Neuer Blick auf einen Klassiker
„Lottes Werther“ feiert umjubelte Premiere
- Anja Jemc, Niklas Knüpling, Thorben Meißner, Marthe Lola Deutschmann, Georg Kandolf, Katharina Brunner und Marie Rötzer.
- Foto: Landestheater Niederösterreich
- hochgeladen von Caro Fegerl
Die Premiere von „Lottes Werther“ in der Theaterwerkstatt wurde am 13. November mit langem, lautem Applaus gefeiert. Das Publikum zeigte sich spürbar bewegt von einer Inszenierung, die einen der bekanntesten literarischen Stoffe in ein neues Licht rückt und mit großer Sensibilität sowie intensiver Bühnenpräsenz überzeugt.
ST. PÖLTEN. Die berühmte Liebestragödie „Die Leiden des jungen Werther“ wurde traditionell aus der Sicht des unglücklichen Werther erzählt. Doch was geschieht, wenn man den Blickwinkel wechselt und der Figur Raum gibt, die bisher meist im Hintergrund blieb? Genau hier setzt die Inszenierung von Anja Jemc an.
Sie stellt Lotte ins Zentrum – jene junge Frau, die Werthers Sehnsucht prägt und deren eigene Gefühlswelt oft unbeachtet bleibt. Durch diese Verschiebung entsteht ein erhellender, weiblich geprägter Zugang zu Goethes Klassiker, der einst den Ruhm des Autors begründete. Die Inszenierung zeigt Lottes innere Konflikte, ihre Stärke und Verletzlichkeit und verleiht der bekannten Geschichte neue Tiefe.
Emotional, modern und nahbar
Marthe Lola Deutschmann verkörpert die titelgebende Lotte mit eindringlicher Präsenz. Gemeinsam mit dem Team um die Dramaturgen Niklas Knüpling und Thorben Meißner gelingt es, die dramatische Vorlage mit feinem Gespür für Sprache und Atmosphäre in die Gegenwart zu holen. So entsteht eine dichte, emotionale Erzählung, die moderne Themen wie Selbstbestimmung, Erwartungen und den Druck gesellschaftlicher Rollenbilder mitschwingen lässt.
Auf dem Weg ins Klassenzimmer
„Lottes Werther“ wurde ein letztes Mal in der Theaterwerkstatt gezeigt. Doch das Stück endet nicht hier: Gemeinsam mit der Theatervermittlung von Katharina Brunner geht die Produktion nun auf Reisen und wird künftig direkt in Klassenzimmern gespielt.
Damit bekommen Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Goethes Stoff in einer unmittelbaren, persönlichen Form zu erleben, die weit über den normalen Unterricht hinausgeht.
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