Verein "JoJo"
Patenschaftsprojekt: Kinder ein Stück begleiten
- Heidi Eher ist Geschäftsführerin des Verein "JoJo".
- Foto: Verein JoJo
- hochgeladen von Lisa Gold
Projekt "Gemeinsam wachsen": Freiwillige unterstützen Kinder aus Familien, in denen ein Elternteil psychisch erkrankt ist.
SALZBURG. Es ist so etwas wie "eine Insel für Kinder. Etwas, das Stabilität, Vertrauen und Freude schafft und das im Idealfall über viele Jahre" - so beschreibt Heidemarie Eher, Geschäftsführerin des gemeinnützigen Vereins "JoJo" das Patenschaftsprojekt "Gemeinsam wachsen".
Langfristige Beziehung aufbauen
Dabei stellen sich engagierte Freiwillige als gesunde, stabile und verlässliche Bezugspersonen für Kinder und Familien, in denen ein Elternteil psychisch belastet oder erkrankt ist, zur Verfügung und verbringen regelmäßig Zeit mit dem Kind.
"Es geht hier ganz viel um Vertrauen und um den Aufbau von einer langfristigen Beziehung. Den Kindern die Schwere des Alltags zu nehmen und mit ihnen gemeinsam etwas zu unternehmen, Freude und Unbeschwertheit in ihr Leben zu bringen"
, erklärt Eher die Grundintention hinter dem Projekt, das in der Stadt Salzburg, im Flachgau und im Tennengau verankert ist.
Gemeinsam Zeit verbringen
Gesunde zusätzliche Bezugspersonen von außerhalb, in diesem Fall Paten oder Patinnen, die mit ihnen Freizeitaktivitäten unternehmen, seien eine wichtige Ressource für Kinder aus Familien mit psychischen Belastungen oder Erkrankungen.
"Im Schnitt ist es einmal pro Woche, dass der Pate oder die Patin mit dem Kind etwas unternimmt, ob ein Besuch im Schwimmbad, im Zoo, am Spielplatz oder einfach im Advent zusammen Kekse backen. Das können ganz einfache Dinge sein, vielmehr geht es darum, für das Kind da zu sein und gemeinsam eine gute Zeit zu verbringen. Wir merken immer mehr, dass es in vielen Familien abgesehen von den Eltern kaum Bezugspersonen gibt, das ist sicher auch eine gesellschaftliche Entwicklung. Wenn dann noch eine psychische Erkrankung dazukommt, dann schaffen das viele Familien nicht mehr und hier nehmen dann die Paten eine wichtige Rolle ein", schildert Eher.
Paten als wichtige Bezugsperson
Der Bedarf dafür sei groß - aktuell würden 20 Familien auf der Warteliste von "Gemeinsam wachsen" stehen, die auf eine Patin oder einen Paten warten.
"Wir freuen uns sehr, wenn sich Menschen melden, die sich gern als Pate zur Verfügung stellen würden. Die meisten Kinder sind zwischen zwei und vier, fünf Jahren, grundsätzlich werden Kinder bis 13 Jahren in das Patenschaftsprojekt aufgenommen"
, fügt Eher hinzu.
Über den Verein JoJo werden die freiwilligen Paten mit den jeweiligen Familien zusammengeführt und auch danach weiter begleitet. "Wir überlegen uns da im Vorfeld, welcher Pate gut zu welcher Familie passt und organisieren dann ein Kennenlerntreffen. Danach können beide Seiten entscheiden, ob die 'Chemie stimmt', wie man so schön sagt", erklärt Eher den Ablauf. Entscheidend sei dabei vor allem der Faktor Langfristigkeit.
"Damit meinen wir über viele Jahre. Viele unserer Paten sind wirklich lange Begleiter und Vertrauenspersonen auf dem Lebensweg der Kinder. Paten machen wirklich den Unterschied im Leben eines Kindes aus. Wenn Familien und Kinder merken, dass es da diese eine Person gibt, die verlässlich und stabil für das Kind da ist, das macht im Lebensverlauf oft den großen Unterschied aus. Da schmerzt es mich oft umso mehr, dass wir leider zu wenig Freiwillige haben, die sich gern als Pate oder Patin einbringen würden", schildert Eher.
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