Weihnachten im Schärdinger Alten- und Pflegeheim
"Ich musste so alt werden, um das Christkind zu sehen"

Heimleiterin Elisabeth Schuhnicht, Alois Rackaseder, Pflegerin Gerlinde Wölflingseder und Rosa Albenberger.
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  • Heimleiterin Elisabeth Schuhnicht, Alois Rackaseder, Pflegerin Gerlinde Wölflingseder und Rosa Albenberger.
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Mit "Stille Nacht, Heilige Nacht", Bratwürstel, Geschenken und sogar einem Christkind. Im Alten- und Pflegeheim Schärding in der Ernst-Fuchsig-Straße wird Weihnachten gefeiert, wie kein anderes Fest im Jahr. Die Ruhe und das Miteinander sind dabei das wichtigste. 

SCHÄRDING. "Ich musste so alt werden, um endlich das Christkind zu sehen", sagt Rosa Albenberger. Die 94-Jährige ist aus Taufkirchen an der Pram und lebt seit drei Jahren im Alten- und Pflegeheim in Schärding. Im Vorjahr hat ihr Sohn sie überredet, den Heiligabend zu Hause zu feiern. Aber heuer will sie wieder im Heim bleiben. Denn eine schönere Weihnachtsfeier wie hier könne sie sich nicht vorstellen. "Zuhause ist es auch schön, aber laut. Hier ist es ruhiger und es besucht uns sogar ein echtes Christkind", erzählt sie mit einem Schmunzeln. Das "echte Christkind" ist Gerlinde Wölflingseder. Seit vier Jahrzehnten ist sie Pflegerin. 20 Jahre lang hat sie ohne Unterbrechung den 24. Dezember mit den Bewohnern verbracht – und ist dabei mit weißem Kleid, Engelslocken und Flügerl durch die Stockwerke spaziert. 

Für jeden gibt's ein Geschenk

Es ist das Traditionelle, die Stille – das macht das Fest für die Bewohner besonders. "Sie sind hier zuhause und so sollen sie sich auch fühlen", sagt Gerlinde Wölflingseder. Am 24. steht deshalb alles am Programm, was traditionell dazugehört: Bratwürstel, Punsch, ein gemeinsames Essen auf einer weiß gedeckten Tafel, Geschenke für jeden. "Wir fragen die Angehörigen, was sich die Bewohner wünschen. Sind keine Angehörigen mehr da, gibt's ein vom Heim ausgesuchtes Geschenk. So geht niemand leer aus", schildert die Pflegerin. 

"Bewohner, die das ganze Jahr nicht sprechen, fangen bei 'Stille Nacht, Heilige Nacht' an, mitzusingen. Das ist sehr berührend." 
Gerlinde Wölflingseder, Pflegerin im Altenheim Schärding

"Das Weihnachten hier im Heim kann man mit damals gar nicht vergleichen", sagt Alois Rackaseder aus Wernstein (93). "Wir waren acht Kinder, was hatten wir da schon. Wenn wir eine Breze bekommen haben, haben wir uns schon gefreut." Für ihn ist der schönste Moment das Hirtenspiel des Antiesenhofener Kinderchors ein paar Tage vor Weihnachten. "Wenn die Kinder singen, dann lässt es die Augen der Bewohner strahlen", sagt Heimleiterin Elisabeth Schunicht. Genauso das gemeinsame Singen an Heiligabend. Das Lied "Stille Nacht, Heilige Nacht" ist unabdingbar für die Weihnachtsstimmung, die auch traurig sein darf. "Zu der Zeit kommen auch viele Erinnerungen an früher hoch oder die Bewohner vermissen ihr Daheim oder Angehörige. Auch das braucht Raum und darf sein", sagt Pflegerin Wölflingseder. Es sei berührend zu sehen, was das Lied bewirkt: "Sogar Bewohner, die das ganze Jahr nicht sprechen, fangen an mitzusingen." 

Personal ist mit Herzblut an den Feiertagen im Einsatz

Personal für die Feiertage zu finden, ist für das Schärdinger Heim kein Problem, wie Leiterin Elisabeth Schunicht sagt. "Wir haben grundsätzlich eine Urlaubssperre. Also jeder Mitarbeiter muss entweder Weihnachten oder Silvester im Einsatz sein. Aber Einteilung erfolgt immer recht schnell und unkompliziert", erklärt die Leiterin. "Zu Weihnachten ist die Stimmung eine ganz andere. Auch für die Pflegekräfte. Sie sind alle mit Herzblut dabei und schauen nicht auf die Uhr."

90 Menschen leben im Altenheim Schärding. Nur zwei bis drei Bewohner pro Stockwerk verbingen Heiligabend zu Hause. Alle anderen schätzen es sehr, dass sich das Pflegerpersonal derart um angenehme Feiertage bemüht. "Ein schöneres Weihnachtsfest wie hier kann ich mir nicht vorstellen", sagt Rosa Almberger mit einem Lächeln.

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