Arbeiterkammer unterstützt Beschäftigte
Gössl beantragt Sanierung
- Das renommierte Salzburger Trachtenunternehmen Gössl hat am Mittwoch beim Landesgericht zwei Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt.
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Das renommierte Salzburger Trachtenunternehmen Gössl beantragte am Mittwoch beim Landesgericht zwei Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung. Die 1947 gegründete Firma, die sich auf hochwertige Trachtenmode spezialisiert hat, kämpft seit der Covid-19-Pandemie mit finanziellen Schwierigkeiten. Der Insolvenzschutzverband für Arbeitnehmer (ISA) der Arbeiterkammer Salzburg steht bereit, um die Interessen der Beschäftigten zu sichern.
SALZBURG. Das traditionsreiche Salzburger Trachtenunternehmen stellte für die Gössl GmbH sowie die Gössl Gwand GmbH am Landesgericht Salzburg einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung. Die 1977 gegründete Firma, bekannt für ihre Trachtenmode, sieht sich mit massiven finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert.
Folgen der Corona-Pandemie
Die Insolvenzursachen seien, laut des staatlich bevorrechtigten Gläubigerschutzverbandes Creditreform, vielfältig: Umsatzeinbrüche durch pandemiebedingte Betriebsschließungen, veränderte Kaufgewohnheiten, Energiekrise und Personalmangel. Zusätzlich sollen Rückzahlungsbedingungen für Corona-Überbrückungskredite zu einer akuten Liquiditätskrise geführt haben.
Auch das Unternehmen selbst teilte vor einigen Wochen mit, dass es trotz staatlicher Hilfszahlungen in Höhe von 5,9 Millionen Euro auf 40 Prozent der Corona-Lockdown-Verluste sitzen geblieben ist. Auch eine vorzeitige Kreditfälligkeit und die Kontensperrung erschwerten die Zahlung fälliger Finanzamtschulden.
- Maximilian Gössl, Geschäftsführer des Unternehmens, äußert scharfe Kritik am Vorgehen der Bank und dem mangelnden Verständnis seitens der Politik. Er betonte die langjährige Bedeutung von Gössl für die österreichische Wirtschaft und bedauerte die fehlende Unterstützung in dieser schwierigen Situation.
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Laut Creditreform seien etwa 46 Mitarbeiter und 180 Gläubiger von der Insolvenz betroffen. Das Aktivvermögen betrage im Liquidationsfall rund 1,47 Millionen Euro, bei Fortführung etwa 2,03 Millionen Euro. Dem stünden Passiva von rund 9,60 Millionen Euro gegenüber. Den Gläubigern würde ein Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren angeboten werden. Das Unternehmen beabsichtige jedoch, den Betrieb fortzuführen.
Arbeiterkammer unterstützt Beschäftigte
Der Insolvenzschutzverband für Arbeitnehmer:innen (ISA) der AK Salzburg steht bereit, um die Interessen der Beschäftigten zu sichern. AK-Präsident Peter Eder kritisiert die verzögerte Antragstellung, die zu einer verspäteten Auszahlung ausstehender Löhne und Weihnachtsgelder führte:
„Es ist gut, dass die Beschäftigten nach wochenlangem Warten Klarheit haben. Nicht nachvollziehbar ist, weshalb sich die Geschäftsführung so viel Zeit gelassen hat, um den Antrag einzubringen. Die Auszahlung der ausstehenden Löhne und Gehälter sowie Weihnachtsgelder hat sich dadurch unnötigerweise verzögert. Diesen finanziellen Rückschlag vor Weihnachten haben sich die Beschäftigten nicht verdient.“
Peter Eder, Präsident der Arbeiterkammer Salzburg
- AK-Präsident Peter Eder kritisiert die verzögerte Antragstellung, die zu einer verspäteten Auszahlung ausstehender Löhne und Weihnachtsgelder führte.
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Wie die Arbeiterkammer Salzburg mitteilte, stehen die ISA-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Sachen Gössl-Insolvenz auf Abruf, und werden die Ansprüche der Beschäftigten schnellstmöglich an den Insolvenz-Entgelt-Fonds weiterleiten, sobald der Insolvenzantrag vom Gericht genehmigt wurde. Die Abwicklung kann allerdings zwischen zwei Wochen und drei Monaten dauern.
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