13.07.2017, 13:36 Uhr

Salzburgerinnen im NS-Widerstand sollen neben Rosa Hofmann ein Denkmal erhalten

Politologin Barbara Wolf-Wicha (M.), Christine Steger und Patrick Bohn vom KZ-Verband Salzburg wollen, dass das Rosa-Hofmann-Denkmal im Stölzlpark um ein Memorial für sieben Salzburgerinnen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus erweitert wird.

Sieben Patinnen und der KZ-Verband stehen hinter Memorial-Projekt für sieben von den Nazis ermorderte Salzburgerinnen

Das vor zwei Jahren in den Stölzplpark verlegte Rosa Hofmann-Denkmal soll erweitert werden. Denn die Erinnerungskultur ist – was den Widerstand gegen den Nationalsozialismus betrifft – überwiegend männlich. "Es gibt sehr wenige Studien über Frauen im Widerstand und es gibt nur eine einzige Studie darüber, was Frauen für ihre Männer im Widerstand geleistet haben", sagt Sylvia Hahn, Historikerin und Vizerektorin der Universität Salzburg. Sie ist eine von sieben Salzburgerinnen, die dem Wunsch des KZ-Verbandes nach einem Memorial für sieben dieser Salzburgerinnen im Widerstand Patin stehen.

Politologin Barbara Wolf-Wicha ergänzt: "Dieses dann erweiterte Rosa Hofmann-Denkmal soll nicht nur an die Frauen und ihre Leistungen im Widerstand erinnern, sondern auch eine Aufforderung an alle Frauen sein, laut aufzuschreien, wenn sie heute Ungerechtigkeiten wahrnehmen." Gerade in einer Zeit wie jetzt, "in der wir weltweit einen schleichenden Abbau unserer demokratischen Werte erleben, ist das wichtiger denn je", so Sylvia Hahn.

Wie soll es nun weitergehen? "Wir wollen unser Vorhaben allen im Salzburger Gemeinderat vertretenen Fraktionen unterbreiten und haben ein klares Ziel: einen von allen Fraktionen getragenen Antrag für die Erweiterung des Rosa Hofmann-Denkmals in der ersten Sitzung nach der Sommerpause am 20. September", erklärt Christine Steger vom KZ-Verband. Konkret sollen Gemeinderätinnen angesprochen werden. Pläne für das Memorial gibt es keine, nach den Vorstellungen der Proponenten soll ein öffentlicher Wettbewerb stattfinden.

Ebenfalls als Patinnen zur Verfügung stellen sich Sozialforscherin Birgit Buchinger, die frühere Präsidentin der Katholischen Aktion Luitgard Derschmidt, SGKK-Öffenlichkeitsarbeit-Leiterin Karin Hofer, Journalistin Katharina Krawagna-Pfeifer und Frauengesundheitszentrum-Vorsitzende Katharina Schmid. Die "widerständigen" Frauen aus Salzburg und Hallein sind Rosa Bernmoser, Maria Bumberger, Anna Frauneder, Josefine Lindorfer, Marianne Innerberger, Anna Prähauser und Anna Reindl. Alle wurden im KZ Auschwitz ermordet.
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