13.03.2017, 23:22 Uhr

Bereits seit 2011 ist Obervellach eine "sichere Gemeinde"

Gert Grabmeier hatte schon 2011 "Meine sichere Gemeinde" initiiert

Der vierte Teil unserer Serie GEMEINSAM.SICHER zeigt ein beispielhaftes Pilotprojekt

OBERVELLACH. Im Mölltal wird wird das schon seit sechs Jahren praktiziert, was seit Jahresbeginn österreichweit mit der Aktion GEMEINSAM.SICHER angelaufen ist. "Wir sind stolz darauf, was bei uns passiert", so Gert Grabmeier, Kommandant der Polizeiinspektion Obervellch. Der Kontrollinspektor weiter: "Wir brauchen keinen Vergleich scheuen."

"Leute vor Ort abholen"

Bereits 2011 hat der heute 46-Jährige, der 2010 seine Aufgabe als Kommandant in Obervellach aufnahm, erkannt: "Wir müssen die Leute am Ort abholen und nicht warten, bis sie zu uns kommen" und "Meine sichere Gemeinde" ausgerufen. Dazu hat Grabmeier eine Reihe von Veranstaltungen im Kultursaal Obervellach aufgelegt: "Sicherheit ist Lebensqualität", "Sicherheit im öffentlichen Raum", "Sicherheit in der Familie", "Sicherheit mit modernen Medien".

Zusätzlich zur ersten Veranstaltung wurde ein 14 Fragen umfassender Bogen ausgeteilt, in dem die Besucher ankreuzen konnt, wie sie von der Veranstaltungsreihe erfahren hätten, welchen Eindruck der Vortrag hinterlassen habe und ob sie davon profitiert hätten.

Zwei Vorträge im April

Als nächstes stehen am Freitag, 21. April, um 19 Uhr zwei Vorträge von Angehörigen des Landeskriminalamtes Kärnten an: Rainer Tripolt referiert über "Sicherheit ist (k)eine Selbstverständlichkeit!?" und Christian Baumgartner über "Sicherheit im Netz!" Der Eintritt ist frei, freiwillige Spenden kommen den Jugendfeuerwehren zu Gute.

Weniger Kriminalität

Dass diese Vorträge Früchte tragen, kann Grabmeier, der seit 25 Jahren die Polizeiuniform trägt, mit harten Fakten belegen: "Anhand der Kriminalstatistik haben wir festgestellt, dass die Zahl strafbarer Handlungen um 20 Prozent gesunken ist." Ob der Aufklärung seien die Besucher vorsichtiger gegenüber verdächtigen Personen geworden, würden sich häufiger als bis dato bei der Polizei melden. Grabmeier: "Ich habe den Eindruck, die Scheu hat abgenommen, das Vertrauen in die Polizei ist gestiegen."

Umgekehrt hat der Kontrollinspektor seine 13 Mitarbeiter in der Diensstelle angehalten, "keine blösen Antworten" zu geben wie etwa: "Das geht uns nichts an!" "Wir nehmen die Bevölkerung ernst und fahren lieber fünf Mal umsonst hin als einmal zu spät." Über die Vorträge hinaus suchen die Mitarbeiter der Diensstelle auch die Heranwachsenden in den vier Volksschulen und in der Neuen Mittelschule auf, ebenso Kindergärten und haben Kontakt zum Frauenhaus in Spittal.

Gesichter vertraut

Das Problem, dass die Bevölkerung "ihre" Polizei nicht kennt, kennt die Dienststelle Obervellach nicht, obwohl die Hälfte der Beamten bis zu 30 Kilometer entfernt in Pesenthein, Millstatt oder Spittal wohnt. "Die Menschen sind mit den Gesichtern der Beamten von den Veranstaltungen vertraut." Und auch von der Fußstreife. "Dabei können die Kollegen ruhig einmal einen Kaffee mit einem Bürger trinken und so ganz locker Probleme erörtern", betont der Chef.

Um der besseren Koordination und des Erfahrungsaustausches willen treffen sich die Polizisten privat einmal im Jahr mit den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden zu einem gemeinsamen Frühstück und zwei Mal jährlich, im Juni und November, zu einem 40 bis 50 Personen umfassenden Sicherheitsstammtisch. Daran nehmen neben den Bürgermeistern und ihren Stellvertretern die Amtsleiter, Ärzte sowie Angehörige der so genannten Blaulicht-Organisationen, sprich: Feuerwehr, Bergrettung und Rotes Kreuz teil. Und alle zwei Jahre treffen sich rund 100 Teilnehmer zu einem Blaulicht-Wettbewerb mit Preiswatten und Kleinkaliber-Schießen - das nächste Mal am 13. Mai.

Zur Person:

Gert Grabmeier aus Kolbnitz ist 46 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier Töchter (19,17). Seit 25 Jahren ist der heute 46-Jährige bei der Polizei. Zwischen 2005 und 2010 absolvierte er ein berufsbegleitendes Jus-Studium an der Uni Linz, das er mit dem Magister abschloss.
Aufgrund seiner Sicherheits-Initiative und Erfahrung wurde Grabmeier ins fünfköpfige Kernteam von GEMEINSAM.SICHER in Kärnten berufen, das direkt Generalmajor Wolfgang Rauchegger unterstellt ist.
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