Geschichte
„Tag der offenen Grabungen“ gab historische Einblicke

Das Team, das am Burgbichl forscht, setzt sich aus insgesamt 23 Student:innen und den Hauptverantwortlichen zusammen.
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  • Das Team, das am Burgbichl forscht, setzt sich aus insgesamt 23 Student:innen und den Hauptverantwortlichen zusammen.
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82 Interessierte nahmen am „Tag der offenen Grabungen“ am Burgbichl in der Gemeinde Irschen teil.

IRSCHEN. Bereits im Jahr 2016 wurden auf dem sogenannten „Burgbichl“ in der Gemeinde Irschen erstmals archäologische Untersuchungen durchgeführt. Die Forschungsgrabungen kamen auf Initiative des Irschners Dietmar Simoner zustande. Am 30. Juli lud die Gemeinde in Kooperation mit dem Forschungsteam der Universität Innsbruck und der Österreichischen Akademie der Wissenschaft zum „Tag der offenen Grabungen“ am Burgbichl ein.

Historische Einblicke

Über 80 Teilnehmer nahmen am „Tag der offenen Grabungen“ teil. Seit 5. Juli begibt sich das Forschungsteam auf archäologische Spuren des Burgbichls. An insgesamt vier Stationen gaben Gerald Grabherr (Universitätsprofessor am Institut für Archäologie der Uni Innsbruck) und Christian Gugl, Leiter der Forschungsgruppe „Archäologie der römischen Provinzen im lateinischen Westen“ der Österreichischen Akademie der Wissenschaften historische Einblicke in die aktuellen Ausgrabungen. Das Forschungsteam setzt sich aus den Hauptverantwortlichen und 23 „Erasmus+“-Studenten zusammen. Im Jahr 2016 wurde nach ersten Untersuchungen am Burgbichl eine Höhensiedlung der Spätantike entdeckt. Gegenwärtig setzen sich die Archäologen am Burgbichl mit der Befestigungsmauer, der Zisterne, der frühchristlichen Kirche und dem spätantiken Wohnhaus auseinander. "Seitens der Gemeinde sind wir darum bemüht, dieses Projekt bestmöglich zu unterstützen“, so Bürgermeister Manfred Dullnig.

Befestigungsmauer

Besichtigungsort der ersten Station war eine „Befestigungsmauer“ am Burgbichl. Die Besiedelung als Wohnplatz fand dort mit Beginn des 4. Jahrhunderts nach Christus statt. „In dieser Zeitspanne war die Macht des römischen Reiches am Abklingen, die Leute haben sich vom Talgrund in die Höhen zurückgezogen“, erzählt Gerald Grabherr. Das Forschungsteam hat dort auch Funde aus dem 1. Jahrhundert vor Christus gemacht: „Wir gehen davon aus, dass in der Zeit davor der Platz ein paganes Heiligtum gewesen sein dürfte“, so Grabherr.

Zisterne

Zweiter Besichtigungsort war die Ausgrabung der Zisterne, also eines Wasserbehälters. „Die gefundene Zisterne hat ein Fassungsvermögen von 70.000 Litern Wasser“, so Grabherr. Bemerkenswert ist auch, dass die zirka 70 bis 80 Zentimeter starke Mauer herum verputzt war, mit einem speziellen, wasserfesten Verputz mit Ziegelzuschlag. Dies war typisch für die Verbauung der Römer. „Damals war dies nicht einfach nur die Tränke für die Tiere, sondern auch für die Menschen, die hier lebten.“

Frühchristliche Kirche

Angekommen an der dritten Führungsstation wurde eine „frühchristliche Kirche“ vom Forschungsteam entdeckt. Schon damals war dieser Bereich der Heiligste. Die Kirche war von Westen nach Osten orientiert, diese Ausrichtung war damals üblich. „In diesem Bereich wurde eine Reliquien-Grube entdeckt, darüber wurde damals der Altar aufgestellt. Die Kirche war vom Westen her begehbar“, berichtet Christian Gugl. Außerdem wurde dort eine Gruft entdeckt: „Die Gruft wurde im selben Bauvorgang der Kirche gebaut“, weiß Gugl. Das Forschungsteam vermutet, dass in der Gruft die Leute begraben sind, die den Bau auch finanziert haben. „Es wurden Überreste von drei Erwachsenen, einer 15- bis 16-Jährigen und einiger Neugeborenen hier gefunden. Die Reliquien werden folglich von Anthropologen untersucht werden, um das genaue Alter, Geschlecht oder diverse Krankheiten der Personen zu identifizieren“, so Gugl.

Spätantikes Wohnhaus

Die vierte Station führte zum Fund eines spätantiken Wohnhauses. "Räume wie die Küche sind klar erkennbar. Welche Räume sich im restlichen Gebäude wo befunden haben, ist jedoch schwer nachzuweisen", so Grabherr. Diese Woche werden die Forschungen für das Jahr 2021 beendet, das Forschungsteam wird nächstes Jahr seine Arbeit am Burgbichl fortsetzen. Auf neue Erkundungen darf man jetzt schon gespannt sein.

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