28.05.2017, 07:46 Uhr

Jüngste Kulturpreisträgerin: 30. Preis an 30-jährige Christina Scherrer

Ehrliche Freude trotz schauspielerischem Talent zeigte Kulturpreisträgerin Christina Scherrer. vl: Bürgermeister Andreas Lindorfer, Kulturausschussobmann Roland Straußberger, Christina Scherrer, Musikschuldirektor Gustav Auzinger und Raiffeisen-Geschäftsleiter Region Rohrbach Ludwig Kapfer.
ROHRBACH-BERG, PFARRKIRCHEN (alho). Zur Kulturpreisträgerin 2017 wurde die junge, aufstrebende und vielseitige Künstlerin Christina Scherrer vergangene Woche gekürt. Die gebürtige Pfarrkirchnerin erhielt den 30. Kulturpreis der Stadtgemeinde Rohrbach-Berg und der Raiffeisenbank Region Rohrbach. Damit ist Christina Scherrer zugleich mit 30 Jahren die jüngste Kulturpreisträgerin, die es in der Auszeichnungslaufbahn je gegeben hat.

Puppentheater als Kind

Rohrbachs Landesmusikschuldirektor Gustav Auzinger, der bei der Feier im Festsaal der Raiffeisenbank Rohrbach am Montag, 22. Mai die Laudatio hielt, erzählte über die Laufbahn von Scherrer und meinte humorvoll: „Christina hatte bereits ein kleines Puppentheater in der Kindheit und beschäftigte sich damit eingehender, sobald sie des Sprechens mächtig war. In der Landesmusikschule Lembach nahm sie Unterricht in Gesang, Tanz und Violine.“ Die Pfarrkirchnerin nahm auch Theaterunterricht am Rohrbacher Gymnasium, wo sie 2005 maturierte. Anschließend besuchte sie die Universität in Graz für Musik und darstellende Kunst. Ebenso begann sie bald nach der Matura selber Lieder zu schreiben. „Mit 21 Jahren lehnte sie ein Engagement am Deutschen Theater ab, da sie ihren eigenen Ideen und Projekten Vorrang geben wollte“, betonte Auzinger das Selbstbewusstsein der Künstlerin Christina Scherrer.

Erstes Stück mit 23 Jahren aufgeführt

Mit 23 Jahren führte die Kulturpreisträgerin ihr erstes eigenes Theaterstück in Wien auf. Der Kurzfilm „Alles wird gut“, in dem sie eine Rolle innehatte, wurde mit dem Studenten-Oscar ausgezeichnet“. Im Oktober 2016 landete Scherrer in Deutschland im Troubadour-Wettbewerb bereits im Finale und wurde mit dem zweiten Preis ausgezeichnet. Kurzum: Eine Fülle von Talenten, damit ist Christina Scherrer am treffendsten beschrieben, darin waren sich alle bei der Kulturpreisfeier einig. Sie schreibt, vertont und interpretiert ihre Stücke. Mit Christina Scherrer wurde laut Auzingers Laudatio der Kulturreisträgerpalette ein „fehlender Mosaikstein“ hinzugefügt.

Heimat nicht vergessen

Bürgermeister Andreas Lindorfer zeigte sich überzeugt vom jungen Talent und meinte: „Christina lebt für die Schauspielkunst und die Musik. Mich freut es aber auch, dass sie ihre Wurzeln, ihre Heimat, nicht vergessen hat.“ Schließlich ist die talentierte Schauspielerin durch so manche Filmrollen (Tatort) im ganzen deutschsprachigen Raum bekannt geworden.

Preis ist Anerkennung

Scherrer selbst sieht die Kulturpreisverleihung als Riesenanerkennung für ihr bisheriges Arbeiten als Künstlerin: „Die Hälfte von meinem künstlerischen Dasein versuche ich der freien Kunst zu widmen. Das ist keine einfache Sache. Ich bin nicht gefällig und nicht angepasst. Ich habe auch eine gesellschaftspolitische Verantwortung“, sagt die Preisträgerin. Ergänzend fügt die 30-Jährige hinzu: „Mein Weg ist die Narrenkappe, die Komik. Ich bin nicht mit der Idee zum Theater gegangen Hamlet zu spielen, sondern mit der Ansicht einen Clown zu sein, eine Hanswurst.“

Ein Musikalbum folgt

Zahlreiche Pläne reifen nicht nur in Christina Scherrers Kopf: Sie hat ein CD-Album im Mühlviertler Dialekt geschrieben, das im Sommer aufgenommen werden soll. Ein Musikvideo erzählt die Geschichte der Oma, dabei hat Scherrer auch ein Lied der CD eingebaut. Scherrer: „Ich möchte wieder Konzerte mit meiner Band machen. Ende Oktober soll eine CD herauskommen.“ Im August wird in Wien das Jelinek-Stück „Schatten“ mit Christina Scherrer aufgeführt. Zeiten um Abstecher in die Heimatgemeinde machen zu können, nimmt sich Christina Scherrer dennoch: Hier findet sie trotz allem gerne fixe Anknüpfungspunkte.
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