen. Das spart nicht nur Schmerzen, sondern minimiert auch die Chancen, sich in einer möglicherweise monatelangen Regenerationsphase wiederzufinden.“

Viele schätzen sich am Anfang des Trainings falsch ein und überbeanspruchen ihre Kräfte.
Oberarzt Peter Grottenthaler, Facharzt an der Abteilung für Unfallchirurgie am LKH Rohrbach.

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