Aus Beobachtern sollen Beteiligte werden

Rohrbach-Bergs Vizebürgermeister Franz Hötzendorfer, ÖVP-Obmann Roland Straußberger, Gastreferent Olaf Heinrich, Bürgermeister in Freyung, Bürgermeister Andreas Lindorfer und Wirtschaftsbund-Obmann, Vizebürgermeister Manfred Stallinger (v. l.).
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ROHRBACH-BERG. Auf Einladung des Wirtschaftbundes referierte der Bürgermeister der 7200-Einwohnerstadt in Bayern vor zahlreichen Interessierten. Heinrich (CSU) ist seit acht Jahren Bürgermeister. Viel, was er vor seiner Amtszeit nie geglaubt hätte, hat sich seither zum Positiven verändern lassen: "Dass man gemeinsam so viel bewegen kann, ist nur möglich, wenn aus Beobachtern Beteiligte werden", sagt er. "Wenn sich die Bürger mit der Stadt – mit einer schönen Stadt identifzieren. "Ich nenne das sinnstiftende Rendite. Es ist unglaublich befriedigend, etwas zu tun für den Ort mit dem man verbunden ist. Das ist fast beinahe so wichtig, wie die Rendite auf dem Konto", sagt Heinrich.

Brauerei als Genossenschaft

Das hat man in Freyung zum Beispiel mit der Brauerei geschafft: "In einer Genossenschaft sind die Bürger selbst beteiligt. Wir haben nicht an einen Großinvestor verkauft und zahlen die Rendite in Warengutscheinen aus", sagt Heinrich. Die Menschen identifizieren sich mit dem Bier – entgegen des Trends ist der Umsatz im letzten Jahr gestiegen.

Begeisterung wecken

"Wenn Menschen von dem Ort in dem sie leben begeistert sind, dann ist fast alles möglich", ist der 37-Jährige überzeugt. Als Beipiel aus seiner Heimatstadt nannte er ein Gasthaus am Kirchenplatz, das dank eines Investors aus der Region eine neue Perspektive gefunden hat. Oder ein leerstehendes Modehaus, das von vier Investoren mit neuem Leben gefüllt wurde. Darin ist neben einem Buchladen auch ein Cineplexx-Kino untergebracht – verbunden mit einer Tiefgarage.

Kommune unterstützt

Heinrich ist sicher, dass all diese Bereiche zur Ortskernbelebung nur funktioniert haben, weil alle politisch Beteiligten in der Kommune an einem Strang gezogen haben und eng mit den Investoren zusammengearbeitet haben. Obwohl fünf Parteien im Stadtrat vertreten sind, gelingt in Freyung die Modernisierung der Stadt. "Wir haben ein Patent auf die Idee eingeführt. Jene Partei, die als Erste eine Idee hat, darf diese auch realisieren und am Ende die Anerkennung ernten. Da gibt es klare Regeln", sagt Heinrich.

Mutige Schritte

Einen mutigen Schritt setzt man in Freyung auch damit, dass man bewusst keine Betriebsbaugebiete mehr schafft, oder Firmen auf die grüne Wiese bauen lässt. "Wir wollen die Innenstadt entwickeln. Wohnungen werden hier ebenso geschaffen, wie Arbeitsplätze. Der Stadtrat hat ein klares Konzept zur Belebung der Innenstadt", sagt der Bürgermeister. Ebenso gibt es keine Großinvestitionen in den Tourismus, nur um des Tourismus wegen. "Wir wollen lieber die Lebensqualität der Menschen, die hier wohnen steigern, das hilft in weiterer Folge automatisch dem Tourismus", erklärte der CSU-Politiker. Aktuell entsteht in Freyung die erste Akademie der Volksmusik. 20.000 Leute soll sie jährlich in den Ort locken.

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