19.10.2017, 20:48 Uhr

Rheuma hat viele verschiedene Leiden

Die Internisten Andrea Studnicka-Benke und Oskar Psenak mit Moderatorin Angelika Pehab (Foto: Bernetstätter)

Das Mini Med Studium informierte über Formen, Ausprägungen und Therapie von schmerzenden Gelenken und Knochen.

SALZBURG (ap). Jeder dritte Salzburger ist in seinem Leben damit konfrontiert. Und über 100 verschiedene Erkrankungen umfasst der Begriff Rheuma. Alle haben sie eines gemeinsam: Schmerzen und damit Einschränkungen des Bewegungsapparats. Dabei sind Gelenke, Knochen, Muskeln und Bindegewebe in irgendeiner Form vom Krankheitsgeschehen betroffen. 

Einteilung von Rheuma

Rheuma klingt simpel, ist aber sehr komplex. Das wurde auch den Besuchern beim Semesterstart des Mini Med Studiums im Hotel Heffterhof schnell klar. "170 Gelenke können im menschlichen Bewegungsapparat erkranken", erläutert die Oberärztin der Rheumaambulanz der Universitätsklinik für Innere Medizin 3 der SALK und PMU, Andrea Studnicka-Benke. Eine Einteilung kann getroffen werden in entzündliche (wie Arthritis), nicht-entzündlich rheumatische (wie Arthrose) beziehungsweise stoffwechselbedingte rheumatische (unter anderem Gicht) Erkrankungen. Rheuma ist wie oft fälschlich angenommen keine Alterserkrankung. Im Gegenteil: Rheumatische Krankheiten können in jeder Altersphase auftreten. Chronisch entzündlich-rheumatische Systemerkrankungen beginnen besonders häufig um das 40. Lebensjahr. "Frauen sind meist häufiger als Männer von diesen Rheumaformen betroffen", weiß Studnicka-Benke.

Früherkennung ist wichtig

"Viele Betroffene warten zu lange, bis sie einen Arzt aufsuchen, weil sie bei ihren Symptomen nicht an Rheuma denken. Dabei geht wertvolle Zeit verloren, um entzündliche Prozesse einzudämmen und die Lebensqualität zu verbessern", so die Internistin, die auch verriet, dass dank neuester Medikamente in den letzten Jahren kein Patient mehr in den Rollstuhl musste. Und: Bewegung ist bei Rheuma immer gut, ebenso wie eine Gewichtsabnahme bei Übergewicht.

Medikamentöse Therapie

Auf die verschiedensten Pharmazeutika und ihre Wirkung auf unterschiedliche Ausprägungen von Rheuma ging im Rahmen des Mini Med Studiums auch der Facharzt Oskar Psenak ein. Gezielt eingesetzt können je nach dem Schmerzmittel, entzündungshemmende Schmerzmittel, Kortisonpräparate, Basistherapie oder Biologika Abhilfe schaffen. "Generelle Therapieziele in der Rheumatologie sind für uns neben der Schmerzreduktion, einer Verdrängung der Schwellung und einer Verbesserung der Beweglichkeit auch der Erhalt der alltäglichen Belastbarkeit sowie der Einschluss in den Arbeitsprozess.

Ein gutes Leben trotz Rheuma

"Wer Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen und ungesunde Ernährung ausschaltet, sich ausreichend bewegt, für eine gute pharmakologische Kontrolle der systemischen Entzündung sowie für regelmäßige Kontrollen beim Facharzt für Rheumatologie sorgt und die richtig dosierten Medikamente einnimmt, kann Schmerzen lindern und Behinderungen einschränken", so Psenak.

Einladung zur nächsten Veranstaltung

Der nächste Vortrag findet am Mittwoch, den 22. November um 19 Uhr im Hotel Heffterhof statt. Dann mit dem Thema: Wohlstandsproblem - Diabetes, Cholesterin, Blutfette & CO: Mythen und Fakten. Als Referent fungiert Oberarzt Bernhard Paulweber von der Univ.-Klinik für Innere Medizin I, Gastroenterologie und Stoffwechselerkrankungen. Der Eintritt ist frei.

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