Mostviertler Garten-Tipp
Frösche und Klima mit torffreier Erde schützen
- Um den Lebensraum des seltenen Moorfrosches zu erhalten, sollte man unbedingt torffreie Erden verwenden.
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Torffrei – sei dabei: Moorfrosch und Klima schützen!
MOSTVIERTEL. Die blau gefärbten Männchen des Moorfrosches in der Paarungszeit wirken fast exotisch. Wohlverdient wurde dieses einzigartige Tier zum Lurch des Jahres 2025 ernannt.
Die "Blaumänner" brauchen Lebensräume mit hohem Grundwasserstand, wie etwa Moore. Doch durch Entwässerung und Torfabbau, z.B. für Blumenerden, sind die Moore in Österreich beinahe verschwunden.
Zu torffreien Produkten greifen
Damit dem Moorfrosch nicht weiterhin "das Wasser abgegraben" wird, sollte man beim Kauf von Erden ausschließlich zu torffreien Produkten greifen. Gärtnern ohne Torf ist außerdem gelebter Klimaschutz. Natürliche Moore speichern große Mengen des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid.
In Mooren und Feuchtgebieten ist doppelt so viel Kohlenstoff gespeichert wie in allen Wäldern der Erde zusammen! Werden Moore zerstört, dann wird das gebundene Kohlendioxid freigesetzt – und das belastet das Klima.
Die Lösung für uns Gärtnerinnen und Gärtner ist naheliegend – man aktiv etwas tun, indem man für Beete, Hochbeete, Töpfe und Blumenkisterl nur noch torffreie Erde verwendet.
Beitrag zum Schutz der Moore leisten
"Die Antwort auf die Frage ‚Warum torffrei Gärtnern?‘ ist einfach. Durch den Kauf torffreier Substrate können wir einen enorm wichtigen und notwendigen Beitrag zum Schutz der Moore leisten, denn Umweltschutz hört nicht beim eigenen Gartenzaun auf. Der Schutz unseres Klimas und der Erhalt der biologischen Vielfalt sind wesentliche Lebensgrundlagen für alle Menschen", so Katja Batakovic, fachliche Leiterin der Bewegung "Natur im Garten".
- Doch durch Entwässerung und Torfabbau, z.B. für Blumenerden, sind die Moore in Österreich beinahe verschwunden.
- Foto: Tanja Krauss
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Augen auf beim Erdenkauf
Glücklicherweise stehen seit vielen Jahren torffreie Erden und Pflanzsubstrate zur Verfügung. Bei der großen Auswahl an Blumenerden und Pflanzsubstraten ist es oft schwierig, ein ökologisches Produkt zu finden, zumal auch in Bio-Erden Torf enthalten sein kann.
"Bio" bedeutet im Fall von Erden und Pflanzsubstraten lediglich, dass das Produkt nicht mit chemisch-synthetischen Mineraldüngern aufgedüngt ist.
Für weitere Unsicherheit kann der Aufdruck "torfreduziert" sorgen. Erden mit diesem Aufdruck am Sackerl enthalten oft bis zu 80 Prozent Torf.
100 Prozent torffreie Substrate sind durch das österreichische Umweltzeichen, durch das "Natur im Garten" Gütesiegel oder den Aufdruck "torffrei" auf der Verpackung gekennzeichnet.
Torffreie Erden und Substrate sowie weitere Produkte rund um das ökologische Gärtnern findet man auf naturimgarten.at/guetesiegel
Tipps zur Verwendung torffreier Substrate:
- Erden kühl und dunkel lagern. Bei Hitze oder Temperaturschwankungen können sich Nährstoffgehalte und der pH-Wert der Substrate verändern.
- Gießen: Torffreie Substrate trocknen an der Oberfläche schneller ab, bleiben darunter aber häufig feuchter als gedacht. Töpfe anheben (Gewichtsprobe) oder die Feuchte mit dem Finger prüfen, um nicht zu viel zu gießen. Regelmäßig kontrollieren.
- Faserreiche, leichte Substrate sollten öfter mit kleinen Mengen gegossen werden, denn sie neigen zum Austrocknen.
- Schwere Substrate, die viel Sand, Erde, Kompost und Ziegelsplitt enthalten, halten das Wasser länger und müssen seltener gegossen werden.
- Düngung: Durch Holzfasern oder auch Grünkomposte in torffreien Substraten müssen die Mikroorganismen viel organische Masse umwandeln. Dafür benötigen die kleinen Helfer gleichmäßige Stickstoffgaben. Andernfalls bleibt im Substrat zu wenig für die Pflanzen verfügbarer Stickstoff übrig (Stickstofffixierung). Organische Feststoffdünger (z.B. Schafwollpellets, Hornspäne und -grieß, Phytogrieß) wirken als Depotdünger längere Zeit. Organische Flüssigdünger (aus dem Handel oder selbst hergestellte Jauchen) helfen bei der schnellen Behebung von Mangelsymptomen bzw. einer regelmäßigen, gezielten Nährstoffzufuhr. In jedem Fall sollte beim Düngen auf die passende Dosierung geachtet werden.
Mehr Infos auf naturimgarten.at/torffrei
Weitere Garten-Tipps aus dem Mostviertel findet man in unserem Channel auf MeinBezirk.at/garten-tipps
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