Mostviertler Garten-Tipp
Frösche und Klima mit torffreier Erde schützen

Um den Lebensraum des seltenen Moorfrosches zu erhalten, sollte man unbedingt torffreie Erden verwenden. | Foto: Adobe Stock
4Bilder
  • Um den Lebensraum des seltenen Moorfrosches zu erhalten, sollte man unbedingt torffreie Erden verwenden.
  • Foto: Adobe Stock
  • hochgeladen von Roland Mayr

Torffrei – sei dabei: Moorfrosch und Klima schützen!

MOSTVIERTEL. Die blau gefärbten Männchen des Moorfrosches in der Paarungszeit wirken fast exotisch. Wohlverdient wurde dieses einzigartige Tier zum Lurch des Jahres 2025 ernannt.

Die "Blaumänner" brauchen Lebensräume mit hohem Grundwasserstand, wie etwa Moore. Doch durch Entwässerung und Torfabbau, z.B. für Blumenerden, sind die Moore in Österreich beinahe verschwunden.

Zu torffreien Produkten greifen

Damit dem Moorfrosch nicht weiterhin "das Wasser abgegraben" wird, sollte man beim Kauf von Erden ausschließlich zu torffreien Produkten greifen. Gärtnern ohne Torf ist außerdem gelebter Klimaschutz. Natürliche Moore speichern große Mengen des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid.

In Mooren und Feuchtgebieten ist doppelt so viel Kohlenstoff gespeichert wie in allen Wäldern der Erde zusammen! Werden Moore zerstört, dann wird das gebundene Kohlendioxid freigesetzt – und das belastet das Klima.

Die Lösung für uns Gärtnerinnen und Gärtner ist naheliegend – man aktiv etwas tun, indem man für Beete, Hochbeete, Töpfe und Blumenkisterl nur noch torffreie Erde verwendet.

Beitrag zum Schutz der Moore leisten

"Die Antwort auf die Frage ‚Warum torffrei Gärtnern?‘ ist einfach. Durch den Kauf torffreier Substrate können wir einen enorm wichtigen und notwendigen Beitrag zum Schutz der Moore leisten, denn Umweltschutz hört nicht beim eigenen Gartenzaun auf. Der Schutz unseres Klimas und der Erhalt der biologischen Vielfalt sind wesentliche Lebensgrundlagen für alle Menschen", so Katja Batakovic, fachliche Leiterin der Bewegung "Natur im Garten".

Doch durch Entwässerung und Torfabbau, z.B. für Blumenerden, sind die Moore in Österreich beinahe verschwunden. | Foto: Tanja Krauss
  • Doch durch Entwässerung und Torfabbau, z.B. für Blumenerden, sind die Moore in Österreich beinahe verschwunden.
  • Foto: Tanja Krauss
  • hochgeladen von Roland Mayr

Augen auf beim Erdenkauf

Glücklicherweise stehen seit vielen Jahren torffreie Erden und Pflanzsubstrate zur Verfügung. Bei der großen Auswahl an Blumenerden und Pflanzsubstraten ist es oft schwierig, ein ökologisches Produkt zu finden, zumal auch in Bio-Erden Torf enthalten sein kann.

"Bio" bedeutet im Fall von Erden und Pflanzsubstraten lediglich, dass das Produkt nicht mit chemisch-synthetischen Mineraldüngern aufgedüngt ist.

Für weitere Unsicherheit kann der Aufdruck "torfreduziert" sorgen. Erden mit diesem Aufdruck am Sackerl enthalten oft bis zu 80 Prozent Torf.

100 Prozent torffreie Substrate sind durch das österreichische Umweltzeichen, durch das "Natur im Garten" Gütesiegel oder den Aufdruck "torffrei" auf der Verpackung gekennzeichnet.

