20.04.2017, 09:30 Uhr

Damals & Heute: Das Schloss Porcia

Das Spittaler Schloss Porcia hat seinen Namen von einer italienischen Adelsfamilie (Foto: KK/Stadtarchiv)

420 Jahre nach Fertigstellung des Prunkbaus, ist das Schloss heute erfüllt von öffentlichem Leben.

SPITTAL. Im Jahre 1524 wird Gabriel von Salamanca, Spanischer Edelmann aus Burgos, von Erzherzog Ferdinand mit der Grafschaft Ortenburg belehnt. Ihm verdankt Spittal den Renaissancebau im Stadtzentrum – das heutige Schloss Porcia.

Der Baubeginn

Mit Baubeginn um 1533 dauerte es bis zur Fertigstellung 1597 über 60 Jahre, bis der Bau nach Plänen italienischer Baumeister vollendet war. Die dreigeschossigen Arkaden und die Stuck- und Reliefausstattung des Schlosses brachten ihm das Prädikat „Schönster Renaissancebau nördlich der Alpen“ ein.

Der heutige Name

Nach den Grafen von Salamanca, die bis 1639 die Grafschaft Ortenburg verwalteten, gingen Grafschaft und Schloss 1640 bis 1662 an das Geschlecht der Widmann. 1662 erwarben die Fürsten von Porcia die Grafschaft und verwalteten diese bis zum Ende der Österreichisch-Ungarischen Monarchie 1918.

Eigentum der Stadt


1797 fielen beim großen Brand des Marktes Spittal auch die Repräsentationsräume im 2. Stock des Schlosses den Flammen zum Opfer. 1918 verkauften die Fürsten von Porcia das Schloss an Baron Klinger von Klingerstorff, der anschließend in einer dreitägigen Auktion das gesamte Inventar versteigern ließ. So sind heute von der Originalausstattung nur mehr jene Prunkmöbel erhalten, die im „Fürstenzimmer“ des Museums für Volkskultur ausgestellt sind. 1930 erwarb die Marktkommune Spittal das Schloss und den Park und seit 1951 ist die Stadtgemeinde Spittal an der Drau Besitzer dieses bedeutendsten Gebäudes der Stadt.

Kulturelle Vielfalt

Heute ist das Schloss vom Keller bis zum Dachgeschoss mit öffentlichem Leben erfüllt. Seit 1958 beherbergen die beiden obersten Geschoße das Museum für Volkskultur (bis 1991 Bezirksheimatmuseum), seit 1959 finden im Schlosshof jährlich in den Sommermonaten die „Komödienspiele“ statt, kulturelle Angebote, die Spittal ebenso weit über die Grenze Kärntens hinaus bekannt gemacht haben, wie der „Internationale Chorwettbewerb“, der seit 1964 jeweils im Juni stattfindet. Seit 1980 beherbergt der „Salamancakeller“ die „Galerie im Schloss Porcia“, während sich seit 1993 im zweiten, dem „Ortenburger Keller“, vielfältige kleinere Kulturinitiativen etabliert haben.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.