31.03.2017, 10:00 Uhr

Initiative für sauberen Kompost

Michael Haßlacher und Bettina Leiner vom Abfallwirtschaftsverband wollen für sauberen Kompost sorgen

Der Abfallwirtschaftsverband Spittal setzt sich mit einer neuen Initiative für Kompost ohne Plastikreste ein.

SPITTAL (aju). Beim Regionalitätspreis der Woche belegte der Abfallwirtschaftsverband mit seinem Projekt "Gemeinsam für einen sauberen Kompost" den zweiten Platz in der Kategorie "Energie, Umweltschutz, Mobilität". Dass sauberer Kompost uns alle etwas angeht, zeigen sie mit diesem Projekt.

Plastik ist ein Problem

"Der Plastikanteil im Biomüll ist ein großes Problem. Deshalb setzten wir mit unserem Projekt auf kompostierbare Müllsäcke, die sich innerhalb von zehn Tagen zersetzen", sagt Michael Haßlacher, Geschäftsführer des Abfallwirtschaftsverbandes Spittal. Für alle Bürger der 25 Mitgliedsgemeinden sind diese Biomüllsäcke deshalb kostenlos bei der Gemeinde erhältlich.

Säcke aus Maisstärke

Obwohl diese Sackerl optisch eine große Ähnlichkeit mit den herkömmlichen Plastiksackerl aufweisen, sind sie doch in ihrer Beschaffenheit vollkommen unterschiedlich. "Die neuen Säcke bestehen hauptsächlich aus Maisstärke und sind deshalb rein biologisch abbaubar", sagt Haßlacher. Wichtig ist das besonders deshalb, weil derzeit noch viel zu viele herkömmliche Plastiksackerl ihren Weg in den Biomüll finden und diese nicht maschinell vom restlichen Müll getrennt werden können. "Die Kompostierung funktioniert mechanisch. Da wir die Menge an Plastik nie ganz aus dem Müll herausbekommen, finden so auch kleinste Plastikteile ihren Weg in den fertigen Kompost", erklärt Haßlacher.

Hohe Qualitätsansprüche
Die Menge des Plastiks im Kompost ist vor allem eine Frage der Qualität. "Unser Kompost hat die höchste Qualitätsstufe A+. Trotzdem befinden wir uns in einem Gewissenskonflikt und versuchen zu verhindern, dass das Plastik der Natur zugeführt wird", so Haßlacher. Den fertigen Kompost können nämlich sowohl Bauern als auch Privatpersonen direkt beim Abfallwirtschaftsverband abholen, Kofferraummengen sogar gratis. "Hier gibt es auch schon Kooperationen mit Bauern, die von unserem Produkt überzeugt sind und zu 100 Prozent auf Kompost als Ersatz für Kunstdünger setzen", sagt Haßlacher.

Kompost geht jeden an

Neben der Betrachtung aus Umweltsicht schlägt die unsachgemäße Mülltrennung aber auch bei den Mehrkosten zu Buche. "Viele verstehen nicht, dass der Mehraufwand, den wir bei der Mülltrennung haben, auch Einfluss auf die Kosten hat und somit auf die Müllpreise für jeden Bürger. Deshalb muss sich hier jeder einfach mehr am Riemen reißen", erklärt Haßlacher.

Zur Sache

Der Abfallwirtschaftsverband bewegt am Standort Spittal jährlich 6.000 Tonnen biogenes Material. 2016 wurden 275.000 neue Säcke ausgegeben. Auf 100 Kubikmeter Biomüll kommen 15 Kubikmeter Plastik. 2.500 Tonnen Fertigkompost werden pro Jahr produziert.
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