30.11.2016, 09:58 Uhr

Alkohol-Workshop „Klar im Kopf“ tourt durch Salzburg

Die "Rauschbrille" soll Jugendlichen zeigen, wie man sich unter Alkoholeinfluss fühlt. (Foto: KFV)

Das Land Salzburg und das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) führen unter dem Motto „Abendblau und Morgentod. Nur klar im Kopf ist sicher unterwegs“ Sicherheitsaktionen für Jugendliche in Salzburg durch. Die landesweiten Workshops, insgesamt wurden heuer bereits 27 Einheiten an allgemein höheren Schulen und in Kasernen durchgeführt, zeigen die Risiken von Alkoholkonsum im Straßenverkehr auf und lehren die Jugend: Wer trinkt, fährt nicht und wer fährt, trinkt nicht!

Alkohol am Steuer ist neben Ablenkung und zu hoher Geschwindigkeit eine der Hauptunfallursachen im österreichischen Straßenverkehr. Eine Unfallstatistik der KFV zeigt, dass 2015 alleine in Salzburg 41 Unfälle durch Alkohollenker im Alter zwischen 17-24 Jahren verursacht wurden, 29 Personen wurden dabei verletzt. Menschen, die unter Alkoholeinfluss ein Fahrzeug lenken, setzten jedoch nicht nur ihr eigenes Leben aufs Spiel, sondern auch jenes anderer unschuldiger Verkehrsteilnehmer.

Aktion „Abendblau und Morgentod – Nur klar im Kopf ist sicher unterwegs“

Bei einem zweistündigen Gruppengespräch werden Jugendliche auf die Gefahren und Risiken des Alkoholkonsums sensibilisiert. Weiters haben Schüler die Möglichkeit, mittels „Rauschbrille“, die Beeinträchtigung durch Alkohol selbst zu erleben. „Uns ist es sehr wichtig, dass die jungen Teilnehmer nach dem Workshop zu dem Schluss kommen: Wenn ich trinke, fahre ich nicht. Wenn ich fahre, dann trinke ich nicht. Durch diese klare Trennung kommt man gar nicht erst in Versuchung Alkohol zu trinken, wenn man mit dem Auto, dem Motorrad oder dem Moped unterwegs ist“, erklärt Martin Pfanner vom KFV.

Beeinträchtigung durch Alkohol häufig unterschätzt

Die starke Auswirkung von Alkoholkonsum auf das Fahrverhalten ist vielen jungen Lenkern nicht bewusst. Tatsächlich steigt unter Alkoholeinfluss das Unfallrisiko um ein Vielfaches, bei 0,5 Promille ist die Unfallgefahr bereits doppelt so hoch, mit 0,8 Promille ist das Unfallrisiko fünfmal höher als nüchtern. Aufmerksamkeitsschwankungen treten auf, die Konzentrationsleistung nimmt ab und es kommt zu einer Verminderung der Reaktionsschnelligkeit. Weitere Symptome bei alkoholisierten Lenkern sind unter anderem verlangsamter Pupillenreflex und dadurch längere Blendung durch die Scheinwerfer entgegenkommender Fahrzeuge, gestörte Geschwindigkeitswahrnehmung, Gleichgewichtsschwankungen und extreme Selbstüberschätzung. „Wir wissen, dass junge Fahrer schneller bereit sind, ein Risiko einzugehen und Gefahren häufig nicht richtig einschätzen können. Aus diesem Grund ist es bei dieser Gruppe besonders wichtig, ihre Risikokompetenz ausreichend zu schulen und ihnen die Auswirkungen des Alkoholkonsums im Straßenverkehr vor Augen zu führen", erklärt Landesrat Hans Mayr.

Alkohol am Steuer zieht auch erhebliche Strafen nach sich!

Zwischen 0,5 und 0,79 Promille kommt es neben einer Geldstrafe auch zu einer Vormerkung. Wer mit 0,8 bis 1,19 Promille erwischt wird, muss mit einer Geldbuße sowie einer Entziehung der Lenkberechtigung von einem Monat rechnen und sich zusätzlich einem Verkehrscoaching unterziehen. Ab 1,2 Promille wird der Führerschein für mindestens vier Monate abgenommen, ab 1,6 Promille für mindestens sechs Monate. Zusätzlich kommt es zu einer Geldstrafe und einer Nachschulung, ab 1,6 Promille müssen Lenker ein amtsärztliches Gutachten sowie eine verkehrspsychologische Stellungnahme beibringen.

Nicht zu vergessen sind auch die versicherungsrechtlichen Konsequenzen, da die Versicherung im Falle einer Alkoholbeeinträchtigung die Möglichkeit hat, den von ihr ersetzten Schaden bis zu einem bestimmten Betrag von den alkoholisierten Lenkern zurückzuverlangen. Werden beim Unfall auch Personen verletzt, muss man sogar mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.
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