"Zeitpolster," ein Tauschprojekt für Unterstützung im Alltag
Ein wenig Hilfe im Alltag wäre schön…

Durch Helfen Stunden ansparen und später selbst davon profitieren.
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  • Durch Helfen Stunden ansparen und später selbst davon profitieren.
  • Foto: Grafik, Quelle: Zeitpolster, Mag. Sabine Gruber
  • hochgeladen von Maurizio Giorgi

Martha* ist 74 Jahre alt und lebt seit dem Tod ihres Mannes vor drei Jahren allein in ihrer Stadtwohnung. Die Kinder wohnen weiter weg – aus beruflichen Gründen. Sie kommen zu Besuch an den Festtagen oder rufen manchmal kurz an.

Die Pensionistin spielt Schach und geht gern in Museen. Die meisten Dinge im Alltag kann sie noch selbst erledigen. Einen Pflegedienst benötigt Martha deshalb nicht.

Nachbarschaft wie früher gibt es nicht mehr

Doch ab und an wünscht sie sich jemanden mit handwerklichem Geschick, denn auf die hohe Leiter steigen und eine kaputte Glühbirne auswechseln gelingt ihr nicht mehr so gut. Auch beim Einkauf merkt sie, daß sie schwere Sachen nicht mehr so leicht tragen kann.

Eine hilfsbereite Nachbarschaft findet Martha* wichtig, doch durch die Schnelllebigkeit unserer Zeit lassen sich Kontakte nicht mehr so leicht knüpfen. Jeder scheint eingespannt zu sein in einem durchgetakteten Tagesablauf. Nachbarschaft wie früher gibt es nicht mehr. Doch ein wenig Hilfe im Alltag wäre schön…

Hilfe durch „Zeitpolster“
„Zeitpolster“ ist das Projekt des Vereins für Zeitvorsoge. Der Verein möchte die Generationen durch Hilfestellungen verbinden. Freiwillige Helfer und Helferinnen schenken ihre Zeit für Menschen, die Unterstützung bei den täglichen Dingen im Alltag wünschen.

Wie Frau Mag. Sabine Gruber vom Verein für Zeitvorsorge bei einem Vortrag und im Podcast des Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus erklärte, versteht sich das Angebot des Vereins als Ergänzungen zu den vielen professionellen und ehrenamtlichen Angeboten. Das Besondere daran ist, daß die Helfer und Helferinnen ihre geleisteten Stunden auf einem Konto ansparen. Diese Stunden können sie später selbst einlösen. Es fließt also kein Geld, sondern Zeit.

Dort wo die nachbarschaftlichen Beziehungen in unserer Zeit langsam zurückgehen,
die Nachfrage nach Betreuungsangeboten steigt, es aber nicht genügend Angebote gibt,
braucht es neue Konzepte. Der Verein übernimmt keine typischen Pflegedienste und ersetzt auch keinen Arzt, sondern entlastet Personen im Alltag.

Mögliche Hilfestellungen im Alltag
Die freiwilligen HelferInnen gehen einkaufen, kochen, bügeln, beziehen das Bett oder erledigen kleinere Reparaturen im Haushalt wie Glühbirnen auswechseln oder Schnee schaufeln. Sie begleiten zum Arzt, besorgen Medikamente aus der Apotheke, füllen Formulare für die Ämter aus und unternehmen auf Wunsch auch Freizeitaktivitäten wie ins Museum oder in ein Kaffeehaus gehen, oder Schach spielen. Manchmal wünscht sich jemand auch nur einen Menschen, der regelmäßig zu Besuch kommt und zuhört. Ab und an melden sich auch Angehörige von Hilfebedürftigen, damit sie selbst Entlastung bei Alltagsdingen erhalten, z.B. die Post erledigen.

Der Verein klärt dabei vorher genau ab, welche Unterstützung wie häufig gewünscht wird und bespricht die Anfrage mit dem Zeitpolsterteam. Wer gerade kann, übernimmt die Aufgabe. Dabei ist auch wichtig, daß die „Chemie“ stimmt. Durch die Hilfe knüpfen Menschen auch ein Netzwerk und beugen Vereinsamung und Rückzug vor. Empfehlenswert ist auch, das zeitliche Engagement auf fünf Stunden pro Woche zu beschränken. Schließlich sind die Helfer und Helferinnen keine Vollzeitkräfte.

Voraussetzung für helfenden Menschen
Jeder, der gern mit Menschen umgeht, seine freie Zeit einsetzen möchte und das Vorsorgemodell attraktiv findet, kann sich beim Verein melden. Eine spezielle Ausbildung ist nicht erforderlich. Dabei achten die Koordinatoren auf einen einwandfreien Leumund. Auch Zuverlässigkeit und selbständiges Ausführen der Arbeiten sind Voraussetzung. Ebenso ist Kommunikationsfreude ein wichtiger Punkt.

Kontaktdaten
Menschen, die Hilfe wünschen oder ihre Zeit für andere Menschen geben möchten, können sich beim Verein für Zeitpolster unter der Telefonnummer 0043 664 8872 0770 oder per Mail an info@zeitpolster.com melden, Webseite: www.zeitpolster.com

Was kostet das?
Damit das Projekt „Zeitpolster“ später einmal (fast) ohne Geld auskommt, muß die Startphase noch finanziert werden. Acht Euro kostet die geleistete Stunde für Menschen, die Hilfe in Anspruch nehmen. Davon fließen drei Euro in die Organisation des Netzwerks. Drei Euro fließen auf ein Notfallkonto. Vom Rest werden Steuern und Sozialversicherung bezahlt. Das Notfallkonto dient dazu, im Betreuungsfall Hilfe zukaufen zu können. Denn nicht immer stehen genügend freiwillige Helfer und Helferinnen sofort zur Verfügung. Ziel ist es, jede selbst geleistete Stunde wiederum für sich einlösen zu können, wenn man sie später einmal braucht, daher der Name "Zeitpolster".

Veranstaltung zum Internationen Tag der älteren Generation
Zum Internationalen Tag der älteren Generation findet in ganz Österreich ein Aktionstag statt.
Das Modell „Zeitpolster“ wird ausführlich vorgestellt: Es gibt eine Gesprächsrunde mit Experten unter dem Titel „Wer wird in Zukunft wen betreuen?“. Die Veranstaltung findet statt am Dienstag, den 1.10.19, um 18 Uhr, im Impact Hub, 1070 Wien, Lindengasse 56, Eingang rechts, Innenhof, Erdgeschoß, im Event-Raum. Zum Ausklang gibt es ein Buffet mit Livemusik und Filmmusik aus den 60iger Jahren. Anmeldung an wien@zeitpolster.com, Webseite: www.zeitpolster.com

*Fiktives Beispiel

Durch Helfen Stunden ansparen und später selbst davon profitieren.
Das Finanzierungsmodell von "Zeitpolster".
Autor:

Maurizio Giorgi aus Rudolfsheim-Fünfhaus

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