Doppel-Bock-Anstich 2018: Bernsteinfarbenes Juwel zierte sich

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AIGEN-SCHLÄGL (anh). "Frische Getreidenoten, begleitet von fruchtigen Tönen, begrüßen die Nase. Im Antrunk ein vollmundig entfaltender Körper und eine Malzsüße, die die Hopfenbittere elegant ausbalanciert" – Braumeister und Diplom-Biersommelier Reinhard Bayer von der Stiftsbrauerei Schlägl ist gestern Abend wieder einmal ins Schwärmen gekommen. Der Grund? – Der neue Doppel-Bock wurde im Vereinshaus angeschlagen. Bayer ist heuer vor allem von der Farbe fasziniert. Messingfarben mit Reflexen von Bernstein und Bronze kommt die Kreation daher. Der Akt selbst lief – so könnte man sagen – unter dem Motto "Wer will noch mal, wer hat noch nicht" ab, denn irgendwie wollte der Hopfensaft nicht aus dem Fass heraus. Nach Festredner Johannes Pausch vom Europakloster Gut Aich, dem einstigen Landeshauptmann Josef Pühringer und Abt Martin Felhofer war es schließlich der Braumeister selbst, der dem hölzernen Bottich den bernsteinfarbenen Trunk entlockte. Bei näherer Betrachtung hatte es ja eigentlich gar nicht anders kommen können, schließlich war es heuer Bayers 20-jähriges Bockbier-Jubiläum.

Erste Biere im April

Nicht nur das "Juwel", wie es das Stift selbst bezeichnete, war an diesem Abend in aller Munde, sondern auch das 800-Jahr-Jubiläum des Stiftes sowie der Umbau. Von 2014 bis 2019 werden insgesamt 15 Millionen Euro investiert worden sein. In der Stiftsbrauerei stehen die Rohbauten für die Gär- und Lagertankfarm sowie der neue, ebenerdige und barrierefreie Besucherzugang bereits. Die ersten neuen Tanks wurden ebenfalls schon geliefert und installiert, die Planung der Innengestaltung der neuen Besucherräumlichkeiten wird voraussichtlich bis April 2019 fertig gestellt. "Im April könnten die ersten Biere dort abgefüllt werden", heißt es seitens des Stiftes. Dann startet auch die Landesgartenschau "Bio.Garten.Eden", für die ebenfalls ein eigenes Bio-Bier kredenzt werden wird.

Aus Alltäglichem Besonderes machen

Das Stift selbst stützt sich laut Abt Martin Felhofer auf drei Werte: Dankbarkeit, Sinn und Orientierung sowie Mut. "Wir wollen dankbar sein, für das, was war, aber auch mutig in die Zukunft schreiten und wir sehen uns als Wegweiser, der Sinn und Orientierung gibt, aber auch neugierig macht", erklärt Felhofer. Festredner Pausch spannte dann – als Wirtshauskind – in den Bogen gar von der Spiritualität zu den Spirituosen und zitierte Heinrich Heine, der einmal gesagt haben soll: "Im Himmel gibt's kein Bier, drum trinken wir es hier." Pauschs Anmerkung dazu: "Aber bei all den Prämonstratensern, die bereits im Himmel sind, wird das wohl heute auch nicht mehr stimmen." Als eines der Erfolgsgeheimnisse des Stiftes und der Brauerei – übrigens eine von 42 in Oberösterreich – nannte er das innere Feuer, das hier seit Jahrhunderten weitergegeben wird und nicht erlischt. "Das Stift hat in vielerlei Hinsicht für die Region gebrannt und tut es immer noch", so Pausch. Vielleicht ist es auch der Leitsatz "Aus Alltäglichem kann, wenn man es behutsam behandelt, etwas Besonderes entstehen und tut es auch", den Kämmerer Markus Rubasch aussprach, der – nicht nur beim Bockbier – seine Wirkung zeigt.

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