05.10.2016, 10:26 Uhr

Schweine sind besser als ihr Ruf

Unter "Neue Bewohner am Zechnerhof" hat Landwirt Gerald Laggner in Pusarnitz ein Pilotprojekt gestartet.

LURNFELD (pgfr). Das viel diskutierte Schweinefleisch wird gerade in Österreich viel und gerne verzehrt. Verboten ist es im jüdischen und im islamischen Speisegesetz. Bislang gibt es keine konkreten wissenschaftlichen Belege dafür, dass Schweinefleisch weniger gesund sei als anderes Fleisch. Wie in vielen anderen Belangen, macht die Dosis das Gift. Worauf es sehr wohl in Bezug auf die Qualität des Fleisches ankommt, sind die Aufzucht und Haltung der Tiere. Und, wie am Zechnerhof von Gerald Laggner in Pusarnitz, welche gut überlegte Kreuzung der verschiedenen Schweinerassen zum Einsatz kommt.

Fett ist ein Geschmacksträger

Die traditionelle Zubereitung von Schweinefleisch hat sehr viel mit Fett zu tun. Fett ist ein Geschmacksträger, wie es beispielsweise beim Schweinsbraten explizit der Fall ist. "Mitkochen und beim Essen einfach weglassen", heißt die Gourmet-Devise.

Gescheit, sauber und lustig

Das "Lurnfelder Sommerschwein", wie Gerald Laggner seine neuen Hof-Bewohner benennt, sind eine gelungene Kreuzung der alten amerikanischen Rasse Duroc mit der bodenständigen Deutschen Landrasse. Die dreijährige Überlegungsphase hat sich offensichtlich ausgezahlt. Das Fleisch dieser Schweine ist einerseits geschmackvoll marmoriert und besitzt andererseits einen hohen Fleischanteil. Seit Mai leben also acht dieser Schweine im Freien und werden zum größten Teil mit eigenem Getreide und mit gentechnikfreiem Donausoja sowie wertvollen Mineralstoffen gefüttert. Ende Oktober endet die erste Erfahrung dieser Vision, da werden sie stressfrei im Nachbardorf geschlachtet.

Sie lieben Regen

"In England, wo es viel regnet", erzählt Laggner, "leben diese Schweine das ganze Jahr über im Freien, sie kommen sogar schon im Freien auf die Welt. Grundsätzlich wäre das bei uns auch möglich, wäre im Winter auch durch das Spritzen nicht der Boden gefroren und die Verletzungsgefahr der Beine daher zu groß."
"Meine Sommerschweine werden von Spaziergehern und Anrainern gerne beobachtet", erzählt Gerald Laggner. "Mir unverständlich, wenn das Schwein als Schimpfwort herhalten muss, es ist ein gescheites, sauberes und lustiges Nutztier", so Laggner weiter.

Ins rechte Licht rücken

Bei den derart günstigen Schweinefleisch-Preisen ist es eine Unmöglichkeit gute Qualität zu bekommen. "In Zukunft insgesamt weniger Fleisch essen", lautet der Tipp der Fachleute, "dafür aber heimische Qualität, wenn eines auf den Tisch kommt."

Sommer im Freien

"Schweine werden vielfach in Massentierhaltungen gehalten und können daher ihre Intelligenz nicht ausleben", sagt der innovative Bauer Gerald Laggner. Dem hat er entgegengewirkt und nun nach dem ersten Jahr dieser Haltung mit "Lurnfelder Sommerschweinen" Resümee gezogen. "Wie sie mit der Hitze zurechtkommen, wie wichtig ihnen das Suhlen ist und dass das Wasserspritzen 3 - 4 Mal täglich erfolgen muss, sind Erfahrungswerte. Unter http://zechner-pusarnitz.at/lurnfelder-sommerschwe... besteht die Möglichkeit eine Bestellung aufzugeben.
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