12.02.2018, 13:47 Uhr

15-jährige Kopfingerin rettet ihrem Papa im Stall das Leben

Hanna (vorne) rettete ihrem Vater Johannes gemeinsam mit Opa Ernst (hinten 2. von rechts) das Leben. Mit am Bild, die Kopfinger Rettungssanitäter Thomas Wallner und Daniel Wallner. (Foto: OÖRK/Hartl)

Ein Kopfinger Landwirt sackt im Melkstand plötzlich zusammen. Seine Tochter Hanna reagiert sofort und rettet mit ihrem Eingreifen ihrem Vater das Leben.

KOPFING. Im Fall der Fälle richtig zu reagieren, kann ein Leben retten: Das weiß Hanna Grüneis-Wasner (15), die sich ein Herz fasste und gemeinsam mit ihrem Opa Ernst ihren Vater Johannes ins Leben zurückholte. Dieser arbeitete am 18. Dezember 2017 um 6:50 Uhr früh im Kuhstall seines Bauernhofes in Kopfing. Wie aus dem Nichts blieb auf einmal sein Herz stehen und er fiel leblos in den sogenannten „Melkstand“.

Vor etwa einem Jahr absolvierte Hanna in der Neuen Mittelschule einen Erste-Hilfe-Kurs. Sie wusste, was zu tun ist: „Ich habe die im Kurs eingeübten Maßnahmen einfach abgearbeitet. In solchen Momenten denkt man nicht lange nach“, schildert sie die Momente bis die alarmierten Rettungskräfte eintrafen.

Sanitäter und Notarzt setzten schließlich den Defibrillator ein und stabilisierten den Patienten. Ein Rettungshubschrauber flog den Verunfallten nach der Erstversorgung ins Krankenhaus Passau. Dort erholte er sich schnell. Nur kurze Zeit später durfte Johannes Grüneis-Wasner das Spital wieder verlassen. „Ich bin froh, dass meine Tochter so schnell reagiert hat. Sie hat mein Leben gerettet“, freut er sich.

„Es war wie ein Weihnachtswunder“, meint Thomas Wallner, Dienstführender der Ortstelle Kopfing, der mit seinem Cousin Daniel nur wenige Minuten nach der Alarmierung am Bauernhof eintraf. „Nur ganz wenige Menschen sind nach so einem Zwischenfall so schnell wieder auf den Beinen.“

Jeder kann in die Situation kommen, Erste Hilfe leisten zu müssen

Erste Hilfe zu leisten, kann jeden treffen. Rund 80 Prozent der Unfälle passieren im eigenen Umfeld. Nur wenige Handgriffe entscheiden oft über Leben oder Tod, über schnelle Heilung und Genesung oder bleibende Schäden. Manche Menschen scheuen sich jedoch davor, Hilfe zu leisten, wenn es notwendig ist. Zumeist liegt das Zögern in der Angst begründet, etwas falsch zu machen.

„Ein Erste-Hilfe-Kurs nimmt die Angst und gibt Sicherheit“, weiß Walter Aichinger, Präsident des OÖ. Roten Kreuzes. Das wissen auch die 33.020 Personen, die im Vorjahr einen Erste-Hilfe-Kurs besucht haben – eine Rekordzahl. Aktuellen Befragungen zufolge traut sich nur etwa ein Drittel der Bevölkerung zu, im Ernstfall Erste Hilfe zu leisten. Aber: Nichts zu tun, ist das Einzige, das man im Notfall falsch machen kann. Ein Beispiel: „Wenn bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand keine unmittelbare Hilfe einsetzt, verschlechtert sich die Überlebensrate mit jeder Minute bis zu zehn Prozent. Bei Atem- und Kreislaufnotfällen, Bewusstlosigkeit, Krampfanfällen oder Kindernotfällen ist es besonders wichtig, rechtzeitig Erste Hilfe zu leisten“, erklärt Aichinger.

Aus diesem Grund bietet das OÖ. Rote Kreuz ab 14. März wieder flächendeckend Erste-Hilfe-Kurse an den Dienststellen an – Anfängerkurse und Auffrischungskurse.

Wer denkt, dass ein Erste-Hilfe-Kurs ausschließlich aus einem Frontalvortrag besteht, der irrt. Der Großteil der Zeit wird zum Üben genutzt. Von der allseits bekannten stabilen Seitenlage bis hin zur Verwendung eines Defibrillators – alle möglichen Notfälle spielen die Kursteilnehmer durch.

Etwa alle vier Jahre sollte das Erste-Hilfe-Wissen aufgefrischt werden. Dazu bietet das OÖ. Rote Kreuz spezielle Kurse im Ausmaß von acht Stunden an.

Unkomplizierte Online-Anmeldung und das komplette Erste-Hilfe-Kursangebot in ihrer Nähe finden Sie unter www.erstehilfe.at.
Übrigens: Der Kurs kann seit kurzem via Online-Banking bezahlt werden.
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