Was Baugründe in den Gemeinden kosten

BEZIRK. "Es gibt immer ein Stadt-Land-Gefälle. Je näher Grundstücke am Stadtzentrum liegen, umso teurer wird es", so Christian Goldberger von der Raiffeisen Immobilien Bezirk Schärding. Deshalb ist es nicht weiter verwunderlich, dass Schärding mit seinen umliegenden Gemeinden St. Florian, Brunnenthal und Suben zu den Orten mit dem höchsten Quadratmeterpreis im Bezirk zählt.

Im Vergleich zu anderen Regionen gemäßigte Preise

In Schärding kostet der Quadratmeter Baugrund ab 120 Euro aufwärts. Doch auch in Andorf und Schardenberg sind die Grundstückspreise gestiegen. "Am stärksten hat mit Sicherheit Andorf in den letzten zehn Jahren angezogen", so der Immobilienexperte. Ab 50 bis zu 130 Euro für die Top-Lagen zahlen Häuselbauer hier laut Goldberger für den Quadratmeter. "Andorf ist eine attraktive Wohnlage. Man baut normalerweise nur einmal im Leben, da ist es gescheiter man zahlt für den Grund etwas mehr und hat dafür langfristig kurze Wege zur Schule oder zum Einkaufen", so Andorfs Bürgermeister Peter Pichler. Die Gemeinde selbst kauft immer wieder Grundstücke an, die sie zum Einkaufspreis weiterverkauft. Sowohl das Land als auch die Gemeinde möchten laut Pichler, dass sich die Siedlungstätigkeiten konzentrieren – so wie im Baugebiet West, in dem neben Firmenansiedlungen auch platzsparende Doppelhaushälften entstehen werden.

Andorfs Preise haben am stärksten angezogen

Bauvorhaben an den Rändern der Ortsteile haben es etwas schwerer mit der Genehmigung – was immer wieder Andorfer bewegt, in anderen Gemeinden zu bauen. Eine geringe steuernde Wirkung schreibt Pichler dem Erhaltungsbeitrag zu, den Besitzer für Grundstücke zahlen müssen, die an Kanal und Wasser angeschlossen sind, aber länger nicht bebaut werden. Auch in Schardenberg versucht die Gemeinde, den Grundstückspreis zu drücken. Für 29 bis 37 Euro pro Quadratmeter verkauft sie Gründe weiter. "Wir wollen auf keinen Fall, dass sich die Schardenberger keinen Baugrund mehr leisten können", so Bürgermeister Josef Schachner. Daher belegt die Gemeinde gewidmete Flächen mit einem Bauzwang und widmet keine zu großen Flächen in privater Hand: "Sonst wären wir mit den Preisen ganz woanders." Denn im Interesse der Gemeinde sei es nicht, die zahlungskräftigsten Bauherren, sondern vor allem junge Familien in der Gemeinde zu haben, so Schachner.

Enzenkirchen am billigsten

Am günstigsten kommt Häuselbauer der Grund in Enzenkirchen – es geht mit 16 Euro pro Quadratmeter los. Die Gemeinde beginnt hier aktuell mit der Erschließung einer Siedlung mit 21 Bauparzellen von Mühlweg bis zum Ortszentrum. "Verkauft haben wir noch nichts, aber es gibt bereits elf bis zwölf Anmeldungen", so Bürgermeister Franz Hochegger. Im Vergleich zu anderen Regionen sind die Grundstückspreise im Bezirk gemäßigt: "Schärding hat keine Industrie und keinen Speckgürtel, ist eher touristisch geprägt", so Goldberger.

Zur Sache:
Im Jahr 2018 lag der von Statistik Austria ermittelte Mittelwert für Baugrund in Österreich bei 89 Euro pro Quadratmeter. Damit ist der Durchschnittspreis für Bauland um 3,5 Prozent in Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Merkmale wie das Alter von Immobilien, die den Preis beeinflussen, werden dabei jedoch nicht berücksichtigt. Am höchsten waren die durchschnittlichen Immobilienpreise im Westen Österreichs und in Wien. Oberösterreich befindet sich im Bundeslandvergleich in der Mitte.

• Burgenland: 50 Euro/m²
• Kärnten: 58 Euro/m²
• Steiermark: 58 Euro/m²
• Oberösterreich: 85 Euro/m²
• Niederösterreich:
90 Euro/m²
• Salzburg: 250 Euro/m²
• Tirol: 271 Euro/m²
• Vorarlberg: 414 Euro/m²
• Wien: 709 Euro/m²
(Quelle: Statistik Austria)

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