Torffreie Erden und Substrate sowie weitere Produkte rund um das ökologische Gärtnern findet man auf naturimgarten.at/guetesiegel

Tipps zur Verwendung torffreier Substrate:

  • Erden kühl und dunkel lagern. Bei Hitze oder Temperaturschwankungen können sich Nährstoffgehalte und der pH-Wert der Substrate verändern.
  • Gießen: Torffreie Substrate trocknen an der Oberfläche schneller ab, bleiben darunter aber häufig feuchter als gedacht. Töpfe anheben (Gewichtsprobe) oder die Feuchte mit dem Finger prüfen, um nicht zu viel zu gießen. Regelmäßig kontrollieren.
  • Faserreiche, leichte Substrate sollten öfter mit kleinen Mengen gegossen werden, denn sie neigen zum Austrocknen.
  • Schwere Substrate, die viel Sand, Erde, Kompost und Ziegelsplitt enthalten, halten das Wasser länger und müssen seltener gegossen werden.
  • Düngung: Durch Holzfasern oder auch Grünkomposte in torffreien Substraten müssen die Mikroorganismen viel organische Masse umwandeln. Dafür benötigen die kleinen Helfer gleichmäßige Stickstoffgaben. Andernfalls bleibt im Substrat zu wenig für die Pflanzen verfügbarer Stickstoff übrig (Stickstofffixierung). Organische Feststoffdünger (z.B. Schafwollpellets, Hornspäne und -grieß, Phytogrieß) wirken als Depotdünger längere Zeit. Organische Flüssigdünger (aus dem Handel oder selbst hergestellte Jauchen) helfen bei der schnellen Behebung von Mangelsymptomen bzw. einer regelmäßigen, gezielten Nährstoffzufuhr. In jedem Fall sollte beim Düngen auf die passende Dosierung geachtet werden.

Mehr Infos auf naturimgarten.at/torffrei

Weitere Garten-Tipps aus dem Mostviertel findet man in unserem Channel auf MeinBezirk.at/garten-tipps

Das könnte dich auch interessieren:

Jetzt Nistkästen für Vögel im Garten anbringen
Was Schneeglöckchen mit Spinat zu tun haben
Mit Frühbeeten Vorsprung im Garten schaffen
Um den Lebensraum des seltenen Moorfrosches zu erhalten, sollte man unbedingt torffreie Erden verwenden. | Foto: Adobe Stock
Dann kann er weiter munter herumschwimmen. | Foto: Tanja Krauss
Die "Blaumänner" brauchen Lebensräume mit hohem Grundwasserstand, wie etwa Moore.  | Foto: Tanja Krauss
Doch durch Entwässerung und Torfabbau, z.B. für Blumenerden, sind die Moore in Österreich beinahe verschwunden. | Foto: Tanja Krauss
Anzeige
Die IG Windkraft sucht die spannendsten und kreativsten Fotos zum Thema regionale Windkraft.  | Foto: shutterstock.com/TlemeyMJ und Lukas Hirsch
3

Foto einreichen und gewinnen
Mit Windrad-Fotos aus Österreich noch bis 30.9. gewinnen

Im März startete die IG Windkraft gemeinsam mit Exklusiv-Partnerin Wien Energie und Medienpartner MeinBezirk den fünften österreichweiten Windkraft-Fotowettbewerb, der unter dem ÖVF-Patronat läuft. Unter dem Motto „Wind – Kraft der Regionen“ werden die spannendsten und kreativsten Fotos zum Thema regionale Windkraft gesucht. Der diesjährige Fotowettbewerb steht ganz im Zeichen der Regionen, Gemeinden und Menschen, wünschenswert ist ein starker Österreich-Bezug mit viel Lokalkolorit, vom...

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

UP TO DATE BLEIBEN

Aktuelle Nachrichten aus Niederösterreich auf MeinBezirk.at/Niederösterreich

Neuigkeiten aus Niederösterreich als Push-Nachricht direkt aufs Handy

Bezirksblätter auf Facebook: MeinBezirk.at/Niederösterreich

ePaper jetzt gleich digital durchblättern

Storys aus Niederösterreich und coole Gewinnspiele im wöchentlichen MeinBezirk.at-Newsletter


Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.