Interview
Filmdreh in St. Pölten: Ein Urteil als Ende und Anfang

"Das Urteil im Fall K.". Es zeigt eine Szene aus dem Gerichtssaal in St. Pölten. Martina Poel spielt die Richterin.
2Bilder
  • "Das Urteil im Fall K.". Es zeigt eine Szene aus dem Gerichtssaal in St. Pölten. Martina Poel spielt die Richterin.
  • Foto: Anil
  • hochgeladen von Petra Weichhart

Das Landesgericht war Drehort im Film "Das Urteil im Fall K." Ein Gespräch mit dem Regisseur Özgür Anil.

ST. PÖLTEN (pw). Abgesperrte Gänge, Hektik, reges Treiben. Der Grund: Das Landesgericht St. Pölten war Schauplatz einer Szene im Film "Das Urteil im Fall K.". Hintergrund des Films ist das Urteil im Fall der Vergewaltigung von Emine S.: sechs Jahre Haft für den Haupttäter und drei Jahre Bewährung für den Mittäter, der den Vorfall mitfilmte. Doch der Bruder des Opfers will das Strafausmaß nicht akzeptieren und schreit nach Rache. Die Familie hingegen will das Geschehene hinter sich lassen und sehnt sich nach Normalität. Hinter dem Ganzen steht Özgür Anil, der bei der Produktion der Filmakademie Wien nicht nur das Drehbuch geschrieben, sondern auch Regie geführt hat. Die Bezirksblätter baten ihn zum Gespräch.

Bezirksblätter: Um was geht es in dem Film?
Özgür Anil:
Wir begleiten die Familie eines Vergewaltigungsopfers nach der Urteilsverkündung. Das Gerichtsurteil ist sowohl das Ende als auch der Anfang eines neuen Kapitels. Einige blicken hoffnungsvoll in die Zukunft, andere verdrängen die Vergangenheit. Dieser unterschiedliche Umgang mit dem Urteil bildet den Kern der Erzählung.

Sie setzen sich mit einem brisanten Thema auseinander? Was ist Ihre Intention dahinter?
Mich stört es, dass beinahe nach jedem Gerichtsurteil strengere Strafen gefordert werden. Ich habe das Gefühl, dass es denjenigen, die drakonische Strafen fordern, weniger um die Bestrafung des Täters, sondern viel mehr um die Zufriedenstellung ihrer eigenen Rachegelüste geht. Solche Entwicklungen sind meiner Meinung nach gefährlich für eine Gesellschaft. Ich will, dass sich der Zuseher sein eigenes Urteil über die Figuren bildet und dabei seine Moralvorstellungen hinterfragt.

Sie haben bei Michael Haneke gelernt. Inwiefern prägt einen das?
Es ist natürlich toll, von so einem erfahrenen Filmemacher zu lernen. Was man sich von ihm abschauen kann, ist die Genauigkeit, mit der er seine Projekte vorbereitet, das erspart einem viele Sorgen während der Dreharbeiten. Aber Filme machen lernt man nur durchs Filmemachen.

Wie haben sich die Dreharbeiten gestaltet?
Die Dreharbeiten waren intensiv, aber auch sehr schön. Das Team war sehr engagiert.

"Das Urteil im Fall K.". Es zeigt eine Szene aus dem Gerichtssaal in St. Pölten. Martina Poel spielt die Richterin.
Drehbuchautor und Regisseur Özgür Anil.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen