Variantenreiche Chancen - mit VIDEO

Die Arbeit als Elektrotechniker bei Binderholz macht dem AHS-Maturanten sichtlich Spaß.
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JENBACH/FÜGEN (dkh). Auf der Suche nach Lehrlingen müssen Betriebe kreativ werden. Nicht nur die demographische Situation führt dazu, dass Lehrlinge Mangelware sind. Die Firma Binderholz in Jenbach und Fügen hat jetzt die Tore für eine neue Zielgruppe geöffnet: Maturanten können nun nach ihrer abgeschlossenen Matura eine Lehre beginnen.

Neue Zielgruppe

Alois Gruber, Leiter Aus- und Weiterbildung bei Binderholz, betont: "Es ist wichtig zu wissen, dass die Lehre nach der Matura nur eine von mehreren Möglichkeiten ist, um bei uns zu beginnen, es ist einfach eine neue Zielgruppe. Mittlerweile sind es etwa nur mehr die Hälfte unserer Lehrlinge, die eine klassische Laufbahn mit Volksschule, Neue Mittelschule, Polytechnische Schule und dann die Lehre einschlagen. Die andere Hälfte unserer Lehrlinge haben eine andere Karrierelaufbahn, bevor sie zu uns kommen. Mit AHS-Maturanten wird dieses Feld jetzt um noch eine weitere Komponente erweitert."

Praktisches Arbeiten

Für Sebastian Stabauer war das die Gelegenheit. Er hat vergangenen Sommer die AHS-Matura am Gymnasium in Wörgl abgeschlossen. Danach musste er sich entscheiden: Lehramtsstudium oder Lehre. "Ich habe sehr viel angeschaut und auch geschnuppert. Da habe ich erkannt, dass mich Elektrotechnik am meisten interessiert. Darin habe ich gute Zukunftschancen gesehen", erläutert der Lehrling. Am Anfang war es für den Schüler eine Umstellung, in den Arbeitsalltag zu finden. "Ich finde es nicht schlecht, ein bisschen älter in die Lehre einzusteigen. Ich wäre mit 15 Jahren noch nicht bereit gewesen zu arbeiten, jetzt schon", reflektiert Stabauer. Ein großes Argument für Sebastian war es, dass er aus der Kombination von Matura und Lehre viele Optionen offen hat: "Ich habe den Eindruck, dass es heute oft nicht mehr so ist wie früher, dass man von der Lehre bis zur Pension am selben Arbeitsplatz beschäftigt ist. Heute kann man so Vieles machen und ich möchte mir die Möglichkeiten offen halten." Die Eltern waren am Anfang skeptisch, stehen aber hinter Sebastians Entscheidung und sehen mittlerweile, mit welcher Freude und Ehrgeiz er jeden Tag in die Arbeit geht. 

Fachkräftemangel

Für Alois Gruber lautet die Devise: "Kreativität in der Akquise". "In Bayern ist es bereits Gang und Gäbe, dass junge Menschen nach dem Abitur eine Lehre beginnen. Bei uns beginnt diese Entwicklung erst", erklärt Gruber. Aus Erfahrung weiß er, dass die Fachkräfte, die gut ausgebildet werden, vom Markt regelrecht weggesogen werden. Gruber betont, dass Lehrlinge händeringend gesucht werden: "Wenn sich der Bewerber oder die Bewerberin vor allem beim Schnuppern gut präsentiert, dann hat er oder sie gute Chancen bei uns." Am 15. Februar findet der Auswahltest statt, bei dem im Anschluss ein gemeinsames Mittagessen, auch mit den Eltern, und eine Werksführung stattfindet. "Aber der Auswahltest ist nur ein Teil des Aufnahmeverfahrens. Es gehört eine Bewerbungsmappe, ein Vorstellungsgespräch mit dem Fachausbilder sowie 2-3 Tage schnuppern dazu", gibt Alois Gruber einen Überblick.

Die Arbeit als Elektrotechniker bei Binderholz macht dem AHS-Maturanten sichtlich Spaß.
Sebastian (hinten) erhält genaue Erläuterungen von den Ausbildern und Mitarbeitern

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