Bürgermeisterinnen
Platz eins für Scheibbser Frauen

Die Scheibbser Bürgermeisterin Christine Dünwald-Specht (l.) und die Bürgermeisterin von St. Anton/Jeßnitz Waltraud Stöckl (r.).
  • Die Scheibbser Bürgermeisterin Christine Dünwald-Specht (l.) und die Bürgermeisterin von St. Anton/Jeßnitz Waltraud Stöckl (r.).
  • Foto: Stefan Hackl
  • hochgeladen von Roland Mayr

Der Bezirk der starken Frauen: Jeder vierte Ortschef im Bezirk Scheibbs ist eine Frau.

BEZIRK SCHEIBBS. "Solange es mehr Bürgermeister die Franz heißen gibt, als Frauen als Bürgermeister, solange stimmt etwas nicht", so Landesrätin Petra Bohuslav zum Frauenanteil in der Politik.
Die Gemeindepolitik ist da keine Ausnahme, nur ein Viertel der Sitze in den Gemeinderäten Niederösterreichs besetzen Frauen. Das zeigt eine Auswertung des Gemeindebundes.

Die meisten Ortschefinnen im Land

Die gute Nachricht: In Scheibbs ist der Frauenanteil bei den Bürgermeisterinnen 27,78 Prozent, der höchste Anteil in Niederösterreich. Insgesamt gibt es fünf Bürgermeisterinnen und 13 Bürgermeister im Bezirk. Noch nie ein Problem als Frau in der Politik hatte Bürgermeisterin Waltraud Stöckl aus St. Anton/Jeßnitz: "Im Gegenteil. Ich wurde vom damaligen Bürgermeister und den Gemeinderäten sogar dazu aufgefordert dieses Amt zu bekleiden."
Im Moment gibt es im Gemeinderat in St. Anton/Jeßnitz fünf Frauen im 19 Personen umfassenden Gemeinderat. Ob zur nächsten Gemeinderatswahl mehr Frauen antreten, kann Waltraud Stöckl noch nicht sagen: "Die Gespräche zur Aufstellung werden noch geführt. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass wir ein gutes Team haben werden", erklärt sie hoffnungsvoll.
"Es gibt genug Frauen, die es schaffen alles unter einen Hut zu bekommen. Natürlich müssen auch die Familienmitglieder einverstanden sein, damit auch die Frau die Chance auf Karriere hat. Da müssen alle an einem Strang ziehen. Es muss aber auch mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden", möchte Waltraud Stöckl Frauen Mut machen, sich in der Männerdomäne Politik zu behaupten.

Mehr Selbstbewusstsein

Eine andere Frau, die es in die Politik schaffte, ist die Gaminger Bürgermeisterin und Nationalratsabgeordnete Renate Gruber. "
Ich denke, ich war aber auch schon immer der Typ, der sich in der Männerwelt durchsetzen konnte. Gerade in technischen Bereichen versuchen Männer oft über Frauen zu stehen. Das spornt mich noch mehr an", erzählt Renate Gruber.
Sie selbst findet es schade, dass sich viele Frauen keine Führungspositionen zutrauen. Für die Gemeinderatswahlen 2020 wird in Gaming versucht, mehr Frauen in die Politik zu führen: "Ich bin sehr froh, dass unser Vizebürgermeister dies unterstützt."

NÖ Gemeindebund-Chef will "Frauen die Ängste nehmen"

Niederösterreich hat den höchsten Frauenanteil in der Kommunalpolitik im Bundesländervergleich, dennoch gibt es angesichts 69 Bürgermeisterinnen, 100 Vizebürgermeisterinnen und 2.666 Gemeinderätinnen noch Luft nach oben.
ALFRED RIEDL: Natürlich könnten es mehr Frauen in unseren Gemeinderäten sein – und vor allem mehr Bürgermeisterinnen. Wir merken aber auch, dass von Periode zu Periode mehr Frauen in die Gemeindepolitik kommen, obwohl uns bewusst ist, dass Zivilberuf, Politik und Familie schwierig zu vereinen sind.
Was ist das Besondere an „weiblicher“ Kommunalpolitik und was macht die Arbeit der Frauen in den Gemeinderäten aus?
Sie verfügen über ein besonderes Einfühlungsvermögen, schätzen das harmonische Miteinander. Neben ihren besonderen sozialen Fähigkeiten und Fertigkeiten zeigen uns Bürgermeisterinnen, dass sie in allen Belangen kompetent und durchsetzungsfähig sind.

Wie will man Frauen künftig noch besser für die Kommunalpolitik gewinnen?
Wir müssen es schaffen, Frauen noch stärker zu ermutigen, den Weg in die Kommunalpolitik und im Folgeschritt auch den Weg an die Spitze zu wagen. Wenn es uns gelingt, diese Ängste oder diese Sorge zu reduzieren, dann könnte das ein wichtiger Schritt nach vorne sein.

Autor:

Eva Dietl-Schuller aus Waidhofen/Ybbstal

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