Immer mehr E-Autos im Bezirk

Modellauto mit Stromkabel

BEZIRK. Im Vorjahr nahm die Zahl der neuzugelassenen E-Autos in Tirol um ein Drittel zu. Das besagt eine aktuelle Studie des VCÖ (Verkehrs Club Österreich). "E-Autos sind für ländliche Regionen sehr gut geeignet, vor allem in Form von E-Carsharing durch Gemeinden oder Vereine", betont der VCÖ. Eine zentrale Rolle beim Durchbruch der E-Mobilität spielen zudem die Firmenflotten.
478 Pkw, die ausschließlich mit Strom fahren, wurden im Vorjahr in Tirol neu zugelassen, macht der VCÖ aufmerksam. Im Vergleich zum Jahr 2016 nahm die Zahl der neuzugelassenen E-Autos um 35 Prozent zu, gegenüber dem Jahr 2015 hat sich die Anzahl vervierfacht.

Der Anteil der E-Autos an den Neuzulassungen liegt in Tirol bei 1,5 Prozent. Die VCÖ-Analyse zeigt, dass fünf Bezirke einen höheren E-Auto-Anteil haben als der Landesschnitt.

Tirols Spitzenreiter bei den E-Autos war im Vorjahr der Bezirk Kitzbühel mit 2,6 Prozent, berichtet der VCÖ. Im Österreich-Ranking schaffte es der Bezirk an die elfte Stelle. Österreichs Spitzenreiter bei den E-Autos ist Wien Innere Stadt. Als erster Bezirk Österreichs war hier der Anteil der E-Pkw an den Neuzulassungen zehn Prozent. In der Innenstadt haben viele Unternehmen ihren Sitz.

"Betriebe und Unternehmen spielen eine zentrale Rolle beim Tempo der Energiewende im Autoverkehr. Denn fast zwei Drittel aller Neuwagen werden auf Firmen oder andere juristische Personen zugelassen", stellt VCÖ-Expertin Rasmussen fest. Bei neuzugelassenen Diesel-Pkw beträgt der Anteil der Firmen und anderer juristischer Personen 67 Prozent, bei E-Pkw ist der Anteil mit 70 Prozent nur unwesentlich höher. Zuletzt hat VW-Chef Matthias Müller festgestellt, dass die Steuerbegünstigung von Diesel ein Hemmschuh für den Durchbruch der E-Mobilität ist. Neben der Abschaffung der Steuerbegünstigung von Diesel ist der Sachbezug für Firmenwagen, die beim Fahren CO2 ausstoßen, zu erhöhen.

Innerhalb Tirols weist der Bezirk Lienz mit 2,3 Prozent den zweithöchsten E-Auto Anteil auf, wie die VCÖ-Analyse zeigt. Dahinter folgen der Bezirk Imst mit 2,2 Prozent, der Bezirk Schwaz mit 1,8 Prozent und der Bezirk Kufstein mit 1,6 Prozent. In der Landeshauptstadt Innsbruck liegt der E-Auto Anteil mit 1,4 Prozent unter dem Landesschnitt.

Der VCÖ weist darauf hin, dass E-Autos für Regionen sehr gut geeignet sind. Auch in den Regionen ist der Anteil kurzer Autofahrten sehr hoch. Rund 60 Prozent der Autofahrten sind kürzer als zehn Kilometer, 94 Prozent kürzer als 50 Kilometer. Gerade in den Regionen ist die Anzahl der Zweitautos sehr hoch. Die rund 105.000 Zweitautos in Tirol werden im Schnitt nur rund 6.800 Kilometer pro Jahr gefahren. In den Regionen gibt es viele Einfamilienhäusern. Damit kann das E-Auto in der Garage einfach geladen werden. Mit Photovoltaikanlage kann zudem die benötigte Energie selbst erzeugt werden.

"Da E-Autos in der Anschaffung zwar teurer, aber im Betrieb sehr günstig sind, sind sie für Carsharing in den Regionen sehr gut geeignet, wie mittlerweile mehrere Projekte zeigen", weist VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen auf erfolgreiche regionale Initiativen hin. Im steirischen Vulkanland arbeiten 23 Gemeinden und 16 Betriebe zusammen. Rund 60 E-Fahrzeuge umfasst der Pool des regionalen Carsharing-Projekts. Auch im Mühlviertel haben sich mehrere Regionen zusammengeschlossen und bieten Carsharing mit 17 E-Autos an.

VCÖ: Zahl der neuen E-Autos ist in Tirol im Vorjahr um ein Drittel gestiegen (E-Pkw-Neuzulassungen in Tirol)

Jahr 2017: 478 E-Pkw neuzugelassen

Jahr 2016: 353

Jahr 2015: 121

Jahr 2014: 94

Jahr 2013: 30

Jahr 2012: 21

Jahr 2011: 19

Jahr 2010: 6
Quelle: Datafact, VCÖ 2018

VCÖ: Bezirk Kitzbühel Tirols Spitzenreiter bei E-Pkw (Anteil E-Auto an Pkw-Neuzulassungen 2017 (Neuzugelassene E-Pkw Anzahl)

Bezirk Kitzbühel: 2,6 Prozent der Neuzulassungen E-Pkw (72 E-Pkw)

Bezirk Lienz: 2,3 Prozent (30)

Bezirk Imst: 2,2 Prozent (47)

Bezirk Schwaz: 1,8 Prozent (57)

Bezirk Kufstein: 1,6 Prozent (65)

Bezirk Landeck: 1,5 Prozent (20)

Innsbruck: 1,4 Prozent (93)

Innsbruck Land: 1,2 Prozent (84)

Bezirk Reutte: 0,3 Prozent (10)

Tirol: 1,5 Prozent (478)
Quelle: Datafact, VCÖ 2018

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