26.11.2016, 16:57 Uhr

Ideennachmittag zu den Themen „Schloss & Straße“ in Fügen

Fügen: Schloss | Am 25. November 2016 hat die Gemeinde Fügen in Zusammenarbeit mit der Firma COMMUNALP die Fügener und Fügernerinnen zu einem Ideennachmittag zu den Themen „Prozess Straße und Schloss Fügen“ in die ehemalige, nunmehr im Besitz der Gemeinde Fügen stehende „Bubenburg“ eingeladen. Ideen sind sowohl im gegenständlichen Entwicklungsprozess Straßenproblem, als auch zum Nutzungskonzept des Schlosses Fügen äußerst gefragt und die Bürgerinnen und Bürger waren aufgerufen, ihre Vorschläge an mehreren aufgebauten Thementischen einzubringen.

Im Rahmen dieser Veranstaltung konnte Bürgermeister Mag Mainusch den Vorstand der Abt Verkehr und Straße beim Amt der Tiroler Landesregierung DI Dr Christian Molzer, den Geschäftsführer der Firma Communalp GmbH Dipl Ing (FH) Walter Peer mit mehreren MitarbeiternInnen und Dr Ulrich Müller, den GF der Firma „Wikopreventk“, einem Beratungsunternehmen für strategische Kommunikation in Fügen, begrüßen. Knapp über 100 Fügenerinnen und Fügener ließen sich die Info-Veranstaltung nicht entgehen. Gestartet wurde mit einem Status Quo Bericht aus der Arbeitsgruppe zur “Umfahrung Fügen”. Dieser wurde von Di Dr. Christian Molzer vom Land Tirol und von Bgm Dominik Mainusch präsentiert.

Dabei führte Bgm Mainusch aus, dass er persönlich für eine Verlegung der Straße in Richtung entlang des Zillerflusses sei. In Zukunft sei der Verkehrsfluss in Fügen mit derzeit über 4.000 Einwohnern an seine Grenzen gestoßen, was die täglichen Staus während und auch abseits der Saisonzeiten bestätigen würden. Wenn man allerdings bedenke, dass für den Bau einer Straße entlang des Zillers ein Zeitraum von etwa 20 Jahren kalkuliert werden müsse, dann könne man nicht so lange zuwarten und müsse für den Ort eine rasche und in nächster Zukunft praktikable Lösung vorziehen und dazu habe man im heurigen Sommer mehrere Arbeitsgruppen eingerichtet, die sich mit diesem Thema befassen würden, so der Bürgermeister. Etwa bis Mai 2017 werde in diesen Arbeitsgruppen intensiv darüber diskutiert, welche Varianten man am besten umsetzen könne und danach werde sich der Gemeinderat von Fügen mit den Ergebnissen auseinanderzusetzen haben. Die bestmögliche Straßenvariante werde dann beschlossen und auch umgesetzt werden, so Mainusch.

DI Dr Christian Molzer, Leiter der Abteilung Verkehr und Straße beim Land Tirol, verwies in seinem Statement auf die Tatsache, dass bereits im Rahmen der vielen Sitzungen des Strategieplanes Zillertal verschiedene Varianten für die Umfahrung Fügen diskutiert wurden, wobei jetzt in den Mittelpunkt gerückt werden müsse, wie es im Zillertal mit dem Verkehr und der Mobilität weitergehen solle. So wie in den vergangenen 20 bis 30 Jahren würde es in Sachen Verkehr auf der B 169 mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr sein. Einer Verlegung der Straße entlang des Zillerflusses erteilte derzeit auch Dr Molzer eine Absage. Eine solche Variante würde auch den Ausbau der Inntalautobahn - in diese würde die B 169 ev bei St Gertraudi einmünden - voraussetzen und das sei in den nächsten Jahren mit Sicherheit nicht zu erwarten. Welche Lösung, bzw welche farblich dargestellten Korridore, die man an den Diskussionstischen anhand von bereits zum Teil bekannten Plänen sichtbar machte, letztendlich umgesetzt werden, konnte auch beim Ideennachmittag im Schloss Fügen noch nicht eindeutig beantwortet werden.

