17.11.2016, 10:43 Uhr

Wozu brauchten wir Kinderrechte?

Kinderrechte MMV (Foto: Franz Neumayr)
Alle Kinder, die –unter benachteiligenden Bedingungen aufwachsen, haben genauso das Recht auf besondere Fürsorge und Förderung des Staates und der Gesellschaft wie alle anderen Kinder.

Doch die Realität sieht leider ganz anderes aus

Knapp ein Viertel aller Kinder in Österreich ist von Armut betroffen, ebenso viele Kinder erleben Konflikte in der Familie, die mittels Gewalt gelöst werden. Der Leistungsdruck nimmt zu, gleichzeitig erleben sich immer mehr Kinder und Jugendliche von zentralen Lebensbereichen ausgeschlossen. Nach wie vor gelingt es unserem Schulsystem nicht, soziale Ungleichheit auszugleichen, ganz im Gegenteil. 30 Millionen Kinder sind weltweit auf der Flucht, so viel wie nie zu vor. In Österreich sind rund 11.000 unbegleitete minderjährige geflüchtete Jugendliche in vielen Belangen wesentlich schlechter gestellt als andere Kinder.
EU-weit kann fast jeder zehnte Jugendliche die tägliche Grundbedürfnisse nicht decken, knapp 20 Prozent aller 20- bis 24-Jährigen befinden sich weder in einer beruflichen Ausbildung, noch gehen sie einer bezahlten Beschäftigung nach.

Die Liste ist lang, die Jugendlichen sind die wahren Verlierer in diesem System!
Der größte Feind der Kinderrechte sind Ungleichbehandlung, Ausgrenzung und Perspektivenlosigkeit. Keine Aussicht auf eine Berufsausbildung, einen Arbeitsplatz, auf leistbaren Wohnraum, keine Hoffnung auf bessere Lebensbedingungen für sich selbst und später einmal die eigenen Kinder, keine Teilhabe am kulturellen Leben und am sozialen Fortschritt.

Kinderrechte nicht ernst zu nehmen, bedeutet, eine individuelle Katastrophe für jede und jeden einzelnen, mit enormen ökonomischen Folgekosten für die Gesellschaft und eine Gefahr für Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt.
Junge Menschen hingegen zu beteiligen, sie zu schützen und zu fördern und ihnen einen lebenswerten Planeten zu übergeben, trägt zur Persönlichkeitsentwicklung bei, zum Erlernen von Verantwortung, Empathie und Solidarität.
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