Was wird aus dem Schloss, der ehemaligen Bubenburg in Fügen ?

Die BürgerInnen sollen entscheiden, was mit und im Schloss tatsächlich realisierbar sein wird. Diese Fragen standen am Beginn des Ideennachmittages und gemeinsam mit den BürgerInnen sollen Konzepte realisiert werden.Bgm. Dominik Mainusch und Walter Peer (GF Communalp GmbH) referierten über die geplante Schlossentwicklung. Ziel ist ein von einer breiten Basis getragenes Nachnutzungskonzept, welches spätestens 2018 in die Realisierungsphase kommen soll. Erste Ergebnisse des Partizipationsprozesses werden bereits im Frühjahr 2017 vorliegen und vom Gemeinderat diskutiert werden können.
Bürgermeister Dominik Mainusch betont: Es gehe hier um eine Jahrhundertchance für unser Dorf. Er kenne keine Gemeinde, die ein derart hohes Entwicklungspotenzial in Form eines so schönen Gebäudes mitten im Zentrum nach ihren Vorgaben entwickeln könne. Diese Chance können wir nutzen, um unseren Dorfkern zu revitalisieren, um wieder mehr Belebung im Zentrum zu erreichen. Das sei ihm ein großes Anliegen. Diese Chance habe die Gemeinde Fügen mit dem Erwerb des Schlosses im heurigen Frühjahr/Sommer erhalten. Ende des Jahres 2016 gehen die kompletten Nutzungsrechte des denkmalgeschützten Gebäudes vollständig an die Gemeinde über, womit diese Entwicklung erst möglich werde. „Und genau diesen Denkmalschutz müssen wir in unserem Nachnutzungskonzept berücksichtigen. Dazu werden wir sowohl das Denkmalamt als auch die Dorferneuerung in die Prozessphase aktiv miteinbeziehen,“ erklärt Mainusch. Der Prozess werde insgesamt ca. ein Jahr dauern. Die ersten Ergebnisse bzw. Maßnahmen und der Ideenkatalog werden bereits im Frühjahr 2017 vorliegen. Gemeinsam mit dem TVB und der Gemeinde werde man versuchen, bereits im Jubiläumsjahr „Stille Nacht“ 2018 Veranstaltungen zu planen und umzusetzen.

Die Vorschläge für eine Nachnutzung des Schlosses in Fügen waren breit gefächert. Sie reichten von einem Kultur Infozentrum bis zu einem 360 Tage Zillertalmarkt Shop, über ein Erlebnismuseum, Instrumentenbauhandwerk bis Cafelokal und Catering. Ebenso in den Vorschlägen vertreten waren das Zillertal mit seiner Musik-und Filmgeschichte, vom Wanderhandel über die Musik zur weltweiten Tourismusdestination, Bergbau,-Holz-und Landwirtschaft, sowie aktuelle Sonderausstellungen im Wandel der Jahreszeiten. Ein Cultural Camp mit Musikschule und dem Bezug zur Stille Nacht Geschichte waren auch ein Thema, wie die Schlagwörter Schauspiel, Tanz, Gesang, Bibliothek und Seminarräume. Platz sollte u.a. auch noch sein für eine Open Air Bühne oder ein OpenAir Kino, Ruhebereiche, Räumlichkeiten für öffentliche Einrichtungen usw. Oberste Zielsetzungen sollten auf jeden Fall sein, dass der Region eine gemeinsame Geschichte und Identität gegeben werde, unverwechselbare, ganzjährige und lebendige Attraktionen ein Alleinstellungsmerkmal darstellen sollten, sowie eine langfristige Sicherung und Qualität, gepaart mit Wirtschaftlichkeit im „Schloss Fügen Neu“ einhergehe.
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